Mit einem Bild des Holzhausener Waldes begann die Vorlesung über die Primatenforschung in Afrika. Die sechs- bis zwölfjährigen Teilnehmer staunten nicht schlecht, als Sommer ihnen den Glauben nahm, dass es sich bei dem Foto um einen afrikanischen Wald handelt. Das Interesse der Kinder war geweckt: Danach beschrieb der Wissenschaftler die Evolutionstheorie und bezog bei der Frage nach dem Darwinismus seine Studenten immer wieder in die Vorlesung ein. Mit Beispielen lieferte der Professor aus London Beweise dafür, dass Schimpansen und Menschen sich in ihrem Verhalten sehr ähneln.
Werkzeuge und Medikamente
So bedienen sich auch Schimpansen verschiedener Werkzeuge, um ihr Überleben zu sichern. Zur Nahrungsaufnahme verwenden sie Stöckchen, die sie an einem Ende mit ihren Zähnen präparieren, um möglichst viele Insekten auf einmal aus ihren Nestern angeln zu können. „Honiglöffel“ nannte Sommer die Erfindung der Affen und ergänzte: Je nach Region, in der die Tiere lebten, verhielten sie sich unterschiedlich bei der Nahrungsaufnahme und benutzten unterschiedliche Werkzeuge. „Das ist vergleichbar mit Menschen, die in verschiedenen Kulturen auf unterschiedliche Art und Weise Reis essen“, stellte Sommer die Gemeinsamkeiten heraus und sorgte damit für Staunen im Hörsaal der Georg-August-Universität.
Schimpansen haben sogar die Fähigkeit, sich selbst zu behandeln: Mit dem Fressen rauer Blätter, welche die Verdauung beschleunigen, entledigen sie sich gezielt Parasiten und anderer Krankheitserreger. Am Ende der Vorlesung waren die jungen Zuhörer überzeugt: „Wir sind nur intelligente Tiere.“
Von Daniel Endres
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