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Karnevalsparty in Ballenhausen

200 Gäste schunkeln im Gasthaus Meyer

Von Andreas Fuhrmann

„Zur scharfen Ecke“ heißt das Gasthaus Meyer in Ballenhausen – und ordentlich Pfeffer hatte auch die dortige Karnevalsparty des Ballenhäuser Karnevalsclubs am Sonnabend, 4. Februar.

Hex, hex: Nadine und Juliane (v. r.) samt Um- äh... Anhang.

© Heller

Wegen des großen Andrangs im neu hergerichteten Saal gab es sogar eine Live-Übertragung in die Gaststube.

Ballenhausen. Wenn ein Zwerg, ein Neandertaler und ein Scheich zusammen Currywurst essen, dann ist Karneval in Ballenhausen. Von der Bratwurstbude ist es nicht weit zum großen Saal der Gaststätte Meyer, in dem sich noch mehr skurrile Gestalten tummeln. Treppe rauf, Tür auf und rein ins Vergnügen.

Als erster läuft einem der Nippel alias Andreas Wagner über den Weg. Der Nippel, wie ein Harlekin verkleidet, ist der offizielle Karnevalsprinz von Ballenhausen – und hat immer gute Laune. „Das ist viel Stress, aber auch schön“, sagt der Nippel und lacht. Noch nie habe er so viel Spaß gehabt wie in dieser Funktion.

Spaß haben auch die beiden Hexen Juliane und Nadine – obgleich sie in Begleitung einiger furchterregender Vampire sind. Schunkelnd und singend sitzen sie am Tisch. „Wir gehen bei jedem Lied mit“, sagen die Ballenhäuserinnen. Die moderne Hexe steht eben nicht auf Hänsel, sondern auf Schlager.

Lego-Männchen Marco würde ja auch gerne schunkeln und tanzen, aber das will er nun wirklich niemandem zumuten. Der Ballenhäuser kann sich in seinem kantigen Kostüm aus Pappe kaum um die eigene Achse drehen, ohne jemanden anzurempeln. Schon mit ihm Kontakt aufzunehmen, ist schwierig. „Es klopft dir jeder überall drauf“, sagt er. Ja, so ein Lego-Männchen hat es nicht leicht. Zum Abschied gibt es einen aufmunternden Klaps auf die Schulter.

Aufmunterung braucht Frank Nolte hingegen nicht. Der Mann fürs Grobe vom Ballenhäuser Karnevalsclub strahlt über beide Ohren. „Besser kann es nicht laufen“, jubiliert er. „Ruckzuck“ seien die 200 Karten ausverkauft gewesen. Mehr dürften nicht rein in die „heiligen Hallen“, wie er den frisch renovierten Saal der Gaststätte Meyer nennt – Auflage der Gemeinde. Um niemanden abweisen zu müssen, habe man kurzerhand eine Live-Übertragung in den Gastraum eingerichtet.

Dort wird tatsächlich das Programm aus dem Saal auf einer Leinwand gezeigt. Anlaufpunkt ist dennoch die Theke der alten Kneipe. Das freut vor allem Chefin Hiltrud Meyer, die ein Bier nach dem anderen zapft. „Ein erhebendes Gefühl“ sei das, die vielen Gäste und der volle Saal. Vor etwa 30 Jahren sei dort zuletzt gefeiert worden. Eine Disco. Mit der Hilfe des Dorfes habe man den Saal nun renoviert. Immerhin das älteste Gebäude Ballenhausens, betont die Chefin, die mit ihrer guten Laune glatt dem Nippel Konkurrenz machen könnte.
Wo ist der überhaupt? Egal. Laura, Janine und Sonja sind ebenso lustig. Als Teufel, Geisha und Bayerin verkleidet freuen sich die jungen Damen wie ein Schnitzel. Darauf eine Currywurst.

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