Ein Mitarbeiter des Cafés hatte einer Beschäftigten der Stadt ein Frühstück verweigert und sie mit Hinweis auf ihren Arbeitsplatz in der Ausländerbehörde aus dem Café gewiesen (Tageblatt berichtete). Das Betreiberkollektiv des politisch links angesiedelten Cafés bestätigt den Fall jetzt in einer sehr ausführlichen Stellungnahme. Zugleich wertet es diesen aber „nicht als beliebiges Mittel, das jeden hätte treffen können“. Für das Vorgehen gebe es „gute und überzeugende Gründe“. Zum einen sei die Mitarbeiterin der Ausländerbehörde in ihrem Amt unmittelbar mit dafür verantwortlich, ob Menschen eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen oder abgeschoben werden. Und: „Mit der Art und Weise, wie sie ihren Job erledigt“, habe sie „für Aufsehen gesorgt“. Zum anderen hätte ihr bewusst sein müssen, dass sich das Kabale mit vielen Aktionen als „antirassistisches Café“ deutlich gegen Abschiebung positioniert. Die Angst der Betroffenen verfolge sie in allen Lebensbereichen – „auch, wenn sie ihrer Sachbearbeiterin in einem für sie offenen Raum beim Frühstück begegnen“. Den „eigentlichen Skandal“ sieht das Kollektiv „in der diskriminierenden Alltagspraxis der Ausländerbehörden und überwiegend schweigenden Öffentlichkeit“.
Verwaltungssprecher Hartmut Kaiser bestätigte, dass der Fachbereich Ordnung seine Prüfung abgeschlossen habe und keine weiteren Schritte gegen das Kabale einleiten werde. Die Stadt hatte dem Café einen möglichen Verstoß gegen das Antidiskriminierungsgesetz und Fehlverhalten nach Gaststättenrecht vorgeworfen.
us
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Kommentare
@js ich – 29.04.10
Ich wollte mit was ich schrieb lediglich darauf hinweisen, dass Handlungen, nur weil es eine (rechts)staatliche Handlungsgrundlage gibt noch lange nicht per se richtig seien müssen. Das meine ich nicht (nur) auf der moralischen Ebene. Es gab doch in der Vergangenheit immer wieder geltendes Recht, dass geändert wurde, weil es als "nicht richtig" (z.B. nicht verfassungskonform, nicht gerecht etc)betrachtet wurde. Insofern (Recht ist nicht statisch) ist es nicht besonders reflektiert immer den Finger auf das BGB, StBG (usf)zu legen und zu sagen, da steht das so, also muss sie (z.B. die Frau in der Ausländerbehörde) so oder so handeln...Paradox ist ferner, dass die Argumentation mit der Rechtsgrundlage für die Kommentatoren des GT nicht für das Kabale zu gelten scheint. Hier gibt es eine eindeutige Rechtsgrundlage (das Hausrecht), die Stadt hat hin und her geprüft und kann jetzt (wg. fehlender Rechtsgrundlage) nicht gegen das Kabale vorgehen, da dieses im Sinne geltenden Rechts gehandelt hat.
Also: Frau von der Ausländerbehörde macht alles richtig, denn sie hat das Recht auf ihrer Seite.
Kabale mach alles falsch denn es hat das Recht auf...ja und nun? Da beißt sich der Hund selbst in den Schwanz.
Und da ist dann immer noch die Ebene, die ich mal als persönliche, moralische Empörung bezeichnen möchte. Die Tatsache, dass die unmenschliche Asylgesetzgebung hier immer als Rechtsgrundlage herangezogen wird auf der die Frau (und auch alle anderen MitarbeiterInnen) bei der Ausländerbehörde handelt: Sich auf derartiges positiv zu beziehen entbehrt doch allem was als menschlich bezeichnet werden kann. Wie krass ist es denn, dass es hier Leute gibt, die sagen: -ist doch in Ordnung, dass eine Behörde Menschen in den Tod schickt, es steht doch im Gesetz.-
pfui!
...gabs aber auch alles schonmal, ne? Also Menschen, die alles mit sich (und vor allem mit "den anderen") haben machen lassen und dann 12 Jahre später blöd aus der Wäsche geguckt haben a la: wir haben es nicht gewusst...hmhm...
Soviel zu persönlicher moralischer Empörung...
