Unter altem Tonnengewölbe: Museums- und Stadtarchivleiter Ernst Böhme und Stadtarchäologin Betty Arndt.
Errichtet wurde das Gebäude nach Kenntnis von Museumsleiter Ernst Böhme um 1680 für ein Mitglied der Honoratiorenfamilie Ebel. Im Gründungsjahr der Universität Göttingen, 1737, sei dort die Posthalterei eingezogen – mitsamt Kutschen, Pferden und Postmeister. Im Zuge von Umbauten wurden durch verschiedene spätere Nutzer Fußböden auf- und der alte Kellereingang zugeschüttet. „Wir haben Räume mit unterschiedlichem Höhenniveau gefunden.“
Während der Sanierung des maroden Gebäudes musste in dem Fachwerkbau die sogenannte Schwelle auf der Grundmauer freigelegt werden, um ihren Zustand zu prüfen. Beim Abtragen der Bodenschichten gab plötzlich die Erde nach. Die Arbeiter gingen dem Phänomen nach – und entdeckten das aus Kalkbruchsteinen gemauerte Tonnengewölbe.
Genutzt wurde der bislang unbekannte Keller von ersten Bewohnern des Hauses wahrscheinlich als Lagerraum. „Statt Kühlschrank“ für Lebensmittel und wohl auch für Kohle zum Heizen, meint Betty Arndt, Leiterin der Stadtarchäologie Göttingen. Ein älterer, im Inneren noch sichtbarer Zugang sowie ein Lichtschacht zum Museumshof wurden irgendwann zugemauert. Deutlich zu erkennen ist eine Nische, die vor Jahrhunderten zum Abstellen einer Kerze diente.
Bei dem Keller handelt es sich um einen einzelnen Raum. „Ein interessantes Detail, das zur Baugeschichte des Hauses Aufschluss gibt“, schätzt Arndt die Entdeckung ein. Die baugeschichtliche Untersuchung sei Grundlage für künftige denkmalpflegerische Entscheidungen im Zuge der Sanierung. Außerdem werde der Raum ausgemessen und für das sogenannte Kellerkataster dokumentiert.
Die Museumsleitung denkt derweil bereits über die künftige Nutzung des Gewölbekellers nach, der nicht wieder unter Bodenschichten verschwinden, sondern offenbleiben soll. Böhme: „Wir wollen ihn möglichst wieder zugänglich machen und in das Museum einbinden.“
Von Katharina Klocke
Kommentare
Thema verfehlt mosaik – 12.03.10
Der Frust des Kommentares ist zwar nachzuvollziehen, aber doch wohl an der falschen Stelle plaziert. Was hat ein archäologisches Thema mit Karstadt und IKEA zu tun- oder: Darf man, bedingt durch die Finanzkrise kein anderes Thema in den Medien mehr plazieren?Mit Gruß Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Keller Bürger – 12.03.10
Toll!!IKEA kommt nicht, eine attraktive Einkaufsgallerie auf dem Stadtbadgelände wird es nicht geben.
Aber wir haben ja neben den Löchern auf den Straßen nun auch noch ein 300 Jahre altes Loch im Boden und einen Oberbürgermeister in der Islamkonferenz.
Die Klientelpolitik der Stadtverwaltung wird sich noch rächen. Wenn Karstadt geschlossen worden wäre, gäbe es kaum noch einen Grund, die Innenstadt aufzusuchen. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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