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Benzinpreise

Gedränge bei Freien, Leere bei Markenanbietern

Angesichts ansteigender Spritpreise tanken auch die Autofahrer zunehmend preisbewusster. Während gestern bei vielen Markentankstellen teils kaum Autos vorfuhren, herrschte bei den billigeren Anbietern wie den freien Tankstellen und der Billigmarke Jet reges Treiben. Kein Wunder: Die Unterschiede betrugen bis zu sechs Cent pro Liter – zumindest für einige Stunden.

So teuer ist es zum Glück noch nicht: Die Shell-Anzeigetafel in Grone ist defekt.

© Heller
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Das Preisgefüge in Göttingen bildet damit exakt die bundesweiten Verhältnisse ab. Der rasante Preisanstieg der vergangenen Wochen hat mittlerweile auch Verbraucherverbände und Automobilclubs auf den Plan gerufen. Laut ADAC kostete ein Liter Benzin am Dienstag, 9. März, im bundesweiten Schnitt 1,397 Euro und damit 5,2 Cent mehr als in der Vorwoche. Für Diesel wird im Schnitt 1,176 Euro verlangt – 4,1 Cent mehr. ACE-Präsident Wolfgang Rose kritisierte, die Benzinpreise seien durch den Rohölpreis nicht zu erklären. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl kostet derzeit etwa 80 Dollar; im Jahr 2008, als ein Barrel bis zu 150 Dollar kostete, betrug der Literpreis für Super im Jahresschnitt dagegen 1,30 Euro.

Der ACE-Chef sagte zugleich allerdings, die Autofahrer würden an den Tankkassen den Preis der Börse entrichten, der viel mit Spekulationen, aber so gut wie nichts mit den realen Kosten zu tun habe: „Wer wie die großen Ölmultis nicht nur über Förderrechte verfügt, sondern auch über Lagerkapazitäten, Raffinerien und Tankstellenketten, der profitiert auch von den Spekulationsgeschäften an der Börse.“
Das Bundeskartellamt erklärte, es gebe auch weiter keine verbotenen Preisabsprachen. Der Markt sei „transparent und hoch konzentriert“, so ein Sprecher. So erkläre sich eine „parallele Preisgestaltung“. In Deutschland kontrollieren Shell, Aral, Jet, Esso und Total mehr als 70 Prozent des Marktes.

ACE-Präsident Rose erklärte hingegen, das deutsche Kartellamt sehe sich leider nicht in der Lage, „dem Treiben der Multis Einhalt zu gebieten“. Daher sei die Politik in Berlin und Brüssel gefordert. Der ACE-Präsident forderte einen „wirklichen Wettbewerb“ und schlug – „wenn es sein muss“ – eine Marktentflechtung vor.

Von Matthias Heinzel (mit AFP)

Wucher mit Rückendeckung 

Alle jetzt laut werdenden Appelle von Verbraucherverbänden und Automobilclubs an die Politik, etwas gegen die Sprit-Wucherpreise zu unternehmen, werden nichts bewirken. Weil Mineralöl- und Mehrwertsteuer um die zwei Drittel des Benzinpreises ausmachen, wird die Regierung gerade angesicht rasant steigender Haushaltsdefizite kaum den Ast absägen, auf dem sie sitzt.
Aktueller Preistreiber sind allerdings nicht die Politiker, sondern die Mineralölunternehmen. Dabei sind Benzin (und Diesel) ein (noch) massenhaft verfügbares Produkt, dessen Literpreis von mehr als 1,40 Euro und Preissprünge von zehn Cent und mehr marktwirtschaftlich durch nichts zu rechtfertigen sind: Rohöl kostet derzeit nur gut die Hälfte im Vergleich zu den Preisspitzen im Sommer 2008. Die Bilanzen der Ölmultis aus der jüngeren Vergangenheit sprechen im Übrigen eine klare Sprache.
Dass das Bundeskartellamt Preisabsprachen als nicht erwiesen ansieht, ruft bei Autofahrern angesichts des Gleichschritts an den Preistafeln je nach Naturell ohnehin nur kalte Wut oder ein müdes Lächeln hervor. Da diese Regierung jedoch ebenso wie ihre Vorgänger eher die Belange der Wirtschaft als die ihrer Wähler im Auge hat, wird der Durchschnittsverbraucher auch weiterhin bis zur Schmerzgrenze entreichert werden. Und das gilt nicht nur für die Benzinpreise.

