Zu sehen gibt es in der Schau unter anderem Exponate wie einen alten Fahrkartenentwerter oder eine Zugschlusslaterne. Darüber hinaus sind Modellzüge und Waggons im Maßstab 1:87 zu sehen, darunter etwa auch ein Bodenfelder Zug um 1950.
Außerdem werden Fotos präsentiert, sowohl historische als auch relativ aktuelle, beispielsweise aus den 1990er Jahren oder von 2008. Präsentiert werden auch Zeitungsausschnitte, die wichtige Themen im Zusammenhang mit der Bodenfelder Bahn dokumentieren. Auf diese Weise wird unter anderem an Horrorunfälle an den unbeschrankten Bahnübergängen entlang der Strecke erinnert.
Es gibt jedoch auch erfreulichere Ereignisse aus der Geschichte der Bodenfelder Bahn. So diente der Adelebser Bahnhof 1955 als Kulisse für den von Regisseur Carl Boese gedrehten Film „Die spanische Fliege“. Doch es war ein langer Weg zur Bodenfelder Bahn: Fast 50 Jahre kämpften die Ortschaften zwischen Göttingen und Bodenfelde, allen voran der Flecken Adelebsen, für eine Bahnverbindung. Denn die Menschen im Flecken fühlten sich im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts verkehrspolitisch abgehängt. Fast vier Jahrzehnte lang waren die Initiativen für den Anschluss ans Schienennetz erfolglos. Bahn und Staat verweigerten den Streckenbau zumeist aus finanziellen Erwägungen. 1910 wurde die Strecke endlich gebaut. Schon der Streckenbau brachte den Dörfern bescheidenen wirtschaftlichen Aufschwung. Am 15. August 1910 startete um 4.39 Uhr der erste Zug in Göttingen.
Die Ausstellung wird am Sonntag, 18. April, um 14 Uhr im Steinarbeitermuseum Adelebsen, Kirchweg 8, eröffnet. Geöffnet ist an diesem Tag bis 17 Uhr, ansonsten bis Oktober sonntags von 15 bis 17.30 Uhr. Gruppenbesuche sind ganzjährig nach Vereinbarung möglich, Telefon 0 55 06 / 89 70 und 0 55 06 / 78 01.
Von Jörn Barke
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