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Kommentar

Das ganz große Rad

M. Brakemeier

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Von Michael Brakemeier

Der Handwerkskammer ist ein kleiner Handwerksbetrieb ein Dorn im Auge, weil dieser sich nicht penibel an eine ohnehin auf den Prüfstand zu stellende Handwerksordnung hält. Und alle spielen mit: Der Landkreis Göttingen – juristisch korrekt – ermittelt, sammelt ganz investigativ mit Blick durchs Fenster und ins Internet Beweise und dreht dann das ganz große Rad – eine Hausdurchsuchung. Darunter geht es nicht. Auch das Amtsgericht macht munter mit und bescheinigt der Durchsuchung wegen Haareschneidens „verhältnismäßig“ zu sein – in Wissen oder im Unwissen einschlägiger Bundesverfassungsgerichturteile. Da wundert es nicht, wenn der Anwalt von Sascha Arnold, Walter Ratzke, bei den Amtsgerichten eine „evident einseitige Rechtssprechung zugunsten der Handwerkskammern“ sieht. Diesen geht es momentan in erster Linie um die Besitzstandswahrung ihrer Meisterbetriebe. Konkurrenz ohne Meisterbrief ist da nicht erwünscht und wird mit allen Mitteln bekämpft. Daher ist es dringend geboten, den Meisterzwang erneut zu diskutieren.


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  • 20% Andreas grimm – 07.04.10
    Und das, wo wir doch alle wissen, dass auf der Hälfte aller Baustellen(vorsichtige Schätzung) Polen und Russen und andere Vorurteilsträger einen sehr wesentlichen Anteil der Arbeit erledigen und dafür keine Steuern, keine Krankenkasse oder sonstige Sozialabgaben bezahlen, dazu gehörte eben auch die Soka. Und warum sind die wohl so günstig? Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Sper Kommentar Andreas Grimm – 07.04.10
    Ich finde Ihren Beitrag zum Qualitätsbewusstsein oder eben dem eklatanten Mangel daran hervorragend.Ich bin selber Schreiner ohne Meisterbrief und finde es seltsam, dass ich zwar jeder Zeit Schrott Gartenstühle aus China verkaufen darf - wohl wissend, dass die unmöglich einen Monat überstehen können und auf gar keinen Fall mit zertifiziertem Teak Holz aus der Plantage hergestellt wurden- aber nicht die Möbel, die ich selber gebaut habe und für die ich eine Gewährleistung geben muss, die über die gesetztliche weit hinausreicht, da ich meine Kunden nicht verloieren darf. Ich darf Möbel selber bauen, und dann wird höchste Qualität von mir erwartet.Ich darf auch Möbel verkaufen, egal welcher Qualität, darüber entscheidet nur der Markt. Nur die, die ich selbst baue, darf ich nicht so ohne weiteres verkaufen. Schön schräg oder? Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Alternativen / Qualität Michael Pramann – 07.11.09
    Selbstverständlich sollte Qualitätsarbeit im Vordergrund stehen.
    ABER WO HIER SCHON VON EINSTÜTZENDEN dÄCHERN GEREDET WIRD.

    Von was für eine Art von Betrieben wurde die Eissporthalle in Garmisch (?) erbaut, die im Winter vor zwei Jahren unter der Scheelast zusammenbrach?
    Das Berliner (?) Congresszentrum, dass zusammenbrach?

    Von qualifizierten Meisterbetrieben, so würde ich einmal behaupten.
    Pfuscher gehören vom Markt enommen. Da bin cih gleiher Meinung.

    Aber genau da handelt speziell die HWK Hildesheim inkonsequent und beweist somit, dass es ihr somit gar nicht um Qualitätsarbeit geht geht.
    Beispiel:
    Der HWK Hildesheim ist ein Tischlermeister bekannt, der 4 Jahre Lang einen Mitarbeiter VOLL beschäftigt hat, ohne Sozialversicherungsbeiträge abgeführt zu haben.
    Dieser Tischlermneister wurde innerhalb eines Jahres sage und schreibe 4 Mal wegen Betzrugs, u. a. an seinen Kunden verurteilt.
    Auch ich habe gegen diesen Mann geklagt.

    Diesem Meisterbetrieb war Qualitätsarbeit ein Fremdwort.
    All das war der HWK Hildesheim bekannt.
    Unternommen hat die Kammer jedoch ABSOLUT NICHTS.
    Nun müsste jeder ehrbare Meister, da er es zur Kenntnis genommen hat, gegen die HWK Hildesheim auf die Barrikaden gehen. Nur so kann bewisen werden, dass es die Meisterbetriebe ernst meinen.

    Ich will hier niemanden seine fachlichen Qualitäten streitig machen. Aber dies musste einfach einmal gesagt werden.
    Merhrmals habe ich eine Stellungnahme von der HWK Hildesheim gefordert.
    Frau Schwarze, Geschäftsführerin der HWK Hildesheim, sowie alle anderen hüllen sich zu diesem Thema in Schweigen.
    Und da ich dies nun öffentlich bekannt gegeben habe, Herr Spangenberg, würde ich mich wirklich freuen, wenn auch andere Meisterbetriebe sich einmnal in diesem Fall an die HWK Hikldesheim wenden würden.
    Jeder redliche Betrieb sollte sich hier angesprochen fühlen so ein Verhalten der HWK nicht zu dulden.