Es war rechtlich und moralisch ok, was das Kabale gemacht hat. Punkt.
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Genug jetzt WerIronieFindetDarfSieBehalten – 29.04.10
Jetzt muss es aber auch einmal gut sein mit diesem Thema. Die MitarbeiterInnen des Kabale machen seit vielen Jahren einen vorbildlichen Job, die Einrichtung ist weit über die Grenzen von Göttingen bekannt.Mit der aktuellen Schmutzkampagne gegen das Café schadet sich die Stadt Göttingen nur selbst, man denke nur an die Arbeitsplätze.
Und vor allem: die Tomatensuppe dort ist die beste von ganz Göttingen, dort zählt noch Qualität, die Kritiker sollen erst mal versuchen die Nachzukochen. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
@ ich JS – 28.04.10
bei der Beurteilung von recht gleich richtig geht es nicht darum ob etwas im moralischen Aspekt Bewertung findet, sondern auf welcher Handlungsgrundlage man sich bewegt. Insofern ist doch Recht = Richtig eher die Basis staatlichen Handelns. Den zweiten Aspekt - die Richtigkeit im Sinne der Gerechtigkeit kann man im moralischen sehen. Die Mitarbeiterin der Stadt jedenfalls handelt auf staatlicher Handlungsgrundlage. Deshalb wird hier auch aneinander vorbeitargumentiert Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenRecht = richtig ich – 27.04.10
Es ist doch immer wieder sehr verwunderlich, wie unreflektiert Menschen das Rechtssystem betrachten...Die Logik, dass Menschen, die aufgrund einer bestimmten Rechtsgrundlage handeln per se das Richtige tun, ist schlichtweg dumm!!!Nur weil etwas Recht ist ist es noch lange nicht richtig und Gesetze können geändert werden!
Ich weiß, der folgende Vergleich hinkt, weil hier: Demokratie und so...aber nach dieser Logik, wäre es auch ok ein Gesetz zu verabschieden, dass besagt, dass alle folgenden Gesetze ohne das Parlament beschlossen werden können. Da es sich um eine Gesetz handeln würde, wäre es folglich richtig, oder?
Oh! Das ist ja tatsächlich schon mal (in einer Demokratie!) passiert...ergo: alles was auf Grunglage dieses Gesetzes (das s.g. Ermächtigungsgesetz) entschieden wurde, war richtig, weil rechtens, weil Recht!!!
Aha...
dumm! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
recht = richtig?! ich – 27.04.10
Gelöscht: Doppelpost, tol. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenkomisch H – 27.04.10
Die WASG wurde erst 2004 durch eine Fusion aus der "Initiative Arbeit und soziale Gerechtigkeit" und der "Wahlalternative" gegründet, dass ganze als eine Organisation im Westen Deutschlands. Also besteht hier erstmal gar kein Bezug zur PDS, geschweige denn der SED. Dass die PDS, sowie die Linke Rechtsnachfolger der SED sind mag ja noch stimmen, allerdings ist anhand des Generationswechsels, der Neuausrichtung des Parteiprogrammes und der Tatsache dass die DDR vor 20 Jahren ihre Existenz verloren hat, deutlich zusehen, dass diese Partei nicht nur Wahlfaktisch (Stichwort: 5-Parteiensystem) in der BRD angekommen ist. Sie fordern eben nicht den Kommunismus (oder was sie meinen Totalitarismus), sondern einen Demokratischen Sozialismus. Auf den sich z.B. auch die SPD in ihrem Hamburger Programm von 2007 bezieht.Leute wie sie sind ja auch der Meinung, dass die Deutsche Schuld irgendwann verjährt und die heutigen Nachfolgegenerationen sich von ihrem schlechten Gewissen frei machen müssen. (Bin mir der Unterstellung und Spekulation bewusst)
Der Unterschied ist allerdings, dass Humke Focks kein Teil des SED Regimes war (Globke hingegen war Nationalsozialist), ob er einer Kommunistischen Idee anhängt, weiß ich nicht, dass er Antifaschismus unterstützt schon, was niemanden vorgeworfen werden kann, ganz im Gegenteil.
Und nochmal, den Stalinismus, Maoismus nicht zu verurteilen oder zu verharmlosen, ist natürlich falsch, genauso wie die Kommunistische Idee mit ihnen gleichzusetzen.
