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Göttinger Brüder

Mit altem Mercedes nach Mauretanien starten


Unter uns leben viele interessante Menschen. Einer von ihnen ist der Göttinger Frank Rohrborn. Der 51-Jährige überführt mit seinem Bruder Michael alte Fahrzeuge nach Afrika.

Starten im Dezember zur 7000 Kilometer langen Fahrt nach Mauretanien: Frank und Michael Rohrborn (von links).

© CR

Göttingen. „Man muss schon ein bisschen verrückt sein“, gibt Frank Rohrborn zu beim Blick auf das Abenteuer, in das er und sein Bruder Michael sich im Dezember stürzen. 7000 Kilometer Fahrt über Spanien und Marokko bis in die Islamische Republik Mauretanien in Afrika, ein Großteil davon durch die Wüste. Mit einem knapp 20 Jahre alten Mercedes 300 TD mit mehr als 300 000 Kilometern auf dem Tacho. „Der humanitäre Aspekt steht bei der Abenteuerreise im Vordergrund“, erzählt der 51-jährige Frank Rohrborn.

Die „Dust and Diesel“-Rallye gibt es seit fünf Jahren. Teilnehmer aus ganz Europa kaufen alte Autos, bereiten sie wochenlang auf die Anforderungen der Reise vor – um sie dann am Ziel für einen guten Zweck zu verkaufen. Der Erlös geht direkt an zwei Waisenhäuser und eine Tagesstätte in Nouakchott.

Die Idee, an der Tour im Dezember teilzunehmen, war nach einem Fernsehbericht geboren: „Ich war sofort angefixt“, sagt Frank Rohrborn. Die Kombination aus Abenteuerurlaub und Hilfsaktion sei genial. „Aber klar war von Anfang an: Wenn, dann professionell, nicht wie das eine Chaosteam in der Sendung. Die hatten zwei linke Hände mit jeweils nur Daumen“, sagt der Göttinger lachend. Dann lehnt sich der ehemalige Hobby-Rennfahrer im Sessel zurück, verschränkt die Arme und lässt Michael weiterreden. „Die Fahrt startet nach Weihnachten. Über 20 Tage ist man unterwegs.“ Bis dahin müsse an dem Benz noch einiges geschraubt werden: Höherlegen, Unterfahrschutz und vieles mehr. „Der Wagen muss schließlich die ganze Strecke fahren“, sagt er vollkommen unbeeindruckt von dem, was noch auf seinen Bruder und ihn zukommt. Überhaupt: „Der Wagen war nicht frei von Korrosion“, ergänzt Frank. Neue Filter, Reifen und Kotflügel hat der passionierte Schrauber schon selbst eingebaut: „Ich bin nunmal Automensch“.

Da das Abenteuer offiziell erst in Tarifa (Spanien) startet, sind bis dorthin erst einmal 2800 Kilometer abzuspulen. „Jedes Auto sieht auf der Strecke den Schweißbrenner“, sagt er gelassen und zuckt mit den Schultern. Da die Fahrt „ja nicht in Stress ausarten soll“, werde natürlich auch der Kultur gefrönt. Die Route führt an touristisch schönen Orten in Afrika vorbei. Auf die Passstraßen über das Atlasgebirge freuen sich die Brüder besonders. „Wir hoffen aber, dass sich die Situation in Nordafrika noch entspannt“, betonen beide, denn die politische Lage stimme doch etwas mulmig.

Die Kosten der Reise tragen die Elliehäuser selbst: „1000 Euro für das Auto, 1100 als Startgebühr, Rückflugticket, Teile, und, und, und. Da kommt einiges zusammen.“ Was sie an Werkzeug und Ersatzteilen nicht mitnähmen, fehle sicher irgendwann. Doch die stoische Ruhe und Gelassenheit in den Mienen und Stimmen der Brüder deutet auf deren Zuversicht, dass sie das Abenteuer meistern. Einen Wunsch haben sie aber noch: „Es wäre schön, wenn sich der ein oder andere Sponsor bei uns meldet, und wenn er nur eine Schraube am Wagen finanziert.“ Für den Erlös der Fahrzeuge werde in Mauretanien übrigens eine in Deutschland gültige Spendenquittung ausgestellt.

Von Tobias Christ

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  • Mit altem Mercedes Benz nach Afrika Abenteurer – 15.06.11
    Das nenne ich eine besondere Art von Urlaub: Abenteuer mit humanitärem Hintergrund!!
    Da bleibt mir nur viel Glück zu wünschen, dass die beiden vielleicht von einem Göttinger Unternehmen ein wenig unterstützt werden......
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