Göttingen. Nach Tageblatt-Informationen war Medizinstudent Farhan A. auf Drängen seiner syrischen Familie die Ehe mit einer anderen, aus Syrien stammenden Frau eingegangen. Dennoch hielt der 24-Jährige Syrer an der Liebesbeziehung zu Oshrit H. fest und verschwieg zunächst seine Eheschließung. Als er ihr die Heirat schließlich gestand, soll seine Freundin sofort entschieden haben, sich von ihm zu trennen.
Obwohl sich die beiden noch mehrfach trafen, blieb die Studentin bei ihrer Entscheidung. Eine Trennung von seiner großen Liebe jedoch wollte Farhan A. nicht akzeptieren. Das Fehlen jeder Spuren eines Kampfes in der Wohnung von Oshrit H. deutet zudem darauf hin, dass die Tötung der Studentin keine spontane Verzweiflungstat war, sondern zumindest gedanklich vorbereitet wurde.
Diese Informationen aus dem Umfeld der Getöteten wollen Staatsanwaltschaft und Polizei derzeit weder bestätigen noch dementieren. Nach wie vor schweigen die Ermittler auch über den Fortgang der Fahndung. Der gesuchte Farhan A., der sich noch vor der Entdeckung der Leiche seiner Freundin in die Türkei abgesetzt hatte, habe „bisher nicht festgesetzt werden können“, erklärte Staatsanwaltschafts-Sprecher Hans-Hugo Heimgärtner auf Tageblatt-Anfrage.
Zu der Vorgeschichte um Liebe, Verheiratung und Eifersucht erklärte Heimgärtner nur, Opfer und mutmaßlicher Täter seien „ganz offensichtlich sehr gut befreundet“ gewesen. Dann sei „die Freundschaft beendet worden“. Ebenso unbeantwortet blieb die Frage, ob sich Farhan A. mittlerweile in Syrien aufhalte. Auch die Göttinger Polizei, die eine Mordkommission zur Aufklärung der Tat eingesetzt hat, wollte zu den Hintergründen und dem Stand der Ermittlungen keine Auskunft geben.
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