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Stellungnahme von Pater Manfred Hösl

„Die Stunde der Opfer“


Jesuiten-Pater Manfred Hösl, Pfarrer an St. Michael, hat sich in einer Mitteilung dafür ausgesprochen, die Opfer des Missbrauchsskandals in den Mittelpunkt zu rücken: „So mancher von ihnen wird sich schämen, andere werden jetzt das angstvolle Gefühl haben, dass die Wunden wieder aufgerissen werden. Ihnen, den Opfern, muss die diskrete und solidarische Aufmerksamkeit als Erste zuteil werden.“

Hösl wirkte selbst sieben Jahre lang als Schulseelsorger in dem ebenfalls vom Missbrauchsskandal betroffenen Kolleg St. Blasien im Schwarzwald. Die fraglichen Vorfälle um den Jesuitenpater Wolfgang S. liegen allerdings weit vor seiner Zeit. Es sei „abgrundtief traurig“, das eigene Kolleg in den Schlagzeilen zu sehen: „Man möchte ‚Entschuldigung!‘ sagen und doch kommt einem das Wort so mickrig vor, dass man es kaum über die Lippen bringt.“ Alles wirke „so abgebrannt“. Es werde „sicher so sein, dass die verantwortlichen Mitbrüder schuldig geworden sind, von den damaligen Täter-Mitbrüdern ganz zu schweigen“. Er hoffe, dass die Wahrheit nun freimachen könne. Der Blick müsse nach vorne gehen, „mutig, kritisch, ehrlich bis zur Schmerzgrenze und wenn es sein muss auch darüber hinaus“. Zunächst müsse aber vor allem „die Stunde der Opfer“ sein.

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