Totalitarismus hingegen ist zwar Bestandteil des Faschismusses, ist also natürlich ein Teil von Rechts. Mit dem linken Denken kann Totalitarismus aber nicht einhergehen. Da sich Linke Vorstellungen gerade von Herrschaftshierarchien absetzen, ist es leider auch noch nicht gelungen linke Vorstellungen mit einem Staatssystem zu verbinden, diese Versuche sind gescheitert und sind dann zugegebener Maßen auch in menschenverachtenden totalitären Systemen geendet.
Dies bedeutet allerdings nicht, dass Menschen mit linken Ideologien, totalitäre Regime wollen (ganz im Gegenteil) oder sich für diese rechtfertigen müssten. Illusionismus und Träumerei kann ihnen vielleicht vorgeworfen werden, da die Vorstellungen von Kommunismus, Anarchismus sich schwer, vielleicht gar nicht auf die heutige Welt übertragen lassen, solange es Nationalstaaten und die Vorherrschaft kapitalistischen Handelns und Denkens gibt, wird dies auch so bleiben.Man könnte also sagen, es handelt sich hier um Utopien.
Die Frage bleibt offen, wie lange sich Wähler, Anhänger und Mitglieder der "Die Linke" noch anhören müssen, Kommunisten zu sein und damit eben nicht gemeint ist, eine faire, gerechte Gesellschaft aller zu wollen.
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Herr oder Frau H Jühnder – 26.04.10
Auch Ihre Geschichtskenntnisse haben einen Hauch von PISA!WASG/PDS sind nicht die NachfolgerInnen der SED,sie sind die SED, was sich die SED vor Monaten höchstrichterlich erstreiten ließ, nämlich, um das den DDR-BürgerInnen geraubte Parteivermögen zu behalten!
Muhammad Ali ist auch nicht der Nachfolger von Cassius Clay, wenn Sie mich verstehen sollten!
Insofern muss sich auch der steuerfinanzierte Kommunist Humke Mauer, Gulags und Schießbefehl moralisch stellen, wie es Globke als CDU-Innenminister hinstlich...
Wer gegen Nazis ist, darf die KommunistInnen nicht verhamrlosen, Totalitarismus gibt es links und rechts!
p.s.In der VHS gibt es Geschichtskurse! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Die Linke H – 26.04.10
Was Patrick Humke Focks mit der PDS (geschweige denn die WASG mit der PDS) zu tun hat, ist einer Erläuterung wert.Die Partei der DDR war immer noch die SED, ihre "Nachfolgepartei" die PDS und deren Nachfolge wiederum, inkl. Neuausrichtung ist Die Linke.
Nur für diejenigen, die entweder inkompetent sind oder (bösartig) sich die Sache zu einfach machen wollen.
Patrick Humke Focks in einen Zusammenhang mit irgendwelchen Handlungen der DDR zu setzen entbehrt also jeglicher Logik.
Ähnlich wie Kommunismus mit Stalinismus gleichzusetzen, denn schließlich kann ein totalitärer Staat schlichtweg kein kommunistischer sein, auch wenn er sich damals dieses Label selbst gegeben hat.
Wenn man sich also bezüglich solcher Thematiken ausschließlich der Polemik bedient, sollte man lieber die Fresse halten. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Humke sitzt im Glashaus Jühnder – 25.04.10
Wenn sich der steuerfinanzierte Kommunist Patrick Humke über den Ausdruck "Ungeziefer" echauffiert, so kennt er die Geschichte seiner Partei aber nicht!Als die BewohnerInnen des DDR-Todesstreifens in den 1950ern ins Landesinnere des bankrotten Bauernparadieses "DDR" zwangsumgesiedelt wurden, nannte die WASG/PDS diese Vetreibung "Operation Ungeziefer"!
Lieber Humke, wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!
