Ein Heim für Hunde: Bis zu 500 Tiere sollen auf dem Hopfenberg ein neues Zuhause finden.
Zwischenzeitlich ist der Verkauf des Grundstücks bei Hann. Münden, das laut einem Gutachten 300 000 Euro wert sein soll, gescheitert. „Wir haben nur 100 000 Euro geboten bekommen“, berichtet Fuchs ernüchtert. Der Verein will das Grundstück neu nutzen. Vierbeiner aus der ganzen Republik, aber auch aus den Aktion-Tier-Standorten Spanien und Rumänien, sollen nach Münden kommen.
„Behörden haben häufig das Problem, dass sie Haltern die Tiere eigentlich wegnehmen müssten, sie dies aber wegen fehlender Aufnahmekapazitäten nicht tun können“, erläutert der Vereinssprecher. Durch die Aufnahme beschlagnahmter Hunde wolle der Verein Einnahmen erzielen. Außerdem solle die Einrichtung wieder als Tierheim für Hann. Münden dienen. Auch bis zu 80 Katzen könnten dort eine Unterkunft finden.
Die Tiere will der Verein bundesweit vermitteln. „Wir haben 200 Kooperationspartner, die über das Internet über Neuzugänge informiert werden“, so Fuchs. Er stuft das Projekt als „Zuschussgeschäft“ ein. Aktion Tier wolle es mit Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Erbschaften finanzieren. Die Pläne sind inzwischen soweit gediehen, dass der Verein eine Voranfrage bei der Verwaltung gestellt hat. Fuchs präsentierte das Vorhaben im Bauauschuss.
Thema Lärmschutz
Die Tiere sollen in Kleingruppen von jeweils zehn bis 20 Hunden gehalten werden. „In größeren Gruppen werden schwache Hunde untergebuttert“, erläutert Fuchs. Nachts kommen die Tiere in Gebäuden, die noch zu errichten sind. Dies hat auch mit dem Lärmschutz zu tun. Der Mündener Ortsteil Gimte liegt wenige 100 Meter entfernt. Stadtplaner Siegfried Pflum geht bei 350 Hunden von einer Lärmbelastung von 56 Dezibel aus. Tagsüber läge das unter dem Grenzwert von 60 Dezibel, nachts jedoch über dem von 45 Dezibel.
Im Dezember 2007 lebten 15 Hunde und 60 Katzen auf dem Gelände. Damals waren dort drei Festangestellte, eine Auszubildende und vier Aushilfen tätig. Das Gelände gehört Aktion Tier seit 1994. Bis 2005 arbeiteten die Münchner mit dem Mündener Tierschutzverein zusammen, der dann aber Finanzprobleme bekam.
Von Michael Caspar