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Zeitung in der Grundschule

„Wird es die Zeitung in 100 Jahren noch geben?“


1065 Viertklässler aus 52 Schulen in der Region beteiligen sich an der Tageblatt-Aktion „Zeitung in der Grundschule“. Sie bekommen eine Woche lang die aktuelle Zeitung geliefert und arbeiten damit im Unterricht. Zusätzlich erhalten fünf Klassen die Möglichkeit, das Druckhaus zu besichtigen. Die Kinder kommen zum Tageblatt, aber das Tageblatt auch zu ihnen: Mitarbeiter der Redaktion besuchen jede der Klassen an einem Schultag. Gestern waren Katharina Klocke, Dörte Janßen und Corinna Berghahn in der Wilhelm-Busch-Schule Geismar und Boniaftiusschule I Göttingen.

Druckverfahren im Selbsttest: Sara mit Bleisatz und Filzstift.

© Vetter

Zwei Lehrerinnen, zwei Klassen, zwei Redakteurinnen und ein Fotograf: In der Wilhelm-Busch-Schule waren gestern Vormittag alle Kräfte gebündelt worden. Zehn Kinder aus der 4 c zogen in den Klassenraum der 4 a und zu Lehrerin Katja Suchfort um – aber erst, nachdem sie ihrer Lehrerin Petra Lange-Isermann gebührend zum Geburtstag gratuliert hatten. Ein Lied hatten die Jungen und Mädchen einstudiert, und  statt Grußkarte gab es viele gemalte Glückwünsche auf der Tafel.

Und dann hatten die Redakteurinnen und der Fotograf eine Menge zu tun, die Fragen zum Thema Zeitung zu beantworten. „Was arbeitet ihr am liebsten“, wollte Klara etwa von den Schreiberinnen wissen. „Und wer entscheidet, wo welcher Artikel hinkommt“, kommt sogleich die nächste Frage von David. Wie sehr sich die Viertklässler schon mit dem Thema Zeitung auseinander gesetzt haben, wurde den Redakteurinnen bei den folgenden Fragen bewusst: „Bis wann wurde mit Lettern gedruckt?“ (bis Ende der 70er Jahre), „Was passiert, wenn die Druckmaschine kaputt ist?“, „Wie sieht es eigentlich mit den Einverständnissen für die Bilder aus?“ und „Wird es die Zeitung in 100 Jahren noch geben?“.

Es folgten viele Fragen zum Arbeitsalltag in einer Redaktion, Kamaratechnik, zum Verbrauch von Farbe (rund 140 Tonnen im Jahr), zur Geschichte der Zeitung und den allerschrecklichsten Ereignissen, über die je berichtet wurde. Als die Schulstunde vorbei war, war der Wissensdurst anscheinend noch längst nicht gestillt. Begeistert waren die Viertklässler dennoch: Als Dankeschön wurde den Redakteurinnen eine große gelbe Karte überreicht. 

Hände schnellen in die Höhe

Der Lärm auf dem Schulhof der Bonifatius-Schule I ist ohrenbetäubend. Nachdem die Pause zu Ende ist, drängen alle Schüler ins Gebäude zum Unterricht. Sara führt zusammen mit ihrem Mitschüler Albert die Redakteurin und den Fotografen ins Klassenzimmer. „Das nennt man den „1. Klasse-Sturm“. Aber wir Viertklässler sind cooler: wir warten, bis die unteren Jahrgänge im Gebäude sind“, erklärt Sara in einem abgeklärten Tonfall. Im Klassenzimmer angekommen ist von einer abgeklärten Haltung der Schüler aber nichts mehr zu spüren: Sofort schnellen ihre Hände in die Höhe, um Fragen zu stellen. 

Lucas möchte vom Fotografen wissen, ob er die Spritkosten selbst bezahlen muss. Glücklicherweise übernimmt sein Auftraggeber, also das Tageblatt, diese Kosten, erklärt dieser. Beeindruckt sind die 19 Schüler, als der Fotograf ihnen noch erzählt, dass er bei einem einzelnen Fußballspiel auch schon mal 150 Fotos knippst, von denen dann vielleicht eins  genommen wird. Sara möchten ihm Tipps geben, damit er das Spiel trotz Arbeit auch genießen kann: „Tu doch nur so, als ob du Fotos machst und guck dir das Spiel einfach durch das Objektiv an. Und wenn es mal langweilig ist, machst du halt ein Bild“, rät sie. Dass dann wahrscheinlich auch nur langweilige Bilder entstünden, hat sie bei ihrem Ratschlag aber nicht bedacht.

„Ich fühle mich Karstadt sehr verbunden“, erklärt Lucas seine Vorliebe für Artikel über des Warenhaus und die Wirtschaftsseite. Mit seiner nächsten Frage bringt er die Redakteurin gänzlich aus der Spur: „Was ist eigentlich ein Genussschein?“ „Lucas ist unser Aktienfan. Er liest immer die Statistiken“, erklärt Timon grinsend. Er selbst ist ein eifriger Leser der Wissensschaftsseite. Sara liest gerne die Witze. Schade findet sie aber, dass die Taggi-Kinderseite nur einmal die Woche erscheint.

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  • wird es die zeitung in 10 jahren noch geben? Noprintfuture – 31.05.10
    Hii,

    angesichts des Ipads und des Internets, frage ich mich, wird es zeitungen noch in 10 jahren geben?

    leider ist mir die frage in dem artikel zu 0% beantwortet wurden, bin dankbar für antwort, mfg
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