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Schuss löst sich und trifft Lastwagen auf B 27

Dreibeiniger Keiler verletzt zwei Jäger im Mais

Von Jürgen Gückel

Dramatischer Jagdunfall im Maisfeld: Ein dreibeiniger, mehr als 100 Kilogramm schwerer und schwer verletzter Wildschwein-Keiler hat in einem Maisfeld bei Groß Schneen zwei Jäger angegriffen und einen von ihnen schwer verletzt. Der zweite Jäger stürzt e durch die Wucht des heranstürmenden Tieres.

Wildschwein-Keiler erlegt im Mais: Für Jagdpächter wachsen sich Maisfelder zum Horror aus. Hier ein Foto aus Rotenburg.

© Krüger

Dabei löste sich ein Schuss aus seiner Flinte, der in den Aufbau eines vorbeifahrenden Lastwagens einschlug und in der Rückseite des Führerhauses stecken blieb. Ein dritter Jäger erlegte schließlich das tobende Tier.

Es war ein Jagdunfall, wie ihn Jäger in Südniedersachsen lange befürchtet haben. Auf immer mehr und immer größeren Feldern wird Mais angebaut, um ihn in Biogasanlagen zu Energie umzuwandeln. Binnen weniger Jahre hat sich der Maisanbau in Niedersachsen vervierfacht. Kreisjägermeister Ernst-Friedrich Wille spricht von „Horror“ und meint: „Wir Jäger schlagen fast Rad.“ Riesige Flächen würden durch den Maisanbau der Jagd praktisch entzogen. Darin tummeln sich mindestens ab Ende August die Sauen mit ihren Frischlingen, leben „wie im Paradies“ und seien praktisch unbejagbar. Dabei richteten sie gewaltige Schäden an, die die Jagdpächter teuer zu stehen kommen. Bis Mitte Oktober falle die Wildschweingjagd praktisch aus oder könne nur unter unverantwortbaren Risiken betrieben werden.

Oft werden die Wildschweine, die sich von Maiskolben ernähren und wegen Pfützen im Feld dieses praktisch nicht mehr verlassen müssen, parallel zur Erntearbeit gejagt. Häcksler machen das Feld immer kleiner, herausstürmende Sauen werden geschossen. Am Donnerstag wurden zwei Tiere erlegt, ehe es zum Unfall kam.Weil Häcksler und Transportfahrzeuge in Schussnähe sind, lehnen viele Jäger diese Art Jagd als zu gefährlich ab.

Am Donnerstag lauerten drei Jäger an dem Feld nahe der B 27 nördlich von Groß Schneen auf Sauen, als der Landwirt um Hilfe bat. Er habe mit der Erntemaschine eine Sau angefahren und verletzt. Tatsächlich wurde ein abgetrennter blutiger „Wurf“ (Rüsselteller) gefunden. Unmittelbar danach wurde einer der Jäger von einem gewaltigen Keiler angegriffen. Weil das Tier offenbar nur mit drei Beinen aufgewachsen war – der rechte Vorderlauf fehlte –, hatte es vor der Erntemaschine nicht fliehen können, war verletzt worden und entsprechend aggressiv. Beim Sturz des Jägers löste sich ein Schuss. Erst Stunden später wurde der Polizei von einer Spedition aus Duderstadt gemeldet, das dieser einen Lastwagen getroffen hatte, der gerade vorbeifuhr.
Schließlich griff das tobende Tier einen 63 Jahre alten Jäger an und verletzte ihn am Bein schwer. Er musste notoperiert werden. Mitpächter der Jagd, Karsten Schönewald, erlegte den Keiler. „Der größte, den ich je gesehen habe.“

Für Schönewald war das das Ende seiner jagdlichen Ambitionen, sagte er gestern. Das Hobby sei ruinös. Im Vorjahr hatte er allein für sein Revier mit 6300 Euro Landwirte für Wildschweinschäden entschädigen müssen. Dabei sei eine ordentliche Waid wegen riesiger Schläge Raps und Mais gar nicht mehr möglich.

