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Göttingen: Familie mit vier Kindern soll in den Kosovo

Familie soll nach 17 Jahren abgeschoben werden

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) protestiert gegen die für heute geplante Abschiebung einer sechsköpfigen Roma-Familie aus Göttingen in den Kosovo. Die Mutter und die vier in Göttingen geborenen Kinder halten sich versteckt, der Vater Semsi R. sitzt in Abschiebehaft.

Von Abschiebung bedroht: die Zwillinge Almedin und Eldin.

© EF
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Am Ende besiegelte ein Mitarbeiter der Göttinger Ausländerbehörde das Schicksal von Semsi R.: Als dieser noch einmal auf dem Amt erschien, um die Duldung seiner Familie zu verlängern, rief der Mitarbeiter die Polizei, die R. in Abschiebehaft nahm.

Vorangegangen waren langwierige rechtliche Auseinandersetzungen. Gerichte hatten gegen Eilanträge entschieden, die R. gegen die Abschiebung gestellt hatte. Das Problem laut GfbV: Die Flüchtlinge hätten sich bis 2007 aus Angst vor Diskriminierung als Albaner bezeichnet und erst dann ihre Zugehörigkeit zur Roma-Gruppe offenbart. Die Familie floh nach Frankreich, wurde von dortigen Sicherheitsbeamten aber wieder nach Deutschland gebracht.

Die GfbV reagierte bestürzt auf die Ankündigung der Abschiebung: „Offenbar lassen sich die Behörden zu eiskalten Vollstreckern einer hartherzigen deutschen Flüchtlingspolitik machen“, so der GfbV-Vorsitzende Tilman Zülch. Die vier Söhne des 41-jährigen R., der vor 17 Jahren nach Deutschland kam, seien in Göttingen geboren und fühlten sich als Deutsche, Deutsch sei ihre zweite Muttersprache. Für die Kinder sei die Abschiebung in das Herkunftsland eine „Deportation ins Nichts“, so Zülch. R. habe sich intensiv um Arbeit bemüht und sich zwischendurch auch als selbstständiger Autohändler versucht.

Neues Abkommen

Die Stadt Göttingen zeichnet auf Anfrage ein anderes Bild der Familie. Diese habe seit 1992 mangelhafte eigene Integrationsleistungen erbracht, so Stadtsprecher Detlef Johannson. Dies sei auch dokumentiert durch „die ebenfalls mangelhafte Unterrichtspräsenz der Kinder“. Die pädagogischen Berichte der Schule ließen darauf schließen, dass im Umfeld der Familie kein Deutsch gesprochen werde. Die Familie sei bis heute „ganz überwiegend auf Sozialleistungen angewiesen“. Die Rechtmäßigkeit der Abschiebung sei gerichtlich festgestellt worden. Die Familienmitglieder sollten nicht getrennt, sondern heute gemeinsam von Düsseldorf aus ausgeflogen werden.

Frank Rasche, Pressesprecher des niedersächsischen Innenministeriums betont, dass es auch aufgrund veränderter Rahmenbedingungen keinen rechtlichen Spielraum gebe. Denn seit April gelte zwischen Deutschland und dem Kosovo ein Rückführungsabkommen, das auch Minderheiten einschließe.

Die Fraktion der Linken im niedersächsischen Landtag rief zu öffentlichen Protesten gegen die Abschiebung auf und forderte einen sofortigen Abschiebestopp von Roma in den Kosovo.

Von Jörn Barke


  • Kommentar entfernt *** – 13.04.10
    An dieser Stelle wurde durch die Redaktion ein Kommentar gelöscht, da er nicht den Nutzungsbedingungen entsprach. Die Nutzungsbedingungen für Leserkommentare auf den Internetseiten des Tageblattes finden Sie hier: http://www.goettinger-tageblatt.de/Portal-Service/Nutzungsbedingungen, fh. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • peter-55221 48 – 04.02.10
    echt scheisse tut mir erlich leid Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Hm hmmm – 03.10.09
    Du was geht dir das an wer zur schule geht wer nicht wie kann man so sein
    wir sind alle menschen und keine unmenschen allso es sollte keine abschibung geben das ist so scheiße
    diese armen menschen
    allso ich bin dafür es sollten alle in deutschland bleiben allso bye
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  • Naja Dr Sommer – 02.07.09
    Wenn ich in einem fremden Staat unterwegs bin, und mein Visum ausläuft, schmeissen die uns auch raus. Auch mit bitten und betteln. Im Kosovo ist ja nun nix mehr mit Bürgerkrieg, also können die Asylanten auch fein wieder zurückgehen, und ihr eigenes selbstzerstörtes Land aufbauen anstatt auf unseren Kosten zu leben. Es gibt genung Deutsche, die auf Soziale hilfe angewisen sind, und am Monatsende auch nix mehr zu beissen haben. Und das hat nunmal nix mit rassismus zu tun. aber erstmal sollten wir die deutschen unterstützen, bevor wir unseren sauer verdienten euros ins Ausland verteilen. Weil die Länder wo es hinfliesst, danken einem nix!!! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • x) Quaddel – 02.07.09
    Ja ja die Rassistennummer ist schon alt...

