Göttingen/Eichsfeld. Für den Berufsalltag von Journalisten interessieren sich die Schüler der Klasse 4 der Maximilian-Kolbe-Schule in Gerblingerode. Um wieviel Uhr fängst du an zu arbeiten? Wie lange dauert ein Arbeitstag? Wer waren die berühmtesten Leute, die beim Tageblatt waren? Viele Fragen, und auf jede gibt es eine Antwort: Redakteure fangen ihren Arbeitstag in der Redaktion meist zwischen neun und zehn Uhr an. „Ziemlich spät“, meinen einige Schüler. Das stimmt. Allerdings dauert es dementsprechend länger bis zum Feierabend.
Berühmte Persönlichkeiten, über die die Lokalredakteure berichtet haben, gibt es einige: So war Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits in Duderstadt und auch der jetzige Bundespräsident Christian Wulff hat der Eichsfelder Redaktion schon einen Besuch abgestattet. Die Musikgruppen Silbermond und Queensberry wurden während des Eichsfeld-Festivals interviewt.
Konrad will schließlich noch wissen, ob Tageblatt-Mitarbeiter schon im Gefängnis waren. Tageblatt-Redakteur Andreas Fuhrmann hat für eine Reportage sogar in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf übernachtet. Und für einen Bericht über einen Einkaufsladen im Gefängnis hat das Tageblatt gleich ein Video gedreht. Das gibt es im Internet zu sehen (goettinger-tageblatt.de).
Was man mit dem Tageblatt alles machen kann – zum Beispiel Recyclingpapier. Damit hat sich die Klasse 4a der VGS Groß Schneen beschäftigt. Auf einem dieser Blätter aus geschöpftem Papier findet sich denn auch noch ein einzelner Buchstabe. Ein ganzes Gedicht hat Farida auf ihrem Stück Tageblatt-Bütten notiert: „Das Göttinger Tageblatt / kann fröhlich und friedlich sein / aber auch traurig und gemein!“ und weiter: „Göttinger Tageblatt, unsere Morgenzeitung für immer!“
Mit „gemein“ meint Farida so schreckliche Nachrichten wie „Frau wirft Baby aus dem Fenster“, was Luisa besonders erschüttert hat. Oder die Berichte über den Kindermörder Jan O. werden von den Viertklässlern mehrfach als „schrecklich“ bezeichnet. Aber auch gute Nachrichten gibt es, meint Tammo: „...dass die Kinder beim Flugzeugabsturz überlebt haben.“ Christian findet „den Hund auf der Demo“ lustig, und Sophie liest gern die Witze. Dina indes überrascht den Tageblatt-Reporter damit, dass sie jeden Tag ihr Horoskop liest. „Wer noch?“ Da gehen gleich etliche Finger in die Höhe.
Die Schüler der Klasse 4b der VGS Groß Schneen wissen sogar, wie die Zeitung früher gedruckt wurde. „Mit Bleisatz“, sagt Hans-Henning und berichtet von einem Setzkasten, der in der Schule steht. Der ehemalige VGS-Leiter Christian Meyer hat diesen einmal angeschafft und mit Schülern in der Druckwerkstatt gearbeitet. Für eine AG soll diese bald wieder in Betrieb genommen werden, erläutert Lehrerin Petra Lüchow.
Auch sie ist gut informiert, wenn vom Drucken mit Bleisatz die Rede ist: „Mein Mann hat früher als Schriftsetzer gearbeitet. Er musste täglich einen Liter Milch trinken, um zu vermeiden, dass der Körper womöglich das Blei aufnimmt, mit dem er gearbeitet hat.“
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