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Geologen, Biologen und Juristen füllen das Blatt


Claudia Nachtwey war zu Gast in der Grundschule Obernfeld, Florian Heinz war in der Wilhelm-Henneberg-Schule in Göttingen.

Will alles genau wissen: Leon liest im Tageblatt.

© Thiele

Göttingen/Eichsfeld. Schon am ersten Tag der Aktion „Zeitung in der Schule“ haben die Schüler der Klasse 4 der Grundschule Obernfeld eigene Texte verfasst. Sensationelle Reportagen über Bomben und entlaufene Hunde sind an der Tafel zu lesen. Dass echte Journalisten sich allerdings keine Geschichten ausdenken dürfen, sondern der Wahrheit verpflichtet sind, leuchtet den Schülern ein.

Moritz interessiert sich besonders für die Kamera des Fotografen Oliver Thiele. „Wie viele Fotos kann man darauf speichern?“, will er wissen. Mit dieser Speicherkarte etwa 500, lautet die Antwort. Dominik überlegt, woher Reporter wissen, wie viele Menschen eine Veranstaltung besucht haben. „Schätzt ihr das?“, fragt er. Nein, Zahlen können die Organisatoren nennen, die beispielsweise Eintrittskarten verkaufen. Kreative Vorschläge haben die Kinder zur Frage, wie eine Zeitungsseite entsteht: Texte und Fotos auf ein leeres Blatt kleben und kopieren. Das Prinzip wurde erkannt, aber zum Glück geht es einfacher, nämlich mit einem Computerprogramm, das gleich mit dem Druckhaus verbunden ist.

Im Raum der Klasse 4a der Wilhelm-Henneberg-Schule in Weende steht eine Wand, an der Artikel aus dem Tageblatt kleben. Sogar aus dem Magazin ist einer dabei, obwohl für viele der Viertklässler dieses Ressort erst einmal nur aus dem Wetter, Sudokus und den Horoskopen besteht. Und gleich daneben steht in großen Buchstaben: „Fragen an den Redakteur“. Die Schüler haben sich nämlich auf den Tageblatt-Besuch vorbereitet. Nina will dann auch gleich wissen, was das Spannendste gewesen ist, das man je erlebt hat. Es gibt die sogenannten „bunten Geschichten“ in der Zeitung. Artikel, die nicht unbedingt wichtig sind, sondern interessant, außergewöhnlich oder witzig. Und da erlebt man als Journalist schon einiges. Felix fragt, wie die Zeitung entstanden ist. Dass die Menschen schon immer neugierig waren, leuchtet den Kindern ein. Aber das schon vor 2000 Jahren auf den römischen Marktplätzen Steine standen, auf denen geschrieben war, gegen wen gerade Krieg geführt wurde und gegen welche Völker die Römer gewonnen hatten, das überrascht.

Auch in der Klasse 4b in der Wilhelm-Henneberg-Schule sind kleine Zeitungsexperten mit vielen Fragen: Nathalie will wissen, wie man eigentlich Journalist wird. Die meisten Mitarbeiter in der Redaktion haben studiert. Aber viele nicht die Fächer, von denen man sagen könnte: Damit wird man Journalist. Geologen sind dabei, Biologen, Juristen und Agrarwissenschaftler. Viele haben schon im Studium als freie Mitarbeiter bei Zeitungen gearbeitet und sind auch dort geblieben. Shirin hat eine Frage, die auch nach langem Bücherwälzen nicht eindeutig beantwortet werden kann: „Wie alt ist der Tageblatt-Gründer Gustav Wurm geworden?“ Sicher ist nur: Gestorben ist er im Jahr 1933.

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