    Aber gleich Drohungen ausprechen zeugt von Intelligenz
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  • @... Ein schlechter Mensch – 02.07.09
    @...

    "ätzender Rassist"

    Zugegebenermaßen: der Kommentar von Quaddel war inhaltlich vollkommen überflüssig.

    Aber wollen Sie Herr/Frau ... damit ausdrücken, dass Roma eine Rasse sind? Diesen Ansatz gab es ja vor gut 60 Jahren schon einmal von einem Herrn aus Österreich... Entschuldigen Sie, aber demnach sind Sie ja auch Rassist.
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Lichterketten! Empörung! Ein schlechter Mensch – 02.07.09
    In Göttingen nichts neues! Sobald seitens der Politik auch nur ansatzweise vernünftige Handlungen vollzogen werden, rufen die Gutmenschen der Linken, Pro Asyl, GfbV und dergleichen sofort zum Sturm auf den faschistischen, diskriminierenden Staat und seine Unmenschlichkeit auf. Liebe Leute, wo ist euer Problem? Diesen Menschen wurde 17 Jahre lang vom Steuerzahler finanziertes Asyl gewährt. Liebe Pseudo-Linken, Asyl-Fanatiker und andere Gutmenschen, bevor ihr wieder eure Lichterketten startet, hätte ich da einen alternativen Vorschlag: Wie wäre es, wenn ihr einen Fonds für die Familie einrichtet und sie bei ihrem Wiederaufbau im Kosovo unterstützt?! Das könnte man natürlich auf alle anderen Familien mit ähnlichem Schicksal ausweiten. Denn: Wie diskriminierend ist es bitte, sich nur um eine Familie zu kümmern?
    Also! Auf ans Werk!
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  • @ quaddel ... – 02.07.09
    ätzender rassist...nachher treffen!? Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Richtig so Quaddel – 02.07.09
    Wer sich nicht Intergrieren will und kein deutsch spricht bzw. nicht zur Schule geht und sich auf den Hintern setzt hat hier auch nichts verloren!

    Quaddel
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  • Demonstration heute 15UHr Gänseliesel ! papier für alle – 02.07.09
    Demonstration in Göttingen | Keine Abschiebung in den Kosovo! Bleiberecht für alle!

    Am Freitag Vormittag wurde der Vater einer sechsköpfigen Göttinger Roma-Familie in Abschiebehaft genommen. Nach 17 Jahren Aufenthalt in der BRD soll der 40-jährige Rama Semsedin am Donnerstag, 2. Juli abgeschoben werden. Er wird damit von seiner Familie getrennt. Die vier Kinder sind zwischen 12 und 15 Jahre alt und alle in Deutschland geboren.

    Mit der Trennung der Familien versuchen Abschiebebehörden den Druck auf die Verwandten zur sogenannten freiwilligen Ausreise zu erhöhen.

    Rama Semsedin ist der erste bekannt gewordene Versuch einer Abschiebung in Göttingen und Niedersachsen seit der Ankündigung neuer Massenabschiebungen Ende letzten Jahres. Eine Abschiebewelle in Göttingen steht bevor: Seit April 2009 haben viele Göttinger Roma-Familien Ausweisungen und Ausreisetermine zugestellt bekommen.

    Wir wollen die Abschiebung nicht tatenlos hinnehmen und unseren Protest dagegen auf die Straße tragen! Die Demo kann nur ein erster Schritt sein, um die kommenden Abschiebungen zu verhindern. Kommt zur Demo und unterstützt die Flüchtlinge im Kampf gegen Abschiebungen!
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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