„Kochfieber“ haben Theresa Schlote, Leah Reitemeyer, Angelina Trinczek und Janin Schelper vom Fachgymnasium mit Schwerpunkt Ökothrophologie ihren Kochkurs für „Menschen mit geringem Einkommen“ genannt. Ein Kurs, der in Zeiten hoher Arbeitslosenquote und Hartz-IV-Debatte gut ankommt: 18 Teilnehmer haben sich über die benachbarte „Göttinger Tafel“ angemeldet, auch mehrere Männer.
Die Stimmung am Tisch für „Hähnchen süßsauer“ mit Melanie, Sonia und Sandra ist entspannt und fröhlich. Auch am großen Topf mit der Suppe wird gelacht – nicht nur über die gehörige Menge Chili-Sauce. „Dafür braucht ihr nen Waffenschein“, scherzt Peter und kostet sofort noch einmal. „Weil´s hinterher auch gutes Essen gibt, bin ich doch hier“, frotzelt er weiter, „außerdem ist chinesisches Essen ja in“.
Unter dieses Motto hat das „Kochfieber“-Team alle Gänge des Kurs-Menüs gestellt. „Zutaten für chinesisches Essen sind meistens sehr günstig“, erklärt Janin. Und darauf kommt es fast allen Teilnehmern an. „Mit wenig Geld etwas Gutes und auch noch abwechslungsreich kochen, muss ich zu Hause jeden Tag“, sagt Sonia. „Ich koche gerne und hoffe, hier auch ein paar nützliche Tipps zu bekommen“, ergänzt Ralf und beobachtet etwas skeptisch das Rührgerät mit den Eis-Zutaten.
Martina May von der „Göttinger Tafel“ sieht den Kurs auch als „Hilfe zur Selbsthilfe“ für ihre Gäste an der täglichen Essensausgabe. Die vier BBS-Schülerinnen müssen in ihrem eigenen Kurs allerdings kaum helfen – sie haben alles perfekt vorbereitet: das Konzept, die Rezepte, die Einkäufe und abschließender Kurzvorträge. Es ist ihre Projektarbeit für das laufende Schuljahr im Rahmen ihres Unterrichts an der BBS III. Das Konzept kommt auch bei ihren Ausbildern und Betreuern an: Die Schule will das „Kochfieber“-Projekt jetzt fest etablieren. Und auch die ersten Teilnehmer werden länger etwas davon haben: Die Mädchen haben für sie ein Heft mit Informationen zu gesunder Ernährung, zu den wichtigsten Zubereitungsarten, mit Rezepten und Lebensmittelpreisen in Discountern zusammengestellt.
Von Ulrich Schubert
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