Göttingen. „Schon die Idee, die Straße zu beheizen, ist widersinnig“, zitiert die Fraktion in ihrem Antrag zur nächsten Sitzung des Umweltausschusses aus einer Studie des Bundesumweltamtes. Darum soll die Stadtverwaltung zunächst „prüfen, welche Verbotsmöglichkeiten es gibt, „Terrassenheizstrahler und vergleichbare Geräte zur Erwärmung der Außenluft zu verbieten“. Gastronomen in der City sind davon nicht begeistert.
Die Grünen legen ihr Augenmerk auf den Klimaschutz: „Jeder Heizpilz verbraucht mehr Energie als für das Beheizen eines Einfamilienhauses notwendig wäre und produziert bis zu 3,2 Kilogramm des Treibhausgases CO2“, heißt es in ihrem Antrag. Der bezieht sich bewusst auch auf elektrisch betriebene Heizgeräten, da auch die Stromproduktion überwiegend klimaschädlich ist. Obwohl das bekannt sei, stiegen die Verkaufszahlen stetig.
„Die Gäste verlangen auch oft danach“, sagt Ulf Gerke vom Kartoffelhaus in der Goetheallee. Im vergangenen Jahr habe das Restaurant „extra Geräte mit Energiesparstrahlern gekauft“. Verbiete die Stadt den Einsatz, „wäre das sehr schade“. Gerke macht keinen Hehl daraus, dass sich der Heizeinsatz wirtschaftlich rentiere. Auch der Bullerjahn heizt an kühlen Tagen in der Übergangszeiten vor dem Alten Rathaus ein. „Manche Gäste fragen danach, überraschend viele lehnen es aber auch ab“, sagt der Betreiber und Freizeit-In-Chef Olaf Feuerstein. Und er betont, dass keine Heizpilze aufgestellt würden, sondern „Infrarotstrahler mit deutlich geringerem Energieverbrauch“. Das sei ausdrücklich mit der Stadt als Vermieter so abgestimmt und im Vertrag verankert.
An der Lokhalle werde nur der Raucherbereich beheizt, erklärt Nicole Klammer, Leiterin der ebenfalls städtischen Lokhalle. Und auch das nur bei Veranstaltungen mit leichter Garderobe. Eingesetzt würden am Boden stehende Strahler auf Strombasis. Bei Bällen „müssen wir den Kunden eine gewisse Qualität bieten“. Dazu gehöre auch etwas Wärme in diesen Bereich.
Goettinger-Tageblatt.de Anmeldung