Der Fundus des DT ist nur eine der Stationen beim „Blick hinter die Kulissen“, einer Entdeckungstour im Rahmen des Stadtführungsfestivals, durch die Bereiche des Theaters, die Besuchern sonst verschlossen bleiben. „Mehr als 100 000 Teile“ umfasst der Kostümfundus. Heidi Hampe ist Leiterin der Herrenschneiderei. „Es gibt immer mehr Männer im Ensemble“, erfahren die rund 20 Besucher. Die DT-Schauspieler sind vermessen. „Aber sie werden immer mal wieder vermessen“, sagt Hampe. Mal wird einer dicker, mal dünner, die Kostüme müssen immer sitzen. „Die Jacken haben Futter und sind sehr aufwendig gearbeitet. Ist das denn nötig?“, möchte ein Besucher wissen. „Ja, die Sachen werden sehr beansprucht“, so Hampe.
Das gilt auch für die große Bühne. Es ist Nachmittag. Die Schauspielproben vom Vormittag sind vorbei, die Vorstellung „Verbrechen und Strafe“ noch ein paar Stunden entfernt. Die Stunden der Bühnenarbeiter. Es dröhnt, quietscht, brummt, die Männer schieben meterhohe schwarze Wände hin und her. Den Arbeitslärm versucht Mirko Schombert zu übertönen. Der Theaterpädagoge erklärt den Gästen, wie eine Produktion im Deutschen Theater abläuft, wer von den rund 170 Mitarbeitern welche Aufgabe hat, wie viel Aufwand und Geld nötig sind, bis ein Stück aufgeführt werden kann. „Ohne öffentliche Gelder müsste eine Karte mehr als 100 Euro kosten“, sagt er. Unterdessen fahren zwei Techniker nebst Klavier von der Hauptbühne durch eine Falltür ganz langsam in den Keller. Auf der Hinterbühne wird gebohrt.
Den schwarzen Wänden und dem schwarzen Holzboden sieht man an, dass dort schwer gearbeitet wird – vor und während der Vorstellung. 14 Meter hoch ist der Bühnenhimmel, und er hängt voller Zugstangen. Querstangen, gesteuert über Maschinenzüge, an denen mal Schauspieler, mal Vorhänge, mal Scheinwerfer hängen. In wenigen Stunden ist davon nichts mehr zu sehen. Wenn sich der Vorhang hebt, gehört die Bühne wieder den Schauspielern.
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