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Deutsche Meisterschaft

Auf der Suche nach der besten Boxer-Nase

Von Katharina Klocke

Deutschlands Boxer haben einen neuen Meister: Magic-Boy von Santana gilt seit dem vergangenen Wochenende als bester Fährtensucher der Rasse.

Jüngste zweibeinige Teilnehmerin: Lena Kosmalla und ihre Hündin Yani.

© Heller

Ausgetragen wurde die 24. Deutsche Meisterschaft beim Boxer-Klub München, Gruppe Göttingen, mit Stammsitz in Grone. Für Lena Kosmalla und Hündin Yani vom Fichtengarten beginnt der Tag mit Schlangestehen. Leistungsrichterobfrau Cornell Puls nimmt Impfpässe und Wesen der aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Boxer unter die Lupe. „Da ist ja unsere jüngste Teilnehmerin“, begrüßt sie Lena und Yani. Bei der Kontrolle ist alles in Ordnung: Impfung nach Vorschrift, eine freundliche Hündin. Das Team aus Isenbüttel bei Wolfsburg kann bei der 24. Deutschen Meisterschaft für Fährtenhunde antreten.

Seit drei Jahren ist die 14-Jährige Lena mit Unterstützung von Vater Reinhard Kosmalla für Yanis Ausbildung zuständig. Zweimal wöchentlich wird trainiert, vor Wettkämpfen sogar bis zu viermal. Im vergangenen Jahr traten Lena und Yani zum ersten Mal bei der Landesmeisterschaft an. In diesem Jahr qualifizierte sich das Duo schließlich für die Deutsche Meisterschaft.

Nicht immer geht die Sichtung durch Boxerexpertin Puls so schnell wie bei der jungen Niedersächsin. „Bitte einmal an der lockeren Leine gehen“, erbittet Puls von einem angespannt wirkenden Hundeführer und dessen nicht minder aufgeregten Vierbeiner. Ein heftiger Ruck an der Leine des voranstürmenden Kraftpaketes hatte Puls‘ Aufmerksamkeit erregt. Der erwünschte Rundgang aber klappt reibungslos, Herrchen und Hund sind wieder im Einklang – und werden für die Teilnahme durchgewunken.

Monatelang haben die Göttinger Boxerfreunde das Großereignis vorbereitet. „Da muss man schon eine riesige Portion Enthusiasmus und viele Liebe zum Hundesport mitbringen“, kommentiert Marion Schädel, Schriftführerin des Boxer-Klubs, das Arbeitspensum der vergangenen Wochen. 40 Hunde und deren menschlicher Anhang mussten untergebracht und verpflegt, Fährtenleger verpflichtet und ein Transportdienst organisiert werden. Für den Wettkampf wurde ein entsprechend großer Acker gesucht. Fündig wurden Schädel und ihre Mitstreiter bei Diemarden: „Wir sind dankbar, dass uns einige Landwirte Flächen angeboten und sich sogar mit ihrer Arbeit nach unserem Zeitplan gerichtet haben.“

An drei Tagen demonstrierten die vierbeinigen Fährtensucher bei strahlendem Sonnenschein einer nach dem anderen in der Feldmark ihr Können – unter problematischen Bedingungen, sagt Schädel. Auf dem überfrorenen und wieder aufgetauten Acker sei die Fährtensuche nicht einfach gewesen. Rund 300 hundesportbegeisterte Zuschauer verfolgten den Wettstreit vom Feldweg aus. So auch Lenas und Yanis Auftritt, den die Leistungsrichter mit 80 Punkten und Platz 24 bewerteten. Deutschlands beste Boxernase Magic-Boy und sein Besitzer Uwe Horst aus dem hessischen Bruchköbel erzielten 98 Punkte – und die Bewertung „vorzüglich“.

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