Arbeit niedergelegt – Warnstreik: der Göttinger Recycling-Hof ist geschlossen.
Am stärksten von den Warnstreiks war der Stadtbusverkehr in Göttingen betroffen. Die Fahrer hatten sich seit der Frühschicht vor dem Betriebshof in Grone postiert – mit Gewerkschaftsfahnen, Feuerkorb und warmen Getränken. 60 von 80 Bussen blieben nach Angaben eines Unternehmenssprechers auf dem Gelände. 20 Busse wurden auf verschiedenen Linien von einem Subunternehmer gefahren. Ihre Ausfahrt wurden von den Streikenden erst freigegeben, als die Polizei eintraf.
Eltern und Berufspendler hatten sich offenbar auf den angekündigten Streik eingestellt: Nur wenige Fahrgäste standen wartend an den Bushaltestellen. Viele waren aufs Auto umgestiegen. Folge: kurzfristige Staus im Straßenverkehr vor Schul- und Arbeitsbeginn.
Ausgefallen ist der Unterricht für die 1450 Schüler an der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule (IGS). Dort haben die Hausmeister gestreikt. Die Schüler seien bereits am Freitag informiert worden, sagte ein Lehrer. Das Kollegium zeige sich so zum einen solidarisch mit den Stadtbeschäftigten, die seit einer Änderung im vergangenen Jahr erhebliche finanzielle Einbußen hinnehmen müssen. Zum anderen sei es für die Pädagogen nicht möglich, um 6 Uhr den Winterdienst, den Heizungsbetrieb, Putzaufsicht und viele andere Arbeiten der Hausmeister sicher zu stellen.
Ausfälle gab es auch bei der Müllabfuhr: In Göttingen fehlten drei von neun Kolonnen. Dadurch würden Müll, Sperrmüll und Altpapier in einigen Stadtteilen erst an einem späteren Tag geleert oder abgeholt, so ein Betriebssprecher. Ähnliche Verzögerungen gab es im Landkreis Northeim. Geschlossen blieben die Göttinger Bauschuttdeponie und der Recycling-Hof. Im Meldeamt der Stadt mussten Kunden etwas länger warten – es waren nur vier von acht Schaltern besetzt. Auch im benachbarten Kreishaus hatten Beschäftigte ihre Arbeit niedergelegt, gravierende Einschränkungen gab es nach Tageblattinformationen aber nicht.
Die Gewerkschaften Komba und Verdi hatten zum Warnstreik aufgerufen. Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst fordern höhere Tarifzahlungen im Gesamtvolumen von fünf Prozent. Am Mittwoch wird weiter verhandelt.
Von Ulrich Schubert
Kommentare
@DISA ich+ich – 09.02.10
Schön und gut, aber woher weiß ich denn welche Linien / Busse für die NVG fahren und welche für die GÖVB, das steht auf keinem Fahrplan. Wäre mal ein Verbesserungsvorschlag für künftige Streiks... Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenStreik und Verhalten der GoeVB DISA – 09.02.10
Der Streik wurde schon am Freitag auf den Digitalen Fahgastinformationsystemen angekündigt. Auch fuhren vereinzelt Busse, denn das Sub-Unternehmen NVG wurden nicht bestreikt und fuhr planmäßig seine Umläufe ab ( Li.6,9,12 u.a. sowie mehrere Schulfahrten ). Im Internet wurde das auch so angekündigt. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenStreik Oktavia – 09.02.10
Ich bin gegen streiken, vor allem wenn die Wirtschaft in solch einer großen Krise steckt wie jetzt, da muß doch jeder froh sein das er nur Arbeit hat? So viele sind arbeitslos und würden sich freuen einen job zu haben, warum rikieren dann so viele ihre Arbeitsplätze? Ist es nur Gier, alle wollen mehr und mehr und mehr undkeiner ist mehr zufrieden mit dem was er hat, sehr traurig!!!! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
@Bürgerin ich+ich – 09.02.10
Hier spricht mal wieder der pure Neid. Bei dem Streik geht es doch in erster Linie nicht um die Beamten, die in warmen Büros sitzen sondern um Müllabfuhr, Krankenschwestern, Busfahrer etc., die hohe Vereantwortung für die Allgemeinheit tragen und dafür auch entsprechend entlohnt werden wollen. Ob das Gesamtpaket von 5% angemessen ist, sei dahingestellt. Erfahrungsgemäß trifft man sich bei tarifverhandlungen immer irgendwo in der Mitte. Fakt ist jedoch, dass die Arbeitgeber bis heute GAR KEIN Angebot vorgelegt haben, das rechtfertigt den Warnstreik allemal! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenOb dieser Streik wirklich ok war ist Bürgerin – 09.02.10
Guten Morgen,ich finde auch man darf streiken. Aber das ist echt unangemessen. Allein die Forderungen sind übertrieben. Wir stecken in einer Krise und die wollen mehr Geld während andere ihren Job verlieren. Für bessere Arbeitsbedingungen hätte ich noch Verständnis aber fünf Prozent mehr Lohn?
Ich finde das sehr übertrieben von denen, zumal Beamte ja generell schon einige Vorteile haben da sie im öffentlichen Dienst tätig sind. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Streik und Verhalten der GoeVB Thomas – 09.02.10
Guten Morgen,ich bin ja durchaus für Streik. Das ist ein gutes Recht und soll es auch bleiben.
Aber dass die GOEVB bis gestern Abend auf ihrer Webseite noch davon sprach, dass "ein Streik möglich sei und evtl. einige oder alle Linien ganz oder stundenweise ausfallen" und das "Ersatzbusse fahren" (was nicht der Fall war) kann ja nicht wirklich wahr sein.
Internet (und auch Fahrgast-Info-Systeme) sind ja keine Steinplatten, die man mühselig rumschleppen muss. Die funktionieren schon so, dass man sie kurzfristig aktualisieren kann.
Ich erwarte von einem modernen Unternehmen, dass spätestens mit Wissen um Steik-Details diese auch auf der Webseite und den Fahrgast-Info-Systemen bekanntgegeben werden.
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