    Ebenso zu dem Thema Legitimität des HWK-Präsidenten Jürgen Herbst.
    Herr Hersbt hat zum 01.11.2008, also vor 12 Monaten sein Geschäft in Einbeck aufgrund miserabler wirtschaftlicher Lage aufgegeben.
    Dies ist doch wohl ein Verstoß gegen die Handwerksordnung.

    Was gedenken hier die ehrbaren Meister zu unternehmen?

    siehe hierzu:

    http://www.kammerwatch.de/2009/11/01/berechtigte-zweifel-an-der-legitimitaet-des-handwerksprasidenten-der-hwk-hildesheim/

    Was die Alternativen betrifft, siehe bitte:

    http://www.bffk.de/wir-ueber-uns/pro-und-contra.html

    unten ist eine PDF-Datei zum herunterladen.

    in diesem Sinne,

    Michael Pramann
    Tischlermeister
    Eschershausen

    Zwangsmitglied der HWK Hildesheim
    FREIWILLIGES Mitglied im bffk ( Bundesverband für freie Kammern
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  • Alternativen Stephan H – 01.11.09
    Hallo Herr Spangenberg,

    Sie fragen nach alternativen? Sie kritisieren auch das "angelsächsische Modell"? Warum eigentlich? Das ist doch ok, z.B. so wie es in England ist: Jeder kann, muß aber nicht durch eine formale Ausbildung gehen. Autodidakten haben dort auch eine Chance, in Deutschland haben die das kaum...
    Betriebe: Müssen keine Meisterbetriebe sein, um einen AzuBi zu nehmen, es gibt aber Standards von seiten der "Innung", den "City & Guilds", die ein Betrieb erfüllen muß. Vorteil für den Betrieb: Man bekommt einen Mitarbeiter, der Qualität bringt und oft auch nach der Ausbildung bleibt- wenn der Betrieb es sich leisten kann. Der AzuBi fegt dort nicht nur die Werkstatt!
    Es funktioniert, ich habe es im KFZ Bereich gesehen. Die Qualität ist dieselbe wie in Deutschland. Und es gibt vor allem fähigen Quereinsteigern eine gute Chance.

    Ich sehe also eine Alternative, die würde insbesondere unsere Sozialsysteme gut entlasten. Es braucht nur Mut zur Veränderung. Herr Arnold hat sicherlich die Ich-AG Investition des Staates längst zurückgezahlt.

    Gruß
    Stephan H
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  • Früher war alles besser Achim Spangenberg – 15.10.09
    So, früher war also alles besser und ehrlicher!
    Da waren die Betriebe auch noch kleiner, und was glauben sie wohl wofür das Nachtbackverbot stand?
    Das ist auch so eine Regel die im liberalisierungswahn abgeschafft worden ist.
    Glauben sie mir, das macht wirklich keinen Spass 7 Tage in der Woche hinter dem Ofen zustehen, gabs früher nicht, da gabs das Sonntagsbackverbot.Und heute?
    Wer hat denn mit den Füssen abgstimmt? Und als kleiner Famililienbetrieb musst du da mit machen. Was glauben sie warum sich für diese kleinen Betriebe kaum Nachfolger finden? Soviel zum Bäckerhandwerk im speziellen.
    Generell bin ich der Meinung, solange wir noch nichts beseres erfuden haben, sollten wir uns an die Regeln halten die nun mal da sind, immerhin besser als garkeine, oder?
    Mir fehlt einfach in der Debatte die Alternative.
    MFG Achim Spangenberg
    Hedemünden
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  • Zum Kommentar von Bäckermeister Spangenberg Monti Cantsin – 14.10.09
    Gerade vom Bäckerhandwerk bin ich enttäuscht!
    In meiner Kindheit kaufte meine Familie beim Bäcker im Nachbarort einmal im Monat den herrlich - einzigartigen Rosinenstuten, beim Bäcker in der Stadt einmal in der Woche das Schwarzbrot. Das leckerste Mischbrot lieferte der Konditor (!) an der Ecke und das beste Doppelback gab es gleich nebenan. Im Urlaub an der Küste freuten wir uns auf das Schwarzbrot und den feinen Stuten. Das moderne Bäckerhandwerk hat es geschafft, dass ich jeden Tag frisches Brot essen kann – früher wurde das Graubrot nur alle zwei Tage frisch gebacken – das war in Ordnung. Aber es gab Vielfalt – Ihr habt es hin bekommen, dass ich alles frisch und überall das gleiche bekomme.
    Hunderte Sorten – aber jede Sorte schmeckt überall gleich.
    Individualität geht anders. „Qualität“ und Qualität sind zweierlei. Was das Brot angeht: Früher war es besser und ehrlicher!

