In der Grundschule Rhumspringe haben die angehenden Jung-Journalisten der Klasse 4a bereits selbst geschriebene Artikel erstellt. Die verteilen sie auf „Zeitungsseiten“, die an der Tafel aufgezeichnet sind. Die Themen sind vielfältig: Tiergeschichten, Sport, „Pop meets Classic“ und ein Bericht über illegalen Hundehandel haben die Viertklässler in eigene Worte gefasst. Nach dem Verteilen der Berichte auf die Seiten stellen die Schüler allerdings fest, dass es für den Leser unpraktisch ist, Hunde- und Sportthemen auf der gleichen Seite zu finden. Daraus lernen sie: Ressorts und Rubriken machen Sinn und verhelfen dem Leser zur Orientierung in der Tageszeitung. Auch die tägliche Arbeit von Journalisten interessiert die Kinder. Woher die Informationen kommen, wie lange die Zeitung bis zur Fertigstellung braucht oder zu welcher Uhrzeit eigentlich ein Austräger aufstehen müsse, wollen sie wissen.
Solche Fragen interessieren auch die Schüler der Klasse 4H an der Grundschule Lenglern (Außenstelle Harste). Logisch erscheint ihnen, dass es meist einen Tag lang dauert, bis eine Tageszeitung fertiggestellt ist. Denn am nächsten Tag wird ja bereits an der Ausgabe von Übermorgen gearbeitet. Dass das alles viel zu viel Arbeit ist, meint Celina. Sie kann nicht verstehen, warum jemand Journalist wird. Fotograf Jan Vetter erklärt, dass es ihm viel Spaß macht, jeden Tag für das Tageblatt unterwegs zu sein – an Orten, die er sonst nicht fotografieren würde. Und dass beim Tageblatt nicht nur Redakteure und Fotografen daran arbeiten, eine Zeitung zu produzieren, erfährt Jonas auf seine Frage, welche Berufsfelder es bei einer Zeitung gibt.
Als Tageblatt-Volontär Florian Heinz eine kurze Drehpause einlegt und seine Videokamera auseinander baut, staunen die Kinder über die teure Technik. Bamo versucht sich derweil gleich selbst als Drucker: mit Bleisatz und Farbe stempelt er zusätzliche Buchstaben auf seine Tageblatt-Ausgabe.
Mit einem Presseausweis um den Hals fühlen sich die Schüler der Klasse 4b in Rhumspringe gleich wie echte Redakteure. Und die sind vor allem neugierig: „Was war die größte Geschichte, die ihr jemals im Blatt hattet? Wie viele Termine habt ihr am Tag, und wie macht ihr, dass die Horoskope stimmen?“ Mit ungenauen Antworten kommt man bei den Eichsfelder Grundschülern nicht weit. Wie bei echten Journalisten eben.
Und die Schüler haben auch Themenvorschläge. Vogelspinnen, Wasserratten und Oldtimer stehen hoch im Kurs. Und wer nicht glaubt, dass es an der Rhume besonders große Exemplare von Wasserratten gibt, dem liefert Nina neben einem selbst geschriebenen Bericht gleich den Fotobeweis mit. Besonders interessant fanden die Viertklässler in der Montagsausgabe einen Artikel über ein Motorradrennen in Barcelona. Als sie erfahren, dass der Text von einer Presseagentur stammt, sind sie etwas enttäuscht. Am Ende aber sehen sie ein, dass Eichsfelder und Göttinger Lokalredakteure nicht überall auf der Welt im Einsatz sein können.
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