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Tageblatt-Lied entpuppt sich als Ohrwurm

Von Bleiwüsten, Holzschnitt-Bildern und fliegenden Autos


1192 Viertklässler aus 32 Schulen der Region beteiligen sich an der Tageblatt-Aktion „Zeitung in der Grundschule“. Eine Woche lang bekommen sie die aktuelle Zeitung geliefert. Fünf Klassen erhalten die Möglichkeit, das Druckhaus zu besichtigen. Die Kinder kommen zum Tageblatt und das Tageblatt zu ihnen: Mitarbeiter der Redaktion besuchen jede der 58 Schulklassen. Gestern waren Christiane Böhm und Björn Dinges in der Regenbogenschule in Elliehausen, Nadine Eckermann in der Göttinger Egelsbergschule und Corinna Berghahn in der Plesseschule Reyershausen.

Aufmerksame Gesichter: Viertklässler in Reyershausen während des Tageblatt-Besuchs.

© Heller

Vergangenheit und Zukunft: das sind die Themen, welche die vierte Klasse der Plesseschule in Reyershausen interessieren. „Wann und wo genau wurde die erste Zeitung erfunden?“, fragt Tim. Das ist nicht so einfach zu beantworten, weil es „die“ erste Zeitung gar nicht gibt. Wichtig war, dass man durch die Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert die Möglichkeit hatte, viele Exemplare auf einmal zu erstellen.

„Gab es in den ersten Zeitungen schon Bilder?“, will nun Lea wissen. Da es damals noch keine Fotoapparate gab, hat man per Holzschnitt Bilder hergestellt, die dann gedruckt und als einzelne Bildblätter verkauft wurden, erklärt Tageblatt-Fotograf Peter Heller. Doch auch nach der Erfindung der Fotografie war es schwer, Bilder auf die Zeitungsseiten zu stellen. Und weil früher die Zeitung mit Bleilettern gedruckt wurde, bezeichnet man eine Seite, die viel mehr Text als Bilder enthält, heute noch als Bleiwüste. „Und in der Zukunft, wenn es fliegende Autos gibt, was passiert dann mit der Zeitung?“, will Tobias wissen. Die Menschen werden sich wahrscheinlich viel mehr über elektronische Medien und das Internet informieren, vermutet Tageblatt-Mitarbeiterin Corinna Berghahn. Auch das Tageblatt veröffentlicht seine Artikel neben Filmen und Podcasts im Internet. Aber einen Vorteil hat eine gedruckte Zeitung auf jeden Fall: Man kann sie auch an Orte mitnehmen, an die man keinen Computer mitnehmen würde, beispielsweise in die Badewanne.

Alltag eines Fotografen

„Tageblatt, Tageblatt, Göttinger Tageblatt...“ klingen Kinderstimmen durch den Musikraum der Egelsbergschule in Göttingen. Gerade haben die Viertklässler zum Abschluss ihres Redaktionsbesuches drei kurze Filme gesehen, die die Arbeit in der Redaktion, der Rotation und im Vertrieb erläutern. Und im Abspann gibt es eben den Tageblatt-Song zu hören, den Ganz Schön Feist eingesungen haben. Das a-cappella-Stück mit hohem Ohrwurmpotenzial wird vermutlich nicht das einzige sein, das den Schülern der 4 a und einigen Interessierten aus den Parallelklassen längerfristig im Gedächtnis bleibt: Gespannt hörten die Kinder den Geschichten aus dem aufregenden Alltag eines Fotografen zu. Sie erfuhren beispielsweise, dass auch ein alter Journalisten-Hase schlecht schläft, wenn er einen schrecklichen Unfall oder einen Brand fotografieren musste. Und dass ein Redakteur jeden Tag denkt, es sei schon einen Tag später: Schließlich produziert er die Zeitung für Menschen, für die „heute“ ist, wenn sie die Zeitung am nächsten Tag lesen.

Ebenso sehr wie für das Arbeitsleben eines Journalisten interessierten sich die Viertklässler für die technischen Abläufe in der vierstöckigen Rotation, die im Tageblatt-Druckhaus aufgebaut ist. „Wow, das geht so schnell, da kann man gar nichts lesen“, staunten sie und Klassenlehrer Mark Häßner, als sie Videoaufnahmen aus der Rotation sahen, die innerhalb von nur zwei Stunden rund 45000 Zeitungen druckt, schneidet, faltet und abtransportiert. „Wenn die Maschine in vollem Gang ist, macht das einen Wahnsinnslärm“, erklärt die Redakteurin, warum die Drucker mit Gehörschutz arbeiten. Das können sich die Kinder vorstellen und machen lieber wieder selbst Musik. Denn im Video-Abspann geht es wieder „Tageblatt, Tageblatt, Göttinger Tageblatt...“.

Interviews mit Spielern

„Wir sind hier alle Fußballer, uns interessiert der Sportteil am meisten“, sagt Michel aus der 4 b der Regenbogenschule Elliehausen auf die Frage, was die Schüler im Tageblatt am liebsten lesen. So ganz lassen die anderen das nicht gelten. Christiane und Bea lesen gern Tiergeschichten und Sam ist Basketball-Fan und möchte wissen, ob die Tageblatt-Redakteure auch mit den Spieler sprechen können. Na klar, Interviews mit Spielern und Trainer sind ja oft zu lesen.

Sherin guckt immer nach ihrem Horoskop, und „neulich hat es auch ganz genau gestimmt“, berichtet sie. Und sie fragt, ob sich die Leser beim Tageblatt beschweren, wenn das Horoskop ihnen etwas Falsches vorhergesagt hat. Zum Glück wissen die allermeisten Leser aber, dass die Redakteure darauf keinen Einfluss haben.

Wie man sich als Journalist fühlt, wenn so etwas passiert, wie die Bombenexplosion am Dienstag vor einer Woche, fragt Marie. Tageblatt-Fotograf Swen Pförtner war an diesem Tag nicht im Einsatz, hat aber gleich an die Kollegen gedacht und daran, dass denen hoffentlich nichts passiert ist.

Nachrichten im Internet

Die Frage nach der Tagesaktualität einer Zeitung beschäftigt die Klasse 4 a in der Regenbogenschule. Brian hat ganz richtig bemerkt, dass die Redakteure die Zeitung mit Inhalt füllen – einen Tag bevor die Leser das Tageblatt auf dem Küchentisch liegen haben. Klar sind Fernsehteams da mitunter schneller und können Informationen am selben Tag verbreiten. In der Zeitung lesen die Kinder aber gerne interessante Artikel – und können das Lesetempo dabei selbst bestimmen. Und die aktuellsten Informationen und die tägliche Nachrichtensendung „GT-TV“ gibt es auf den Internetseiten des Tageblatts. Das wissen die Schüler aber längst.

„Wie lange dauert es denn, einen Artikel zu schreiben?“ Die Frage von Silas löst eine weitere Diskussionsrunde aus. Denn beim Schreiben für die Zeitung ist das ähnlich wie beim Schreiben in der Schule: Wie schnell die Schüler ihre Deutsch-Aufsätze fertig haben, ist abhängig vom Thema, von der Aufsatz-Länge und von den gesammelten Informationen.

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