Navigation:
eShop Online-ServiceCenter
400 Fotos für einen Termin

„Tierisch warm“ in Papier-Gewändern der Marke Tageblatt


1192 Viertklässler aus 32 Schulen der Region beteiligen sich an der Tageblatt-Aktion „Zeitung in der Grundschule“. Tonie Lenz und Florian Heinz waren in der Wilhelm-Henneberg-Schule in Weende, Ute Lawrenz und Michael Brakemeier in der Johann-Wolf-Schule in Nörten-Hardenberg.

In Zeitung gekleidet: Schüler der 4 a in Nörten-Hardenberg.

© PH

Buchdruck und Johannes Gutenberg: Die Schüler der Klasse 4 a in der Wilhelm-Henneberg-Schule kennen schon viele Details, wissen, was Bleilettern sind und dass die Schriftzeichen spiegelverkehrt sein müssen – sie haben ja schon selbst mit ihrer Lehrerin Ulla Lüthje Kartoffelstempel geschnitzt. Aber die dünne Druckplatte, die Tageblatt-Mitarbeiter Florian Heinz vor ihnen hochhält und verbiegt, ist ihnen neu. Und auch: Sie ist nicht spiegelverkehrt bedruckt.
Damit das Papier nämlich nicht reißt, wird die Farbe beim Zeitungsdruck von der Platte auf ein flexibles Gummituch gepresst. Mit 33 Kilometern pro Stunde rast es dann an den Walzen vorbei. Agit schaffe auf seinem Fahrrad durchschnittlich 20 Stundenkilometer. Keine Chance gegen die schnelle Druckmaschine. Auch als Tageblatt-Fotograf Swen Pförtner erwähnt, dass er manchmal bis zu 400 Fotos bei einem wichtigen Ereignis gemacht hat, und danach noch sortieren und beschriften muss, staunen die Viertklässler.

Lügengeschichten

„Ein Fotograf, das ist doch sowas ähnliches wie ein Paparazzi, oder?“, fragt Alexandra aus der 4 b in der Wilhelm-Henneberg-Schule. Fotograf Pförtner gibt ihr zwar Recht, doch für ihn wäre das nichts: „Da muss man immer so lange auf die Stars warten.“ Doch besonders interessieren sich die Schüler dafür, was ein Redakteur darf und was nicht. Lügengeschichten sind absolut tabu. Geheimnisse aus dem Tagebuch der Freundin darf man nicht in die Zeitung bringen.

„Tageblatt, Tageblatt, Göttinger Tageblatt, Tageblatt...“ Noch Minuten nachdem sie den Film über die Arbeit der Druckmaschine im Untergeschoss des Verlagshauses gesehen haben, trällern die Schüler der 4 b den Tageblatt-Song, gesungen von der Band „Ganz Schön Feist“.

Zeitung isoliert

„So jetzt könnt ihr euch entblättern“, erlöst Adelheid Schindler, Lehrerin der Klasse 4 a der Nörtener Johann-Wolf-Schule, fünf Schüler. Mit Zeitungen verkleidet hatten sich Simeon, Janice, Larissa, Jana und Luc. Weil sie sich in ihren Papier-Gewändern nicht hinsetzen können, fällt es ihnen schwer zu warten, bis Tageblatt-Fotograf Peter Heller ein Foto von ihnen im Kasten hat. „Tierisch warm“ ist es ihnen in ihren neuen Kleidern geworden. Schindler nutzt diese Erfahrung gleich für einen zusätzlichen Lerneffekt: „Zeitung isoliert“, erklärt sie.

Eigene Erfahrungen als kleine Journalisten machen die Schüler gerade mit ihrem Abschiedsbuch. In bunten Berichten halten sie fest, was sie in ihrer Grundschulzeit erlebt haben. So können sie gemeinsam auch die fünf W-Fragen – wer, was, wo, wie und warum – auflisten, die in einem Artikel beantwortet sein sollten. Nach einer fast durchwachten Lesenacht in der Schule gab es für die, die dennoch früh wach waren, als Morgenlektüre das GT in den Schlafsack, berichtete Schindler.

Kürzel für Schreiber

In der Klasse 4 c der Johann-Wolf-Schule mit Klassenlehrerin und Schulleiterin Christa Gande interessieren sich fast alle für die Fußball-Weltmeisterschaft. Darian interessiert sich für Politik. Max liest alles über Wahlen und hat sich dazu auch schon ein Buch gekauft. Viele der Schüler verfolgen die amerikanische Ölkatastrophe, „weil es ja um die Umwelt geht“. Bei der Suche danach, welchen Artikel ihr Besuch aus dem Tageblatt wohl verfasst hat, lernen sie, dass die Schreiber in der Zeitung nicht immer mit ihrem vollen Namen, sondern meist mit ihrem „Kürzel“ zeichnen. Auch wenn (noch) keiner von ihnen für die Zeitung schreibt, haben sich alle Kinder aus der Klasse schon einmal in der Zeitung wiedergefunden. Bei Darian war einmal eine Schlange im Garten, über die in der Zeitung berichtet wurde. Wozu die Zeitung gut ist, bringt Max auf den Punkt: „Wenn man morgens Zeitung liest, ist man gleich auf dem neuesten Stand.“

Zeitung auf Frühstückstisch

Bestens informiert waren die Schüler der 4 b der Johann-Wolf-Schule in Nörten-Hardenberg. Und das lag nicht nur an ihrer Vorbereitung in dieser Woche auf das Thema Tageszeitung. Bei fast allen Schülern aus der Klasse von Annegret Berner liegt morgens eine Zeitung auf dem Frühstückstisch – meist das Tageblatt. Max etwa weiß, dass das Tageblatt in vier verschiedene Teile aufgeteilt ist. Die sogenannten Pakete oder Bücher.

Das vierte Paket ist der Sportteil. Den liest Luca am liebsten. Nicht nur wegen der heute beginnenden Weltmeisterschaft, auch weil er selber Fußball spielt. Ann-Kathrin interessiert sich eher für die Wettervorhersage: „Damit ich weiß, was ich zur Schule anziehen kann.“ Lissi mag es lieber spektakulär. Sie ließt gerne Meldungen über Unfälle. Max hat die Ölpest im Golf von Mexiko täglich in der Zeitung verfolgt.

Alles wissen die Grundschüler dann aber doch noch nicht: Etwa, wie der Alltag in einer Redaktion aussieht oder ob der Beruf des Zeitungsfotografen stressig ist. „Manchmal mehr, manchmal weniger“, berichtet Fotograf Heller. Immerhin kann es sein, dass er an einem Wochenende bis zu 500 Bilder schießt und zwischen seinen einzelnen Terminen in allen Winkeln des Landkreises viel Zeit im Auto verbringt. Dann wird es zeitlich manchmal eng, denn ohne seine Bilder kann die Ausgabe für den nächsten Tag nicht produziert werden.

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige

Die Tageblatt-Apps

Das Tageblatt gibt es für das iPhone, das iPad und Android-Endgeräte. Hier erfahren Sie, wie Sie sich die Apps herunterladen können.



Top