Von Matthias Heinzel

Bis zu 1,66 Euro pro Liter 

Kein Liter Benzin mehr unter 1,40 Euro, Diesel im Schnitt für mehr als 1,20 Euro: Die Autofahrer in der Region müssen derzeit tief in die Tasche greifen.
Am günstigsten war der Liter Treibstoff gestern noch dort, wo es üblicherweise um die zwei Cent teurer als in Göttingen ist: Die freie Tankstelle Reuter verkaufte Benzin und Super für 1,409 Euro. Ansonsten lohnte sich gestern der Preisvergleich ganz besonders: Im Göttinger Stadtgebiet gab es bei Benzin und Super zeitweise Unterschiede von bis zu sechs Cent pro Liter. Rekordverdächtige Preise werden mittlerweile für den 100-Oktan-Sprit „V-Power-Racing“ von Shell verlangt: An der Zapfsäule der Shell-Station an der Lauenförder Straße in Nörten-Hardenberg kostete der Liter satte 1,659 Euro. Tests und Erfahrungsberichte von Autofahrern lassen den Nutzen des Edel-Sprits allerdings als eher zweifelhaft erscheinen.
Angesichts des derzeitigen Preisniveaus empfehlen denn auch Verbraucherschützer und Automobilclubs den Autofahrern landauf, landab, konsequent bei den preisgünstigsten Anbieter zu tanken, um die großen Konzerne unter (Preis-)Druck zu setzen, soweit es eben möglich ist.
Der andere, immer wieder vorgetragene Tipp: durch sanfte Fahrweise Sprit sparen. Wie das geht, zeigte im vergangenen Jahr Spritspar-Rekordfahrer Gerhard Plattner. Der Österreicher, der im Jahr 1990 die sparsamste Weltumrundung per Auto hinlegte, schaffte im April 2009 die Strecke vom spanischen Martorel bis nach Göttingen mit nur einer Tankfüllung. Seine Tipps:
• Das Auto immer schön rollen lassen.
• Vorausschauend und gleichmäßig fahren.
• So wenig bremsen wie nur irgend möglich.
• An rote Ampeln ohne Gas rollen.
• Dort den Motor ausmachen, wenn man länger als 20 Sekunden warten muss.
• Kein unnützes Gewicht im Auto, kein Dachgepäckträger, wenn man ihn nicht braucht.
• Möglichst früh in den nächsthöheren Gang schalten.
• Nach Möglichkeit Klimaanlage nicht benutzen.
• Leichten Überdruck auf die Reifen geben
• Leichtere Gefällstrecken im Leerlauf rollen, stärkere mit eingelegtem Gang, weil dann die Schubabschaltung den Verbrauch auf Null sinken lässt.


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  • Spritpreise ich – 16.03.10
    Passt aber auf, bei welcher Freien ihr tankt.
    Einige Freie verkaufen Dieselkraftstoff ohne Additive, der ist in der Beschaffung günstiger.
    Resultat: Je nach Fahrzeug bis zu zwei Liter mehr Verbrauch auf 100 km, da zahlt man dann drauf.
    Also, immer den Verbrauch ausrechnen und da tanken, wo der Sprit weniger teuer ist als bei den Markentankstellen.
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Brnzinpreise Duke – 14.03.10
    Seit 30 Jahren immer dasselbe BLA BLA wenn der Sprit um drei Cent erhöht wird Kassiert der Staat zwei davon. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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