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Arbeitszeiten

Chronische Neugierde und neidvolle Blicke


Florian Heinz und Björn Dinges waren zu Besuch in der Wilhelm-Busch-Schule in Göttingen, Ute Lawrenz war in der Johann-Wolf-Schule in Nörten-Hardenberg.

Was steht alles im Tageblatt? Schüler in Nörten-Hardenberg lesen im Lokalteil.

© Heller

Ein Flugzeugabsturz in Russland, ein Mordprozess in Göttingen und eine geklaute Badewanne – bei den Schülern der Klassen 4a und 4c der Wilhelm-Busch-Schule stehen Geschichten über Unglücke und Verbrechen hoch im Kurs. „Spannend“ finden sie die Informationen darüber, auch wenn die Berichte manchmal erschreckende Details beinhalten, so wie das Bild von der abgestürzten und ausgebrannten Tupolew. Aber an diesem Beispiel wird den Viertklässlern klar: Bilder nehmen eine wichtige Funktion ein, wenn es darum geht, die Aufmerksamkeit der Leser zu bekommen. Was sonst noch alles im Tageblatt steht, haben die Schüler mit Lehrerin Monika Wildemann bereits ausführlich besprochen. Nachrichten aus aller Welt im überregionalen Teil, Nachrichten aus der Region im Lokalteil und Sport natürlich im Sportteil. Was im Teil Magazin steht, kann Tom beantworten: Rezensionen von Theaterstücken, Konzerten, Kunstausstellungen und andere Kulturthemen sowie Spannendes aus der Wissenschaft und zu Themen der Gesundheit. Tom weiß das so genau, weil seine Mutter in der Kulturredaktion des Tageblatts arbeitet.

„Wie sieht denn das eigentlich mit den Arbeitszeiten aus?“ wollen die Kinder der Klasse 4b der Wilhelm-Busch-Schule wissen. Sie haben derart viele Fragen vorbereitet, dass eine Schulstunde dafür nicht ausreicht. Und auch die Arbeitszeitfrage kann man nicht so schnell beantworten: Wenn nämlich Termine am Abend anstehen, ein Basketballspiel oder ein Konzert, dann müssen Tageblatt-Redakteure natürlich auch einmal länger arbeiten. Und auch am Wochenende passieren ja Dinge, über die die Leser informiert werden wollen. Also auch da kann es passieren, dass man Dienst hat. Dafür beginnt der Journalistentag für viele erst um spätestens 10 Uhr – neidvolle Blicke von den Schülern. Und warum man überhaupt Journalist geworden sei? Die Antwort ist einfach: Chronische Neugierde.

Mit bunten Buchstaben an der Tafel heißen 19 Viertklässler aus der Johann-Wolf-Schule in Nörten-Hardenberg den Besuch vom Tageblatt „herzlich willkommen“. Bis zum Stundenbeginn haben Lea und Michelle an den Feinheiten gemalt. Dann kann es mit den Fragen losgehen, die sich die Schüler für den Tageblatt-Besuch ausgedacht haben. „Wie lange gibt es das Tageblatt eigentlich“, will Henrique wissen. Kaum hat er das Gründungsdatum gefunden, ist die Rechenaufgabe fertig: Wie viele Jahre liegen zwischen 1889 und heute? Eifrig schreiben Lena und Celine alles mit. Vielleicht können sie ja in der Abschlusszeitung über den Tageblatt-Besuch berichten. In ihren letzten Grundschultagen machen die Schüler eine eigene Zeitung mit ihren Steckbriefen und Berichten aus den vier Schuljahren in Nörten. Mit Witzen für die Kinderseite und einem Grup penfoto geht die Stunde schnell zu Ende. „War schön mit euch“, verabschieden die Schüler den Besuch vom Tageblatt.

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