Das Publikum in der Stadthalle hingegen gehörte mehr zur Alterskategorie 50 plus. Und weil ja nicht mehr viel Zeit bleibt, bis die Genossen am 27. November entscheiden, ob nun Stephan Weil oder Olaf Lies den Wahlkampf anführen soll, haben sich Göttingens frisch gewählter Landrat Bernhard Reuter ebenso wie die SPD-Landtagsabgeordnete Gabriele Andretta gleich mal positioniert: für den hannoverschen Oberbürgermeister Weil. Alte Göttingen-Connection eben, denn Weil hat hier auch mal studiert, gehört sozusagen zur Alterskohorte um die beiden sowie den Bundestagsabgeordneten und Unterbezirksvorsitzenden Thomas Oppermann. Womit Weil zumindest in Südniedersachsen klarer Punktesieger sein dürfte. Für die Redaktion, die derzeit noch mit der Abbildung all der neugewählten Ratsmitglieder und Ortsbürgermeister zu kämpfen hat („Namen sind Nachrichten“) stellte sich die Frage: „Ist denn schon wieder Wahlkampf?“ Die beruhigende Antwort aus den eigenen Reihen: Erst mal ist Weihnachten.
Für die Zeit davor noch ein kleiner Tipp für einen Spaziergang. Dorthin, wo die Stadt das Kiessee-Areals erweitert hat. Zu sehen sind ein paar schön geschwungene Wege, ein umgeleiteter Leinekanal und mittendrin ein aufgeschüttetes Hügelchen samt kreisförmigem Steinkreis, das die einen als „Meyerschen Feldherrnhügel“ bezeichnen, die anderen als „Bonsai-Stonehenge“. Wie auch immer: Anschauen lohnt sich.
Bei diesem Stichwort fällt mir der 60er Jahre Film der Redaktion über Göttingen ein, der vergangenen Sonntag vor gut 450 begeisterten Zuschauern Premiere hatte. Weshalb bereits nach zwei Tagen einige Hundert unserer DVDs verkauft waren. Ein wenig Werbung in eigener Sache: Ein ideales Weihnachtsgeschenk für alle, die Göttingen in jenen Jahren gut kennengelernt haben – oder gar nicht kennen.
Vorweihnachtliches gibt es heute auch im Göttinger Kaufpark: den Erbsensuppen-Verkauf der GT-Aktion „Keiner soll einsam sein“, Teil zwei (nach der Erbsensuppen-Aktion vergangenen Sonnabend am Gänseliesel). Denn hierbei wird unter anderem das Geld gesammelt, das nötig ist, um am 24. Dezember in der Stadthalle Hunderte von Menschen zu beköstigen und zu unterhalten. Unterhaltung verspricht der Kaufpark übrigens auch heute rund um das Suppen-Vergnügen…
Im Verzeichnis des Göttinger Rates übrigens, das mir ein aufmerksamer Kollege gerade schickte, ist der schöne alte geschlechtsneutrale Begriff „Ratsmitglieder“ durchgestrichen und durch „Ratsfrauen und Ratsherren“ ersetzt. Das gab es schon mal. Als die Grünen vor einigen Jahrzehnten frischen Wind in den Ratssaal brachten. Wenn ich mich recht erinnere, ging es damals darum: Wenn schon Ratsherren, dann auch Ratsdamen! Wogegen die Frauen in den grünen Reihen aber protestierten. Bis man sich auf Ratsmitglieder einigte. Jetzt wieder alles von vorn. Die Politik sucht sich eben ihre Themen, wenn sie denn sonst keine hat.
Diskussionsstoff hat hingegen das Klinikum nun ausreichend. Erst verließ Barbara Schulte den Vorstand und die Stadt. Nun geht Cornelius Frömmel – in die Forschung, bleibt aber in der Klinik. Kurz vor den geplanten riesigen Umbauten muss nun dringend ein funktionsfähiger Vorstand her. Noch eine Baustelle für Unipräsidentin Ulrike Beisiegel…
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