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Land sichert langfristig Standort Göttingen

850 Millionen Euro fürs Göttinger Uni-Klinikum

Von Matthias Heinzel

Eine gigantische Summe will das Land Niedersachsen in den kommenden Jahren ins Göttinger Universitätsklinikum stecken: Bis 2020 sollen insgesamt 850 Millionen Euro investiert werden. Für Göttingen bedeutet das eine langfristige Sicherung des Klinikums und eine Konjunkturspritze auch für die Region in einer Größenordnung, wie Göttingen sie selten gesehen hat.

Städtebaulich verträglicher: der überarbeitete Entwurf für die Neubauten an der Südseite des Klinikum-Hauptgebäudes.

© UMG

Göttingen. 800 Millionen davon fließen in den Krankenhausbetrieb – hauptsächlich in Neubauten. Die übrigen 50 Millionen Euro fließen in Einrichtungen für die Forschung. Das meiste Geld kommt vom Land Niedersachsen, erläutert der scheidende Finanzvorstand Barbara Schulte. 2009 – ein Jahr nach Beginn der Planungen – erteilte das Land den ersten Zuwendungsbescheid. Für die kommenden Jahre hat sich das Land in einem „Zukunftsvertrag“ zu Finanzhilfen verpflichtet. Das nun wieder profitable Klinikum „kann jetzt sogar wieder aus eigener Kraft investieren“, sagt Schulte.

Den Investitionen in den größten Arbeitgeber Göttingens liegt ein Generalentwicklungsplan zugrunde, der in ersten Zügen 2008 erstellt wurde, sich seitdem aber in einigen Details verändert hat. So ist das Finanzvolumen für die bis 2015 reichende erste Baustufe mittlerweile von 150 auf 170 Millionen Euro gestiegen. „Nicht aufgrund einer allgemeinen Kostensteigerung“, betont Schulte, „sondern weil wir aufgrund unserer Leistungssteigerungen den Bauauftrag ausweiten wollen.“ So seien nun zusätzliche Bettenstationen, 20 statt 18 OP-Säle, ein Herzforschungszentrum mit patientennahen Forschungsflächen und weitere Erweiterungen geplant. Ein positiver Nebenaspekt: Die überarbeiteten Entwürfe sehen – auch auf Anregung der Göttinger Stadtverwaltung – niedrigere Bauten vor. Das, sagt Schulte, sei „nicht nur städtebaulich verträglicher, sondern auch funktionaler“.

Besonders stolz ist Schulte, die sich jetzt das Klinikum Essen vornimmt, auf die Modulkonstruktion der Erweiterung in Göttingen: „Jeder Einzelschritt ist für sich allein funktionsfähig und unabhängig von anderen Ausbaustufen.“ Langfristig sei geplant, dass alle bislang ausgelagerten Einrichtungen in das zentrale Gebäude – den jetzigen Hauptbau des Klinikums – ziehen sollen. Davon ausgenommen seien nur die psychiatrischen Kliniken und die Schulen des Uni-Klinikums.

Der Generalentwicklungsplan, erklärt Projektleiter Michael Beurer darüber hinaus, sei nicht von oben herab erstellt worden: An der Ausarbeitung seien etwa 130 Führungskräfte aus allen Abteilungen des Klinikums beteiligt gewesen.

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