„Natürlich zahl’ ich“, lautet die GEZ-Kampagne: Die Anmeldung von Radio und TV-Gerät kostet 17,98 Euro pro Monat.
So soll eine Pauschale pro Haushalt eingezogen werden, egal, ob dort Fernsehgerät, Radio oder internetfähige Geräte genutzt werden oder nicht. In Göttingen wären – von möglichen Gebührenbefreiungen einmal abgesehen – rund 76 000 Haushalte betroffen.
Der Fachdienst Statistik der Stadtverwaltung hat das Thema Fernseh- und Rundfunkgebühr im neuesten Statistik-Journal aufgegriffen. Grundlage ist Zahlenmaterial der Gebühreneinzugszentrale (GEZ).
Am 31. Dezember 2009 waren in der Stadt Göttingen 58 087 Fernseh- und Rundfunkteilnehmer gemeldet. 94 Prozent davon sind private Nutzer. Die Anzahl der Fernseh- und Rundfunkteilnehmer ist, so die Statistik, in Göttingen seit 2006 rückläufig. Kontinuierlich ansteigend ist hingegen seit 2002 die Zahl der „fernsehlosen“ Göttinger Haushalte. Gerade einmal 5160 Teilnehmer (9,5 Prozent) zahlten 2002 ausschließlich Rundfunkgebühr, 2005 waren es bereits 5686 (zehn Prozent), und im vergangenen Jahr lag die Zahl bei 6070 (11,1 Prozent).
Unter anderem mit Werbekampagnen – „Natürlich zahl’ ich“ – und sogenannten „Direct-Mailings“ versucht die GEZ ihrem Auftrag gemäß die Menschen zum Anmelden ihrer Geräte zu motivieren und über die Gebührenpflicht zu informieren, erläutert GEZ-Sprecherin Nicole Hurst. Der Anteil an Schwarzsehern liege bundesweit bei sechs bis acht Prozent, so Hurst. Dass es in Universitätsstädten wie etwa Göttingen besonders viele GEZ-Sünder gibt, kann sie nicht bestätigen. Fest stehe indes, dass der Anteil an Schwarzsehern „in Berlin höher als beispielsweise in München ist“. Offensichtlich seien die Süddeutschen gesetzestreuer.
Zwei Millionen Bundesbürger wurden laut GEZ-Geschäftsbericht 2009 angeschrieben und auf die Rundfunkgebührenpflicht hingewiesen – „zur weiteren Sachverhaltsklärung und gegebenenfalls zur Anmeldung als Rundfunkteilnehmer“. Dazu greift die GEZ auf Daten der kommunalen Meldebehörden zurück. Außerdem würden Adressen von Adressanbietern „für einmalige Aktionen“ gemietet, so die GEZ-Sprecherin. Aus den rund zwei Millionen GEZ-Schreiben resultierten vergangenes Jahr 359 400 An- und Zumeldungen.
Im Auftrag der Landesrundfunkanstalten gehen zudem auch die sogenannten Rundfunkgebührenbeauftragten „von Tür zu Tür“, wie es auf der Internet-Präsenz der GEZ heißt. Für den Norddeutschen Rundfunk (NDR) ist das in Göttingen grundsätzlich eine Person, „zeitweilig können aber auch mehrere Beauftragte zum Einsatz kommen,“ erläutert NDR-Sprecher Martin Gartzke. Die Gebührenbeauftragten arbeiten auf Provisionsbasis, bestätigt Gartzke, „ihre Einkommen sind erfolgsabhängig“. Wie hoch die Provision ausfällt, teilt der Sender nicht mit. Im vergangenen Jahr wurden laut NDR in Göttingen „durch den Beauftragtendienst 212 Radios und 282 Fernsehgeräte neu angemeldet“.