    Wo ist Ihr Geschäft, Herr Spangenberg, gern teste ich als geschützter Verbraucher Ihre individuelle Qualität! Ein Tipp: Was ist Ihr bestes Produkt?

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  • Meisterzwang und Handwerksordnung Achim Spangenberg, Bäckermeister Hedemünden – 13.10.09
    Mal abgesehen davon was ich von der rechtstreue des Komentators halten soll, und auch einmal abgesehen von der völlig überzogenen Reaktion des Landkreises, greift die plumpe Forderung nach Abschaffung des Meisterzwanges und der Handwerksorganisationen wie Kreishandwerkerschaft und Handwerkskammern oder auch Innungen einfach zu kurz.
    Einfach loszulegen mit der Meinung Konkurenz belebe das Geschäft, und würde dem Verbrauch aufgrund des größeren Angebotes ja auch güntigere Preise bescheren, gleichzeitig lauthals nach Mindestlöhnen zu rufen das passt nicht zusammen. Stellen wir uns einmal vor jeder der grad einen Pinsel in der Hand halten kann malert so drauf los, was da mit den gezahlten Löhnen passiert? Tarifautonomie ade! Mit wem wollen sie den verhandeln. Vom Verbraucherschutz mal ganz abgesehen. Das ist alles ein bischen einfach gedacht, und die das braune Totschlagargument, die Kammern wären im 3. Reich gegründet und gehörten schon alein aus dieser Begründung abgeschafft ist nicht nur kurzsichtigt sondern auch frech.
    Wenn wir schon Wettbewerb wollen, dann aber für alle nach klaren Regeln, so funktioniert nun mal die "soziale Marktwirtschaft" und diese sollten für alle gelten.
    Etwas anderes wäre es doch wohl wenn mann sich an dieser Stelle mal Gedanke über den Zugang zu erwerb des Meisterbriefes Gedanken macht, das ist ja genügent Spielraum. Es muss ja nicht immer Klassisch vom Lehrling ber den Gesselen zum Meister laufen. Und nicht zuletzt ärgert mich an der geschilderten Haltung, das die Handwerksmeister, Kaufleute, oder wie auch immer welche sich an die Regeln halten am Ende die Dummen sind. Ich hbe mir meinen Meisterbrief selber bezahlen müssen, und nun soll ich zu sehen wie es ein mit einem Kommen und gehen auf dem Markt, die bestehenden tariftreuen Betriebe kaputt gemacht werden, nur weil ein paar Leute ein Problem haben sich an Regeln zu halten? Das ist meiner Meinung nach nicht nachzuvollziehen.
    Schicken sie den Visagisten vor den Prüfungsauschuß, wenn ers kann, dann kann er´s und dann ist es gut,inklusive der Kalkulation.
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  • Schwarzarbeit Manfred Loose, Verein Sokafrei e.V. – 12.10.09
    bei der gesamzen Diskussion wird leider vergessen, das die Beiträge sind, die die Betriebe zuusätzlich in die Schwarzarbeit treibt.
    Beispiel: Für das Baugewerbe wird von den Baubetrieben eine zusätzliche Abgabe zu den Lohnkosten von etwa 20% gefordert, die der Arbeitgeber alleine bezahlen muss. Damit werden im Baugewerbe die Lohnkosten für die Betriebe um 20% vertreuert, weas jedoch bei Kunden ncit immer abgwälzt werden kann. Kleiner Betriebe kennen diese Regelung vielfach nicht und müssen, dann 4 Jahre nachzahlen, was für viele Betriebe den Ruin bedeutet.

    Diese Regelung ist für alle ein Problem auch für die Meisterbetriebe.

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  • IHK und die (braune) Vergangenheit Analyst1 – 09.10.09
    Herr Pramann,
    ich hatte schon mehrfach den Vorschlag gemacht, daß tausende Zwangsmitglieder den Zwangsbeitrag verweigern. Nur so erledigt sich sich diese Abzocke.
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  • Nicht nur der MEISTER-Zwang Michael Pramann – 08.10.09
    Ein ganz grosses Lob an das GÖTTINGER TAGEBLATT und an Herrn Brakemeier für diesen objektiven Bericht, sowie des trefflichem Kommentars.

    Allerdings nicht nur der Meisterzwang gehört auf den Prüfstand. Der Kammerzwang im Allgemeinen gehört nicht nur auf den Prüfstand sondern abgeschfft.

    Ein Relikt aus dem 3. Reich.

    Mir ist gerade eine Pfändungsankündigung im Auftrag der Handwerkskammer Hildesheim ins Haus geflattert. Aufgrund Zahlungsverweigerung der Zwangsbeiträge.

    Zwangsbeiträge für null Leistung. Und das auch noch per Vorkasse.

    Wo gibt es so etwas sonst noch, ausser in diesem Lande?

    Michael Pramann
    Eschershausen

    Zwangsmitglied der Handwerkskammer Hildesheim
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