Danach soll nun eine Entscheidung über eine Erhöhung des Zuschusses der Stadt an die Kultureinrichtung im Zuge der Haushaltsberatungen für 2010 erfolgen. Die Verwaltung geht davon aus, dass das Apex das laufende Jahr noch überleben wird. Reinhard Irmscher vom Apex-Vorstand bestätigte dies. Bemühungen der vergangenen Tage hätten dazu beigetragen. Er warnte aber: Sollte es 2010 keine Zuschusserhöhung geben, ist das Apex am Ende. 2009 bekommt das Apex von der Stadt 47900 Euro an festen, vertragllich gesicherten Zuschüssen.
Die Göttinger Stadtverwaltung sichert weiter zu, Anträge des Apex an den Landkreis über eine Erhöhung des Kreiszuschusses zu unterstützen. „Wir müssen den Landkreis stärker ins Boot holen“, sagte Kulturdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck. Dem pflichtete Katharina Lankeit (SPD) bei. Schließlich käme nach Erkenntnissen ihrer Partei ein Drittel der Apex-Besucher aus dem Landkreis. Diese Zahl stünde in keinem Verhältnis zu den rund 3000 Euro, die der Landkreis derzeit an Zuschüssen zahlt. Die Stadtverwaltung will zudem Gespräche zur „konzeptionellen Neuorientierung“ mit dem Apex-Vorstand fortführen.
Die Politik ist sich indes einig, dass das Apex für Göttingen eine einmalige und wichtige Kultureinrichtung ist. So hatten neben dem Verein Kunst die SPD, CDU und FDP Anträge zur Rettung des Apex gestellt.
„Zeichen der Hilflosigkeit“
Dagmar Sakowsky (Grüne) wertete die Anträge jedoch als „Zeichen der Hilflosigkeit“. In der Stadt herrschten angesichts der eingebrochenen Einnahmen aus der Gewerbesteuer „extrem erschwerte Bedingungen“, gerade bei den freiwilligen Leistungen im Kulturbereich, und der Landkreis habe auch kein Geld. „Es gibt eine vage Hoffnung, langfristig Mittel im Haushalt bereitzustellen“, sagte Sakowsky.
Unterdessen, so erklärt Irmscher, gebe es konkrete Pläne, die Gastronomie im Apex zu verpachten. Mit einem ernsthaften Interessenten würden Anfang Juli Gespräche geführt.
Hilfe kommt unterdessen von Rolf-Georg Köhler, Chef der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft. „Wir suchen weitere Sponsoren, die vertraglich eine längerfristige Förderung zusagen“, sagt er. Zudem habe er als Mitglied im Förderverein den Vorschlag gemacht, die Förderbeiträge zu verdoppeln. Als weitere Einnahmequelle sieht er den Galeriehandel an. Die Margen beim Verkauf von Bildern seien gut. Das einfachste, so Köhler sei aber: „Einfach mal wieder in die Kneipe Apex zu gehen.“
Die Finanznot des Apex rührt in erster Linie von Problemen in der Gastronomie her. 20 Prozent seien dort in den vergangenen zwei Jahren weniger eingenommen worden, sagt Irmscher.
Wer helfen will, kann sich an den Verein Apex wenden. Im Internet unter www.apex-goe.de, telefonisch an 0551/46886 oder per E-Mail an kunstverein@apex-goe.de.
Von mib
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