Seit 2005 besteht übrigens auch für „neuartige Empfangsgeräte“ eine Gebührenpflicht. Dabei handelt es sich um Internet-PCs und ähnliche empfangstaugliche Geräte. Erstmals von der GEZ erfasst wurden diese 2007. In Göttingen waren damals 188 Teilnehmer gemeldet, 2008 waren es 421 und 2009 stieg die Zahl solcher separat angemeldeter Geräte auf 678. 6194 Göttinger (11,3 Prozent) waren 2009, so die städtische Statistik, von der Rundfunkgebühr befreit. Das ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
Kommentare
Was kommt als nächstes? Gakona – 27.07.10
Was ist als nächstes drann? Hundesteuer obwohl man keinen Hund besitzt? KFZ-Steuer ohne Auto? Warum schafft man die sch...ß Öffendlich-rechtlichen nicht einfach ab?!!!! Alles Raubritter und Verbrecher!!! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenUnd was ist 2013 ein Haushalt? G. Mossner – 26.07.10
2013 kommt die Zwangsgebühr! Dann wird nicht mehr nach Geräten geschnüffelt, sondern nach Personen in Haushalten, nach Beschäftigte in Firmen (da Staffelbeitrag nach ANzahl der Arbeiter) und nach Firmenwagen und weiterhin nach Hotelbetten. SChwierig dürfte es sein, in einer Studentnstadtr wie Göttingen einen Haushalt zu erfassen. Obwohl keine zuverlässige Daten über Haushalte vorliegen können (erst nach Zensus2011 !) hat dieser Hutachter empfohlen, an 17,89 auf "Euro und Vent genau" festzuhalten, um die Akzeptanz in der Bevölkerung für das neue Modell nicht zu gefährden. Für wie blöd hält der eigentlich die dt. Bevölkerung? Eine Beleidigung! des Verfassungsrichters a.D. Oder konnte der als Jurist vielelicht nicht rechnen, denn laut Statistik soll es 40 Mill. Haushalte geben und ein anderer Journalist schrieb, dann 40 Mill. * 17,89 € ergäbe ja genau die Einnahmesumme von 7,2 Mrd.Un dwer rechnet heut schon nach?
Die Verblödungmaschinerie der r.-öffenbtlichen R-ANSTALTEN kann in vielen Pukten, gerade was Rundfunkgebühren anbetrifft, vewiesen werden und deshalb habe ich eine neue Homepage über rundfunkgebuehren/rundfunkbeitrag geschadden. "COM"! Komm doch mal und schau! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Zahlen oder Nichtzahlen Fernseher – 26.07.10
Die Lobbyisten der Rundfunkanstaltenhaben einmal wieder erfolgreiche Arbeit geleistet.
Besser wäre gewesen, wenn die Fernseher/innen durch Argumente zu überzeugen sind und nicht durch Zwangsabgaben.
Ich weiss nicht genau, warum manche Bürger die Zahlung der Gebühren verweigern, sicherlich werden sie gute Gründe dafür haben.
Der Weg der Zwangsabgaben und Zwangseinzugsstellen ist sicher der Falsche und fördert nur die Verdrossenheit.
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Natürlich zahl ich nicht! Helmut Cool – 26.07.10
Ich habe mehrere PCs für privat und die Firma - aber weder Fernseher noch Radio. Die stehen da und brummen vor sich hin - da funkt nichts.Nur weil ich Inhalte der öffentlich-rechtlichen Sende"anstalten" damit beziehen KÖNNTE, zahle ich dafür doch kein Geld.
Ich bekomme ja auch kein Kindergeld dafür, dass ich welche zeugen könnte.
Wenn ich selbst einen live-stream ins Netz stelle, gelte ich dann als "neuartige Rundfunkanstalt"??
Alles sehr unlogisch. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
GEZ, ohjee... pepeshrek – 25.07.10
Die GEZ ist ein schlecht organisierter Haufen.Ich bin ewig gemeldet und bekomme bis heute jährlich Briefe, ich solle überprüfen ob ich gemeldet bin.
Anfangs schrieb ich noch zurück, ich sei bereits gemeldet und man könne ja gern zur Kontrolle auf einen Kaffee vorbeikommen.
Antwort: Keine !
Dann meldete ich ein Geschäftsradio ab (!!)
(Versuchen sie das mal !!).
3 (DREI!!) Einschreibebriefe mit Rückschein sind angeblich nicht angekommen; ich stellte die Zahlung daraufhin einfach ein.
Reaktion ? Keine, außer dem jährlichen Brief, ich solle überprüfen ob ich gemeldet bin.
Da weiß die rechte Hand nicht was die Linke tut !
Für die Zukunft sollte die Zahlung automatisiert werden, das diese Knallchargen eines privaten Vereins nichts mehr damit zu tun haben !! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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