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hach herrje! gottingham – 25.04.10
jetzt kommt jemand auch noch mit stalin an. boah, spitzen argument! was der stalinismus mit neueren, libertären kommunismus-konzepten der heutigen "linksextremisten" zu tun hat, steht dabei ebenso in den sternen wie die frage, was das alles jetzt mit dem kabale zu tun haben soll. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldennein nein nein N.N.N. – 25.04.10
An dieser Stelle wurde durch die Redaktion ein Kommentar gelöscht, da er nicht den Nutzungsbedingungen entsprach. Die Nutzungsbedingungen für Leserkommentare auf den Internetseiten des Tageblattes finden Sie hier: http://www.goettinger-tageblatt.de/Portal-Service/Nutzungsbedingungen, tol. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenGenau! Demokrat – 25.04.10
Ich wünsche den Göttinger Linken, dass sie per Zeitmaschine in die Sowjetunion unter Stalin zurückreisen könnten und mal miterleben könnten, was ihr geliebter Kommunismus für eine Schreckensherrschaft war.Mit Glück konnte man da überleben, aber auch nur, wenn man die Bälle ganz flach gehalten hat. Sonst war man schnell Opfer einer "Säuberung" oder durfte kostenlos ins Gulag reisen.
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@tr JS – 25.04.10
sag mal, in welcher ideologisch Phantsiewelt lebst Du denn? Einen Mitarbeiter der Ausländerbehörde mit Henker vergleichen? Das ist ja nun doch weit über das Ziel hinausgeschossen. Schließlich basiert das Arbeiten der Auländerbehörde auf den gesetzlichen Ausarbeitungen und Regelungen einer durch demokratische Willensbildung gewählten Regierung und nicht eines totalitären Staates. Wenn Du das mal erlebt hättest, würdest Du dich freuen in unserem Staat zu leben, und nicht so einen Kommentar schreiben Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden@ AU gottingham – 25.04.10
nochmal zum mitschreiben: einen menschen wegen einer freiwillig gewählten berufstätigkeit und/oder weltanschauung nachteilig zu behandeln, ist schlicht und einfach KEIN rassismus. und das kabale hat als antirassistisches café meines erachtens richtig gehandelt. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldengöttingen - weltoffen tr – 24.04.10
warum wird dann gegen das cafe gemotzt. ich finde die begründung sehr überzeugend. ich würde auch ungern mit meinem henker in einem cafe sitzen, auch wenn er dort nur privat einen cafe trinken will.dagegen ist die abschiebepraxis in d tatsächlich ein skandal. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Fernsehbeitrag zum Thema Yustus K. – 24.04.10
http://www.youtube.com/watch?v=c-ZaFtqvuLA&feature=related Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenPenlich.. AU – 24.04.10
Eigentlich hätte man nicht glauben mögen, dass es noch weitere Höhepunkte in diesem "Fall" geben könnte. Eigentlich! Aber "Cabale" setzt noch eins drauf. Schwafelt erneut von Rassismus. Rassismus, der vom "Kollektiv" wie man (bzw. frau) erleben durfte bei "Cabale" Programm ist. Geniesst Eure Zeit in Göttingen und unserem Land! Einem Land, in dem jede(r) solchen Blödsinn ungestraft verzapfen darf, geschützt durch das Grundgesetz. Vielleicht veranstaltet ihr mal eine Lesung des GG, könnt ihr sicher viel bei lernen! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKabale & Hiebe ralie – 24.04.10
Bin in Unserer schönen Stadt geboren.Eine Freundin sagte unlängst:
"Gö ist Provinz."
Mag sein, jedoch komme ich mit den
"Ausländern u. Studiosis" seit
über 6o Jahren klar.
Bescheuerte gibt es auch in der Provinz! Und nicht nur dort!
Und das hat nix mit der pol. Ausrichtung zu tuen !
Weil, die meisten Linken drehen sich
nach dem Stupidium um 18o °!!!
Siehe TurnschuhJoschka...
In der Ruhe liegt die Kraft.
ru Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
@ klar JS – 23.04.10
nur mal so zur Anmerkung: Das Göttinger Establishment ist gar nicht so links sondern eher konservativ, vielleicht sogar links-konservativ. Das unterscheidet sie von den Linksextremen, die Du wahrscheinlich meinst und die eher temporär in Göttingen leben, bevor sie vor der liebenswerten Göttinger Spiessigkeit flüchten. Das sind dann aber keine "typischen" Göttinger. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenImmer wieder Klar – 23.04.10
Wundert das irgendjemanden?Das linke Göttinger Establishment unternimmt nie etwas.
Die Antifa & Co hat ihr Paradies gefunden. Wären sie mutig und wollten sie sinnvolles machen, würden sie ins nahegelegene Sachsen-Anhalt oder Thüringen übersiedeln und dort Cafés, Demos usw. machen.
Aber kuschelig in Göttingen hängen ist natürlich viiiieeeellll angenehmer.
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