Göttingen. Mit der Energie der Sonne lassen sich praktische Dinge anstellen. Etwa ein Ei braten. Assistentin Anna Lehmbeck brutzelte im Verlauf der Vorlesung in einem Solarkocher, der mit Spiegel das Sonnenlicht bündelt – in der Vorlesung von einer elektrischen Lampe simuliert. Immerhin Temperaturen von 80 Grad Celsius ließen sich so erzeugen. Bei direkter Sonneneinstrahlung, so Jooß, klettert die Temperatur in einem Solarkocher auf bis zu 200 Grad. „Genug um ein Brot zu backen.“
Diese Energie, bei der die Photonen oder Lichtteilchen die Elektronen anderer Atome so stark umherwerfen, dass Wärme erzeugt wird, lasse sich etwa auch nutzen, so Jooß, um auf Hausdächern mit Kollektoren warmes Wasser zu bereiten oder in Photovoltaikanlagen Strom zu erzeugen.
Jooß’ Veranstaltung über Solarenergie war die 100. Vorlesung an der Göttinger Kinder-Uni. Im Sommersemester 2004 ging die Reihe, die sich an Schüler aus der dritten bis zur sechsten Klasse richtet, an den Start. Seitdem hätten rund 40 000 Kinder an den Vorlesungen und mehr als 200 Seminaren und Workshops teilgenommen, berichtete Wolfgang Lücke, Vize-Präsident der Universität. Sein Dank galt Peter Brammer, der das Projekt Kinder-Uni vor acht Jahren ins Leben gerufen hatte und immer noch betreut. Mit dem Thema rund um die Sonne in der 100. Vorlesung schließe sich ein Kreis, sagte Lücke. Die Kinder-Uni begann 2004 mit einer „Reise durch das Universum“.
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