Göttingen. Wie viele Ausgaben gab es vom Göttinger Tageblatt bereits, seit Gustav Wurm die Zeitung im Jahr 1889 gegründet hat? Laura geht in die Klasse 4a der Godehardschule in der Grätzelstraße und hat die Redakteurin gleich eiskalt erwischt. Das ist auch mit Nachrechnen nicht heraus zu bekommen. Zwar werden an sechs Tagen in der Woche 45 000 Exemplare des Tageblatts (einschließlich Eichsfeld-Ausgabe) gedruckt. Aber das war ja nicht immer so. Und schon gar nicht damals als Gustav Wurm das erste GT hat drucken lassen. Tja, Auflagenentwicklung bis in die Anfänge kann nicht aus dem Stegreif beantwortet werden. Da müsste man schon im Archiv nachzählen, wo alle alten Ausgaben gebunden und gesammelt aufbewahrt werden.
Vaishnavi möchte wissen, wie viele Gegendarstellungen das GT drucken musste. Sehr wenige. Das versucht man natürlich auch durch eine saubere Recherche zu vermeiden. Und Paul fragt sich, warum die Zeitungsseiten oben und unten nicht glatt abgeschnitten sind, sondern so „zackelig“. Die Seiten werden mit einem Messer während des laufenden Betriebs der Rotation mehr gerissen als geschnitten. Dadurch entsteht die etwas unsaubere Kante.
Der Tageblatt-Song hat Ohrwurmqualitäten. Er läuft in der Redaktions-Telefonwarteschleife und während der Tageblatt-Erklärvideos. Deshalb schmettert die Klasse 4b der Godehardschule nach den Videos auch zur Verabschiedung lautstark den „Ganz Schön Feist“-Song. Aber zuvor haben die Schüler einige knifflige Fragen. „Warum gibt es denn überhaupt die Zeitung?“, will Thorben wissen. Dass es Zeiten gab, in denen es kein Fernsehen und kein Radio gab, glaubt er zwar nicht sofort, sieht aber ein: Auch damals wollten Menschen informiert werden. Und weil Zeitungen zudem noch praktisch sind, gibt es sie auch heutzutage. Nikolina hat eine sehr berufsspezifische Frage: „Könnt ihr eigentlich überall umsonst rein?“ Manchmal muss man sich anmelden. Aber auch wenn man dann umsonst in einem Konzert sitzt: Es bleibt trotzdem Arbeit. Denn am nächsten Tag wollen die Leser darüber informiert werden.
Die Schüler der Klasse 4a der Leinebergschule sind richtige Tageblatt-Experten. Seit drei Tagen lesen sie intensiv darin, schneiden die wichtigsten Artikel und Bilder aus und diskutieren sie. Bevor die Viertklässler ihre zahlreichen Fragen stellen, berichten sie aber erst einmal davon, dass sie schon oft von Tageblatt-Fotografen abgelichtet worden sind und auch schon über sie geschrieben worden ist. „Fotografiert hat man uns zum Beispiel bei der Veranstaltung Klasse wir singen in der Lokhalle“, erzählt Nikola. Mathilde war sogar schon einmal in einer englischen Zeitung abgebildet: „Da habe ich drei Jahre lang gewohnt.“
„Fotografierst du auch Ausstellungen in Galerien?“, will Jamie Lee wissen und legt Fotograf Jan Vetter gleich die schuleigene Ausstellung ans Herz. Und prompt entdecken die Schüler auf der aktuellen Kinderseite ihren Mitschüler Jannik, der bei einem Jugendwettbewerb ausgezeichnet wurde. Heute werden sie sich alle im Tageblatt wiederfinden.
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