Zwei Hände voller Blumen: Holde Strittmatter bereitet sich in der Gärtnerei Constantinescu auf den Frühling vor.
Allein die Kunden blieben bei den frostigen Temperaturen aus. Jetzt aber – passend zum heutigen Frühlingsanfang – brummt das Geschäft. „Wir sind im Soll. Wir haben eher das Problem, die ganze Arbeit zu schaffen“, erzählt Constantinescu, während er Paletten mit Gänseblümchen einsortiert. Die Lieferung soll nach Kassel gehen: 5000 Pflanzen für ein Gartencenter. Zweimal täglich beliefert er nun Läden in der Region. Innerhalb von einer Woche sei so die Hälfte der Frühjahrsblumen weg gewesen, bis zu 15 000 verkaufe er täglich. „Wir rechnen damit, dass Ende nächster Woche ein Großteil der Stiefmütterchen weg ist“, sagt Constantinescu.
Vor einer Woche sah das noch anders aus. „Da lief im Geschäft fast gar nichts“, berichtet der Gärtner. „Es war schon dramatisch, da die Pflanzen die ganze Zeit frostfrei stehen müssen.“ Um bis zu ein Viertel sei der Umsatz im Januar und Februar bei ihm zurückgegangen. „Und das bei 20 bis 25 Prozent mehr Heizaufwand“, sagt Constantinescu.
„Von Januar bis Ende Februar war es wie jedes Jahr, da war kein großer Unterschied“, erzählt hingegen Ralf Reinecke, Inhaber der gleichnamigen Gärtnerei in Elliehausen. „Anfang März war jedoch ein Einbruch zu spüren. Wir gehen aber davon aus, dass es jetzt ein ganz normales Frühjahr wird. Der Saisonbeginn hat sich halt nur verschoben.“
In der Gärtnerei Constantinescu deckten sich die Kunden gestern für das erste warme Wochenende des Jahres mit Blumen ein. 120 Narzissen, Stiefmütterchen und Primeln hatte Bianca Deike in ihrem Wagen. „Ich habe lange gewartet, bis man die Erde umgraben kann. Normalerweise pflanze ich schon Ende Februar“, sagte sie. Sie wolle mit den Blumen ein Grab auf dem Friedhof und Tröge vor ihrem Haus bepflanzen. Bis zum Mai würden diese dann blühen, ehe sie sich um die Sommerbepflanzung kümmern müsse.
Von Christopher Piltz