Das Problem, so Kreisjägermeister Wille, werde mit weiteren Biogasanlagen, die fast nur Mais benötigen, noch zunehmen. In einem Gespräch am 5. Oktober mit Landvolk und Biogas-Betreibern wolle die Jägerschaft „Klartext reden“. Wille: „In Maisfeldern zu jagen ist riskant bis fahrlässig. Ich lehne das künftig ab.“

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  • Märchenstunde? Unbestechlicher – 05.11.10
    Erstens steht auf dem Foto der Mais noch, zweitens steht im Bericht das die Wildschweine aus dem Mais flüchten. Wenn sie also verletzt werden ist das auch die Schuld der Jäger die auf sie schiessen und die Schweine somit veranlassen zu den Erntemaschinen zu rennen. Jäger unterstellen anderen immer sie könnten einfachste Zusammenhänge nicht erfassen. Lesen können wir noch. Was erwarten diese Tierquäler wenn sie ein Feld umstellen und uaf alles schießen, sogar ohne sicheren Kugelfang wie der Schuss in den LKW zeigte. Hätte genausogut den angeblichen Mähdrescherfahrer treffen können, oder Autofahrer. Was sagt denn die BG dazu? Die weiß natürlich nichts davon :-) Schade um das Tier! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Höflichkeit ist eine Zier Ingo – 26.09.10
    Der Art unqualifizierte Kommentare sollten hier gelöscht werden.
    Ich stimme auch nicht diversen Argumenten hier zu, aber persönliche Beleidigungen, auch wenn sie anonym erfolgen sind trotzdem strafbar!
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Jagdunfall jagdfrau – 26.09.10
    @fibi u. sunia
    mal sehen, wenn die Wildschweine bald bei euch im Vorgarten stehen,
    ob ihr dann immer noch so denkt!
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  • Jagd ist eine Gefahr für Mensch und Tier !?! Morg – 26.09.10
    Stimmt genau. Deshalb werden Jäger so umfassend ausgebildet und zur Beachtung aller erdenklichen Sicherheitsmaßnahmen verpflichtet. Jagd ist vor allem Dienst an der Allgemeinheit und die besteht auch aus Jagdgegnern und/oder uninformierten Menschen, die ökologische Zusammenhänge in unserer Kulturlandschaft nicht verstehen.(können oder wollen)
    Dieser finanziell und Zeitaufwändige Dienst unter Einsatz ihrer Gesundheit wird Jägern oft mit Verachtung oder Angriffen gelohnt. Kommt es aber zu Konflikten mit Wildtieren in Siedlungsgebieten wird von den gleichen Leuten laut um Hilfe gerufen.
    Wo Mensch und Tier aufeinandertreffen kommt es immer zu unvorhersehbaren Situationen und zu Unfällen.
    Anerkennung für den diesen tierschutzgerechten Einsatz und Mut der beteiligten Jäger. Gute Genesung den Verletzten.
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Kommentar gelöscht ne – 26.09.10
    An dieser Stelle wurde durch die Redaktion ein Kommentar gelöscht, da er nicht den Nutzungsbedingungen entsprach. Die Nutzungsbedingungen für Leserkommentare auf den Internetseiten des Tageblattes finden Sie hier: http://www.goettinger-tageblatt.de/Portal-Service/Nutzungsbedingungen. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Jagd ist eine Gefahr für Mensch und Tier Fibi – 26.09.10
    Bravo. Und wieder gefährden Jäger das Leben von Menschen und Tieren. Der Lastwagenfahrer hätte tot sein können, der Lkw wiederum in andere Fahrzeuge rasen können. Mais wird nicht nur für Biogasanlagen angebaut sondern insbesondere zur Mästung von Tieren mit dem einzigen Ziel, diese schnell auswachsen zu sehen, um sie schlussendlich feige umzubringen für ein Lebensmittel, das außer ein wenig Eisen und B12 ziemlich ungesund ist, Leid verursacht, die Umwelt massiv belastet, sauberes Trinkwasser verschwendet usw. Die Jäger sind nur ein Glied in dieser Kette. Es wird Zeit, dass die Bevölkerung dieser hoch und schwer bewaffneten Minderheit die Stirn bietet. Es wird leider nur eine Frage der Zeit sein, wann neben den unzähligen Abermillionen Tieren pro Jahr, unzähligen Haustieren, geschützen und seltenen Tierarten auch wieder Menschen verletzt und gefährdet werden. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Dreibeiniger Keiler verletzt zwei Jäger im Mais evi – 26.09.10
