Geismar. Einen Antrag zur Umbenennung der Straße in Theodor-Lessing-Straße hatte die SPD gestellt. Für sie ist die Sache klar: Nach den Recherchen des Göttinger Germanisten Frank Möbus sei Heimatdichter Sohnrey „ideologisch eindeutig als Anhänger des Nationalsozialismus“ einzuordnen. „Daher ist es nicht mehr akzeptabel, dass eine Straße in Geismar zum ehrenden Andenken an diesen benannt ist“, heißt es in der Antragsbegründung. Im Ortsrat hofft man nun, dass sich die Prüfverfahren der Uni nicht „ewig hinziehen“ und eine Entscheidung „in absehbarer Zeit“ fallen wird.
Mit einem Untersuchungsergebnis ist aber nach Auskunft von Uni-Sprecher Romas Bielke nicht vor Herbst zu rechnen. Ausgehend von Möbus’ Forschungsergebnissen überprüfen die Uni-Historiker und -Rechtsabteilung derzeit sämtliche Ehrentitel, die sie in der Zeit des Nationalsozialismus verliehen hat. Sohnrey erhielt 1934 die Ehrenbürgerwürde der Universität.
In dem vom Ortsrat angenommen Vorschlag der Verwaltung schlägt sie im Falle einer Umbenennung eine Anhörung der betroffenen Anlieger vor. Das Ergebnis solle dann dem Ortsrat Geismar mitgeteilt werden.
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