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Göttinger Arzt gibt Tipps

Das große Gähnen: Wenn der Frühling müde macht

Der Frühling: Die Pflanzen sprießen, die Vögel kehren zurück, die Tage werden länger – und der Mensch wird von der Frühjahrsmüdigkeit eingeholt? Sind die Klagen vieler Menschen berechtigt oder ist alles nur ein Mythos? Das Tageblatt hörte sich um.

Sonne, Blüten – und dann das große Gähnen: Gegen die Frühjahrsmüdigkeit helfen Bewegung, frische Luft und ein gesunder Durst.

© Hildenbrand
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„Die Mediziner sind sich nicht sicher, woher das Phänomen kommt“, erzählt Alexander Czech, Allgemeinmediziner und beratender Arzt der Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen, Bezirksstelle Göttingen. „Es ist eine Umstellung und Anpassung des Körpers.“ Der sei nach dem Winter ausgelaugt und habe eine Serotonin-Armut. Serotonin sei ein Botenstoff, der sehr intensiv von der Sonneneinstrahlung abhänge und für die Stimmungslage verantwortlich sei. „Wer im Winter viel drinnen war, der fühlt sich schnell schlaff und müde“, erklärt der Mediziner. Zwei Wochen würde die Umstellung ungefähr dauern. „Die Müdigkeit ist ein Zeichen für die Umstellung der Hormone“, sagt Czech. Natürlich fühlten sich die Menschen im Winter auch schlapp. Aber wenn die Tage länger würden, die Temperatur steige und die Sonnenscheindauer zunehme, schalte der Körper um. Dies erfordere eine gewisse Energie. Die Folge: Müdigkeit.

Viele Göttinger fühlen sich derzeit jedoch, vor allem wegen der vielen Sonne in den vergangenen Tagen, eher aktiviert. Bei Gundula Bachmann gibt es keine Spur von Umstellungsproblemen: „Ich merke nichts. Es regt mich eher an nach dem kalten Winter.“ Die Göttingerin weiß nicht, warum sie müde sein sollte. „Einigen fällt der Wetterwechsel schwer, ich finde das aber schön. Die Tage werden länger, da wird man doch aktiv.“

Katrin Seiter-Westerhoff fühlt sich ebenfalls nicht besonders schlapp: „So richtig kenne ich keine Frühjahrsmüdigkeit“, sagt die 35-Jährige. „Ich finde, es kommt eher auf die Tagesform an. Ich fühle mich von der Sonne belebt.“

Und was kann man dennoch unternehmen, wenn man übermäßig müde ist? Mediziner Czech rät: „Wenn man viel Zeit an der frischen Luft verbringt, sich bewegt und gesund ernährt, geschieht die Anpassung schneller.“ Wichtig sei zudem, immer ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. „Dabei muss beachtet werden, dass schwarzer Tee und Kaffee nicht geeignet sind. Dann muss man zusätzlich Flüssigkeit zu sich nehmen.“ Er empfehle, Wasser oder Früchtetee zu trinken.

Christopher Piltz


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