    Die Sau wurde ja nicht durch die Jäger verletzt, sondern durch die Erntemaschine. Die Jäger haben das Tier getötet, da es über die B27 geflüchtet ist und sich dort im Graben neben einem viel befahrenen Fahrrardweg eingeschoben hat. Dort hätte der Keiler auch Spaziergänger annehmen können.
    Das der Mensch den Wildtieren Lebensraum nimmt und diesen zerschneidet, sehen wir Jäger genauso. Leider wird es nun mal Wildschaden genannt, wenn es darum geht, wer bezahlen muss, wenn Wild sich in den großen Getreideschlägen an den gut gedeckten Tisch setzt und sich verständlicher Weise bedient. Wild ist eigentlich herrenlos, die meisten Jäger haben aber solche Pachtverträge, in denen sie dazu verpflichtet sind, diesen vom Wild verursachten "Schaden" zu bezahlen. Und dies kann, angesichts der sich in den letzten Jahren veränderten Anbauweise, nicht mehr so weitergehen.
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  • Recht auf Leben sunia – 26.09.10
    Ich trauere um das getötete Wildschein. Endlich mal ein nichtmenschliches Tier, das sich gegen das Jagen (die Lust am Töten) wehrte. Wir haben kein Recht, andere Lebewesen zu töten! Deren Leben ist genauso viel wert wie unseres. Doch wieder wurde ein fühlendes Lewesen ohne jeden Grund getötet, unter Missachtung des Rechts auf Leben und Wertes des Lebens für alle Tierarten. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Sauenfreundes Kommentar Schwarzwildjäger – 25.09.10
    find ich gut. Stil, Verstand,
    Esprit.Eine sehr interessante und förderfähige Sichtweise.
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  • Sauenfreund Thomas – 25.09.10
    Tolle Kommentar,dann nimm doch deine 7 sachen und reise in diese zeit zurück aber lass die ganzen anderen Annehmlichkeiten bitte hier wie zB. den pc womit du diesen text geschrieben hast. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • sauenfreund immi – 25.09.10
    sauenfreund - hast du zuviel zeit ?
    oder warum schreibst du solch einen blödsinn ?
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Herrrrr Gückel Sauenfreund – 25.09.10
    Wildschaden ? Hallo ?
    Bitte einmal intensiv nachdenken.
    Bevor der Mensch kam, Neandertaler sag ich mal , oder Barbar, oder Römer, war die Gattung "Sau" in dieser Landschaft zu Hause. Ebenso wie das Przewalskipferd, Wolf, Luchs
    und Urwildrind.
    Nun, erst dann kam der "Mensch" und baute Hütten, Dörfer, Städte.

    Hat der Mensch die Sau gefragt, ob er das darf ? Ich glaue nicht.

    Wir Menschen haben die Wildtiere aus ihren angestammten, jahrmillionen alten Lebensraumen verdrängt. Weg sind sie die Urwälder, die Auen, die Waldlandschaften. Wenn hier einer Schaden macht, so ist es "der Mensch".
    Zersiedelung, Ausbeutung und Zerstörung der Landschaft, ehemals Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

    Natürlich haben wir Vorrechte und Ansprüche an die Landschaft, das will ich gern einräumen, aber auch Tiere haben Anspruch auf Landschaftsnutzung und Wildschaden ist es allemal nicht. Die Tiere nehmen sich einen geringen Teil dessen, was wir ihnen weggenommen haben. Und werden dafür auch noch getötet.
    Nun, wenn sich da eine Sau wehrt, ist doch klar dass sie erbosst und wütend ist, wäs würden Sie tun, wenn sich plötzlich jemand in ihr Haus setzt und sagt, das ist jetzt meines, raus hier ?



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