„Angst ist das Superbenzin für den Erfolg“, sagte der Wissenschaftler des Universitätsklinikums. Sie motiviere stärker als Geld oder Lob zu großen Leistungen. Allerdings dürfe die Angst nicht übermächtig werden, weil sie sonst lähme.
Die nordkoreanische Mannschaft sei am Montag mit 0:7 Toren gegen Portugal untergegangen, weil die Spieler sich so sehr vor einer Niederlage gefürchtet hätten, dass sie völlig versagt hätten. Die besten Leistungen erbringe der Mensch bei einem mittleren Level der Angst.
Gläubige Menschen könnten Bandelow zufolge im Vorteil sein: Er vermute, dass sie „eine gewisse Fähigkeit haben, die Angst an sich abprallen zu lassen“. Als Neurobiologe erkläre er dies mit der Hirnchemie: „Wenn wir glauben, werden in unserem sogenannten Belohnungssystem Hormone wie Dopamin und Endorphine ausgeschüttet, und diese Endorphine schützen uns vor Ängsten.“ Das Belohnungssystem sei quasi der Gegenspieler des Angstsystems im Gehirn.
Endorphine könnten auch bei einem Kirchenbesuch frei gesetzt werden, wenn der gläubige Mensch Gemeinschaft erlebe und davon ausgehe, „dass es ein höheres Wesen gibt, das uns schützt“, sagte Bandelow.
Mit Blick auf das entscheidende Spiel der deutschen Elf gegen Ghana am heutigen Mittwoch könne es jedoch ein Problem geben. In der westafrikanischen Mannschaft gibt es viele strenggläubige Christen: „Wie soll Gott sich entscheiden, wenn beide Seiten zu ihm beten?“, fragte Bandelow.
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