„Grenzüberschreitendes soziales Engagement“ nach dem Vorbild der von den Nationalsozialisten in Auschwitz ermordeten Ordensschwester, Philosophin und Frauenrechtlern Edith Stein ist Hauptkriterium für die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung durch den Göttinger Edith-Stein-Kreis. „Inspiriert durch die Theologie der Befreiung hat Schwester Karoline in ihrem Leben nationale, kulturelle und gesellschaftliche Grenzen überschritten und lebt als Christin und Gründerin der Schwesterngemeinschaft Comunidad de Jesús sowie als Seelsorgerin einer Basisgemeinde überzeugend die frohe Botschaft des Evangeliums im Dienst an den Armen“, begründet Heiner J. Willen, Vorsitzender des Edith-Stein-Kreises, die diesjährige Jurywahl.
Mission in Südamerika
Mayer, die sich bereits in ihrer Kindheit zur Missionarin berufen fühlte, wurde 1968 vom Steyler Missionsorden nach Chile entsandt. Sie studierte an der Universität von Santiago und erwarb ein Diplom als Universitäts-Krankenschwester. Die Schwester arbeitete in Armenvierteln – auch nach dem Ordensaustritt 1973 und während der Militärherrschaft Pinochets. „Ich wollte unter den Armen sein“, erklärt die gebürtige Bayerin ihr Engagement. „Sie kämpfte für die Menschenrechte und nahm teil am passiven Widerstand gegen die Diktatur“, so Willen. In Göttingen warb Mayer während eines Aufenthaltes um Unterstützung für ihre Arbeit, was 1974 die Hilfsaktion „Eine Apfelsine für Schwester Karoline“ auslöste.
Die heute 66-Jährige unterstützte die Armenspeisung, organisierte den Bau von Kindertagesstätten, initiierte Stiftungsgründungen in Chile, Bolivien und Peru und setzte sich für die Rechte misshandelter Frauen und Kinder ein. Den Preis nehme sie stellvertretend entgegen, „für meine Mitarbeiterinnen und alle Frauen, die in den vergangenen Jahrhunderten gekämpft haben“.
Die Preisverleihung findet am Sonntag, 15. November, um 18 Uhr im Alten Rathaus statt.
Von Katharina Klocke
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