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Göttingens jüngster Imker

Geburt einer Bienenkönigin im Kinderzimmer


Unter uns leben viele interessante Menschen. Einer von ihnen ist der Göttinger Elias Hundeshagen, der sich nicht für Fische, Katzen oder Hunde begeistert, sondern für Bienenvölker.

Bienenfachmann: Elias Hundeshagen hat ein für sein Alter ungewöhnliches Hobby.

© Vetter

Göttingen. Es gibt Menschen, die hektisch werden, wenn neben ihnen eine Biene summt. Elias bleibt die Ruhe selbst. Der Zwölfjährige ist Göttingens jüngster Imker. Er nimmt die Tiere sogar auf die Hand. Bienen sind im Gegensatz zu Wespen ganz friedlich. Trotzdem ist der Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums auch schon mal gestochen worden. Das tut natürlich weh. Besonders schlimm ist so ein Stich normalerweise aber nicht.

Vor anderthalb Jahr hat die Faszination für Bienen den damals Elfjährigen gepackt. Er hat die pelzig-braunen Insekten im Garten beobachtet und beschlossen, Imker zu werden. So einfach geht das natürlich nicht. Die Eltern, Andrea und Christian Hundeshagen, mussten noch zustimmen. Sie haben zunächst auch überlegt, ob der Wunsch ernsthaft ist oder ob sie am Ende viel Geld investiert haben und die Arbeit selbst erledigen müssen. Aber nachdem Elias innerhalb kürzester Zeit drei Imkerfachbücher gelesen und fundiert referiert hatte, haben sie es erlaubt.

Elias ist mit seinem Vater zu dessen Freund nach Höxter gefahren. Der ist Imker und hat Elias alles gezeigt. Und er hat angeboten, ihm einen „Ableger“ von seinen Bienenvölkern zu machen. „Das hätte mir aber zu lange gedauert“, bekennt Elias. Er wollte am liebsten sofort mit der Imkerei starten. Und dann erinnerte sich seine Mutter an einen Schulfreund, der auch Imker geworden war. Der schenkte dem Jungen ein Volk. Nur die sogenannte Beute, die Behausung, musste Elias selbst anschaffen. Nach der Schule war er von da an jeden Tag erst einmal bei den Bienen.

"So einen jungen Imker hatten wir noch nie"

Und er bekam bald auch sein zweites Volk. Uwe Dzeia, der Vorsitzende des Göttinger Kreisimkervereins rief ihn an, als ein Volk, das in einem Garten in Weende ausgeschwärmt war, eingefangen werden sollte. Elias fuhr mit seinem Vater und einem Bieneneimer hin. Sie schnitten den Ast ab, an dem die Bienen saßen, ließen ihn in den Eimer fallen, Deckel drauf, und zu Hause kam das Volk in eine vorbereitete Beute. Dzeia ist beeindruckt von der Ernsthaftigkeit, mit der Elias sein Hobby betreibt. „So einen jungen Imker hatten wir noch nie“, sagt Dzeia. Der Imkerverein freue sich immer über neue Mitglieder. „Die meisten sind ganz alt“, sagt Elias. Allerdings seien auch einige Studenten dabei. Einer zeigt ihm Dinge, die er noch nicht allein kann. Elias hat sich aber auch in Jungimker-Seminaren, die in Zusammenarbeit mit dem Verein und der Fachhochschule (HAWK) angeboten werden, fortgebildet. Die anderen Hobbys wie Fußball und Schwimmen leiden ein wenig. „Alles geht nicht“, sagt Elias. Trompete und Cello spielt er aber weiter. Seine drei Geschwister und seine Freunde finden das Hobby auch toll. Einer möchte auch gern Imker werden, darf bisher aber nicht.

Elias beweist experimentierfreudigen Ehrgeiz. Er hat sogar schon eine Bienenkönigin ausgebrütet. Das gelingt normalerweise nicht. Mit Bettdecke, Wärmflasche und Föhn hatte Elias nachgeholfen. „Andere verfolgen eine Prinzenhochzeit im Fernsehen, wir haben die Geburt einer Bienenkönigin im Kinderzimmer erlebt.“ Das Endprodukt der Imkerei genießt Elias natürlich auch. „Honig ist lecker“, sagt der Zwölfjährige. „Und mein eigener ist der beste Honig.“ Ungefähr 15 Kilo Honig hat er geerntet. Auch bei der Verarbeitung ist er kreativ. Walderdbeeren hat er schon in seinen Honig gemischt, und von Langeoog  Rosenblätter mitgebracht, die er dem Honig beigefügt hat.

Von Eida Koheil

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