Stein des Anstoßes: der Datenschutz. Schon fordern Verbraucherschützer ein einfacheres Verfahren für Beschwerden gegen die Abbildung von Häusern und Wohnungen im Internet. Einer preschte diese Woche bereits voran: Landrat Reinhard Schermann (CDU). Der legte nicht nur Widerspruch gegen die Verwendung von Aufnahmen seines Privathauses in Diemarden bei Google ein, sondern lieferte sogleich ein Musterschreiben mit. Nun kann man ja heutzutage nicht vorsichtig genug sein, schließlich verfügen auch Einbrecher über einen Internetzugang. Der Witz ist nur, dass die bösen Jungs etwaige Objekte auch schon jetzt ganz bequem per Mausklick ausspähen können, wenn sie denn wollen. Möglichkeiten finden sich genug, und sei es nur eine der mittlerweile an jeder Ecke stationierten Webcams. Ein wenig mehr Gelassenheit wäre angebracht, auch weil Street View durchaus seine Vorzüge hat. So kann man Freunden irgendwo auf der Welt ruckzuck zeigen, wo man lebt. Bei der Wahl des Urlaubsziels ist man nicht mehr nur auf die Angaben im Reisekatalog angewiesen. Und Sehenswürdigkeiten auf der ganzen Welt lassen sich in Sekundenbruchteilen besuchen. Wer dennoch seine geschätzte Privatsphäre schützen will, der kann sich ja an Landrat Schermann wenden. Dann aber konsequent sein und nicht heimlich die Nachbarn ausspähen.
Alles andere als konsequent handeln derzeit die Verantwortlichen in Sachen Ikea. Erst ist den Schweden das Grundstück an der Hermann-Kolbe-Straße plötzlich zu klein, dann findet die Stadt partout keinen Alternativ-Standort. Nun liegen die Verhandlungen auf Eis – und die Volksseele kocht. Hat die Stadt versagt? War der Einfluss der Kritiker zu groß? Muss Ikea sparen? Nichts ist sicher, außer dass die Südniedersachsen wohl auch in Zukunft für eine Portion Köttbullar nach Kassel fahren müssen.
Nicht aus Kassel, sondern aus dem thüringischen Lutter stammt ein kleiner Junge, der 1987 im kindlichen Eifer eine Flaschenpost auf Reisen schickte. Sein Name: Marko Bode. Seine Nachricht: „Suche Brieffreund.“ Nun tauchte die Flaschenpost aus der ehemaligen DDR in Göttingen auf. Nachdem Finder Youri im Tageblatt von seinem Fund berichtet hatte, klingelte das Telefon der zuständigen Redakteurin Katharina Klocke ohne Unterlass. Mithilfe vieler Leser und den Kollegen der Thüringer Allgemeinen schaffte sie es, den Absender aufzuspüren. Marko Bode wohnt immer noch in Lutter – dort, wo er seine Nachricht vor rund 23 Jahren abschickte. Jetzt fehlt nur noch ein Treffen von Absender und Finder. Damit würde die Geschichte der Reise einer einsamen Flaschenpost ein rührendes Ende nehmen.
Eine andere Reise hat hingegen gerade erst begonnen: die Göttinger Zeitreise. Das Tageblatt sucht in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und dem Städtischen Museum nach alten Filmen über Göttingen, vornehmlich aus den 50er Jahren. Mehr dazu im Internet unter www.goettinger-zeitreise.de.
Am Ende noch zu einem weiteren Gespenst, das durch die Region geistert: dem Winter. Lange nicht war es in einem März so kalt wie bisher in diesem. Und am Wochenende soll es schon wieder schneien, dabei ist in genau einer Woche Frühlingsanfang. Meine Eltern konnten meinen Frust aber nun ein wenig lindern. Sie weilen derzeit auf Mallorca und ärgern sich, dass sie anstelle der Räder nicht die Langlaufskier mitgenommen haben. Nicht Mandelblüten, nein Schnee gibt es reichlich. Da kann er auch bleiben.
Von Andreas Fuhrmann