Von „wahnsinnig vielen Frakturen“ berichtet Ralf Müller-Issberner, Oberarzt der Unfallchirurgie im Evangelischen Krankenhaus Weende. Gestern Mittag wurden innerhalb von 90 Minuten fünf Patienten mit Knochenbrüchen aufgenommen, „so viele wie sonst an einem ganzen Wochenende“. Im Januar hätten 30 Prozent mehr „sturzbedingte Frakturen an Oberarmen und Unterschenkeln“ als im Vormonat behandelt werden müssen. Lieferschwierigkeiten von OP-Material wie Platten und Nägeln sowie Bettenknappheit seien die Folge.
„Handverstauchungen, Zerrungen, muskuläre Verspannungen“, zählt Orthopäde Sebastian Lässig auf, mit welchen Beschwerden Patienten in die orthopädische Gemeinschaftspraxis in der Theaterstraße kommen. 20 solcher Fälle werden täglich behandelt – „deutlich mehr als sonst“. Er rät: „Warm einpacken, knöchelhohe Wanderschuhe tragen.“
„Festes Schuhwerk ist das A und O“, meint auch der Göttinger Schuhmachermeister Matthias Albrecht. Noch nie sei die Anfrage nach Hilfsmitteln, die Winterschuhe winterfest machen, so groß gewesen. „Spikes, Schneeketten und Profilsohlen“, zählt der Schuster drei Methoden auf, wie er Kunden zu sicherem Schritt auf der Straße verhilft.
Wer seinen Lieblingsschuh dauerhaft winterfest machen wolle, sei mit genagelten oder geklebten Profilsohlen richtig bedient. Mehr Halt würden Schuh-Schneeketten bieten. „Die passen in jede Tasche und sind mit einem Handgriff auf- und abmontiert. Eine praktische Hilfe beim Einkaufsbummel.“ Metall-Spikes würden für den sichersten Tritt sorgen. Und wenn der Straßenübergang eisfrei ist? „Kein Problem, mit Spikes kann man auch kurze Strecken über Asphalt laufen“, weiß Albrecht.
Vor Spaziergängen auf vereisten Waldwegen warnen die Niedersächsischen Landesforsten. „Durch das abwechselnde Tauen und Überfrieren sind die Wege spiegelglatt“, erklärt Förster Dirk Strauch. Damit ein unfreiwilliger Sturz nicht zu „verknacksten Armen, Beinen oder Prellungen“ führt, rät Strauch, nur einfache Strecken bei ausreichender Helligkeit zu gehen. „Nordic-Walking-Stöcke geben sicheren Halt.“ Begleitpersonen oder das Handy sollten für Notfälle immer dabei sein.
Von Björn Dinges
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Kommentare
JA/Nein Hans Albers – 11.02.10
Dieses Winter Oh Ja; Winter Oh Nee aufgeliste hat man doch schon in jeder anderen Zeitung so oder so ähnlich gelesen. Eigentlich wundert es mich, dass das GT so lange gebraucht hat. Kann natürlich auch daran liegen das immer so viele Verkehrsteilnehmer unter Drogen und /oder Alkoholeinfluss unterwegs sind von denen jeder einen eigenen Artikel erhält. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenZustimmung, Frau Janßen ich – 11.02.10
Große Zustimmung an Frau Janßen. Und dieses "ach, dann muss ich putzen" o.ä. der anderen Dame...Hier werden Sie nicht immer 25 Grad und Sonne haben (wär ja wohl auch ziemlich langweilig).
Endlich mal ein klasse Winter. Würde es grau und regnerisch sein, hätten - wahrscheinlich dieselben Leute - auch wieder zu meckern. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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