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Quartier Am Leinebogen

Baubeginn mit „elendig langer Vorgeschichte“

Von Michael Brakemeier

„Die Geschichte des ehemaligen Stadtbadgeländes ist beendet, es hat die Geschichte des neuen Quartiers Am Leinebogen begonnen.“ Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) war die Erleichterung, dass die „elendig lange Vorgeschichte“ um die Bebauung des ehemaligen Stadtbadareal am Montag zu Ende gegangen ist, deutlich anzumerken. Der Investor Delta Bau aus Hannover hatte mit Vertretern der Stadt, Planern, Baufirmen und neuen Mietern offiziellen Spatenstich gefeiert.

Visionen der Planer: Auf dem Stadtbadgelände sollen zwei Wohn- und Geschäftshäuser entstehen. Hier der Blick vom Waageplatz.

© Delta

Göttingen. Zwei neue Wohn- und Geschäftshäuser will Delta Bau mit einer Stuttgarter Firma als Generalunternehmer auf dem Gelände bauen und mehr als 14 Millionen Euro investieren. Delta-Bau-Vorstand Dirk Streicher rechnet damit, dass der Rohbau bis Mitte 2012 fertig ist. Sämtliche Arbeiten sollen im ersten Quartal 2013 beendet sein. Nach Streichers Angaben sind bislang rund 60 Prozent der Gewerbeflächen „langfristig“ an Mieter vergeben. Die Vermarktung der 20 Wohnungen im Südgebäude werde Anfang 2012 beginnen.

Seit dem Abriss des Stadtbades in 2002 lag das Gelände brach und wurde zuletzt als Parkplatz genutzt. 1998 wurde das alte Bad geschlossen. 2009 erhielt Delta nach einem städtebaulichen Wettbewerb den Zuschlag von der Stadt. Nach Ratsbeschluss und Abschluss des Kaufvertrages im Juni 2010 bekam Delta im Juni 2011 die Baugenehmigung.

Stadtbaurat Thomas Dienberg glaubt, dass von dem neuen Quartier „Impulse für angrenzende Gebäude“ auch jenseits des Leinekanals ausgehen werden. Er betonte, dass sich die Stadt bei der Sanierung der Stockleff-Mühle, der Sanierung der Straße Stumpfebiel und der Gestaltung des Leineufers inklusive neuer Brücke über den Kanal an der Quartierentwicklung beteiligt.

Während des Aushubs der Baugrube ist geplant, dass die leeren Lkw durch Weender Straße, Stumpfebiel und Mühlenstraße die Baustelle anfahren und die beladenen Fahrzeuge durch die Straßen Am Leinekanal und Goetheallee wieder abfahren. Eine Reinigungsanlage auf der Baustelle soll verhindern, dass die Straßen durch Baustellendreck verschmutzt werden. Für die Anlieferung von Beton sollen die Lkw durch Groner-Tor-Straße und Papendiek fahren. Im Papendiek, in der Mühlenstraße und am Leinekanal fallen während der Bauzeit 13 Parkplätze weg.

„Hier ist das Verständnis vieler gefordert“, appellierte Meyer an Anwohner und Händler. Man werde sich an den Baustellenverkehr in den kommenden 15 Monaten gewöhnen müssen. „Vorrang muss nun die Entwicklung der City haben“, sagte Meyer. So gehe es immerhin um die Stärkung der Innenstadt.

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