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Zeitung in der Schule

Fast alle Kinder kennen die Seite mit dem Känguru


1192 Viertklässler aus 32 Schulen der Region beteiligen sich an der Tageblatt-Aktion „Zeitung in der Grundschule“. Eine Woche lang bekommen sie die aktuelle Zeitung geliefert und arbeiten damit im Unterricht. Fünf Klassen erhalten zusätzlich die Möglichkeit, das Druckhaus zu besichtigen. Die Kinder kommen zum Tageblatt, aber das Tageblatt auch zu ihnen: Mitarbeiter der Redaktion besuchen jede der 58 Schulklassen. Gestern waren Corinna Berghahn und Tonie Lenz in der Brüder-Grimm-Schule in Göttingen und Ute Lawrenz in der Regenbogenschule Waake.

Lesen eine Woche lang das Göttinger Tageblatt: Schüler der Klasse 4 an der Regenbogenschule in Waake.

© Vetter

Die 21 Kinder der Klasse 4 b der Brüder-Grimm-Schule haben ihre Lieblingsartikel aus dem Tageblatt ausgeschnitten und die schönsten Stellen markiert. Die Auswahl der Kinder ist groß.
Sibel interessiert sich besonders für die deutsche Eurovision Songcontest-Teilnehmerin Lena Meyer-Landrut, über die vor kurzem eine große Geschichte auf der Kinderseite erschienen ist. „Die kann so schön singen und ich mag einfach Musik“, erklärt die Zehnjährige ihre Auswahl.

Die Seite mit dem Tageblatt-Känguru kennen fast alle Viertklässler und einen Witz oder einen Zungenbrecher einschicken will beinahe die ganze Klasse. Ahmet meint, „Zeitungmachen“ sei einfach. „Da braucht man doch nur Texte schreiben, das Wichtigste markieren und Bilder dazu zu stellen.“
Nachdem die Kinder aber den Tageblatt-Film über die Arbeit der Redaktion gesehen haben, schleichen sich die ersten Bedenken ein. „Wenn meine Mama so lange arbeiten müsste, dann würde ich sie ja gar nicht mehr sehen“, stellt Sibel fest. So einfach ist es eben doch nicht eine Zeitung zu machen.

Internet statt Papier

Von wegen Zeitung: Geschrieben wird heute fürs Internet. Das glaubt jedenfalls Gülseren. Die Schülerin der Klasse 4 a der Brüder-Grimm-Schule in Göttingen feierte gestern ihren zehnten Geburtstag – und passenderweise erhielt die Klasse dazu Besuch vom Tageblatt.
„Unsere Namen schreibst du auf, weil du dann keine Fehler machst, wenn sie im Internet stehen“, erklärt sie mir und der Klasse. Das ist zwar richtig, aber zuerst werden die Namen gedruckt und erscheinen in der Printausgabe. „Und wie viele Zeitungen musst du drucken?“, will Abdul wissen. Antwort: Rund 45 000 Zeitungen pro Nacht, allerdings von den Druckern, nicht von der Redaktion. Die schreibt die Artikel.

„Ist der Job denn cool?“, fragt Severin, der sich besonders gut vorbereitet hat und eine lange Liste mit den einzelnen Rubriken und Ressorts des Tageblatts erstellt hat. Von „Hintergrund und Meinung“ über „Göttingen live“ bis zur „Tageblatt Spezial“-Seite ist ihm nichts entgangen. Und cool ist der Job auf jeden Fall, besonders wenn ein Text erst in der Zeitung, und dann auf der Onlineseite www.goettinger-tageblatt.de erscheint.

Interesse an Technik

Ein erfreuliches Bild bietet sich in der Regenbogenschule Waake: 16 Kinder lesen eifrig im Göttinger Tageblatt. Die Viertklässler haben sich mit ihrer Klassenlehrerin Ursula Knorr gut auf den Besuch aus der Lokalzeitung vorbereitet und haben eine Unmenge an Fragen parat. Groß ist ihr Interesse an den technischen Dingen – von der Fotoausrüstung des Fotografen bis zur 25 Meter langen und elf Meter hohen Offset-Rotation für den Druck der Zeitung.
Staunend hören sie, dass es nicht einmal ein Stunde dauert, um die Gesamtauflage des Göttinger Tageblatts für einen Tag zu drucken.

Beeindruckt sind sie auch von der Menge der Farbe, die in einem Jahr verbraucht wird: 50 Tonnen Schwarz und 89 Tonnen bunter Farbe. Kein Wunder, dass die Farbe da nicht in Patronen, sondern in Eimern geliefert wird, erläutern die Tageblatt-Abgesandten. Wie im Flug geht die Schulstunde wohl für alle vorbei. Das Gruppenfoto mit Tageblatt muss Jan Vetter in der Pause machen.

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