Navigation:
eShop Online-ServiceCenter
Friedland

Kommuale Gesellschaft richtet sich neu aus

Von Jürgen Gückel

Raus aufs Land, war für junge Familien lange das Ideal. Rein in die Stadt, ist für viele Ältere heute die Perspektive. Denn in den Dörfern fehlt die Infrastruktur. Das war das wesentliche Ergebnis einer Runde von Bürgerversammlungen zum Thema demografischer Wandel in allen Dörfern der Gemeinde Friedland. Aus dieser Erkenntnis zieht die Gemeinde jetzt die Konsequenz: Die Kommunale Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft (KGE) Friedland richtet sich neu aus.

Prävention gegen Leere im Ortskern: Andernfalls drohen Leerstände wie hier in Klein Schneen.

© CH

Friedland. Statt nur neue Baugebiete zu vermarkten, geht es jetzt auch um die Rettung der alten Ortskerne. Der „soziale Hauskauf“ im Altbestand soll künftig gemanagt werden.

„Präventives Leerstandsmanagement für private und öffentliche Immobilien“ wird das, was die KGE vor hat, in einem Strategiepapier genannt. Das sieht im Einzelfall so aus: Der betagte Bewohner eines Hauses in einem Dorfkern, der weder genug Rente noch Kapital hat, um zu sanieren, würde am liebsten in eine Stadtwohnung in die Nähe von Ärzten und Geschäften ziehen. Gleichzeitig sucht eine junge Familie Eigentum auf dem Land, kann sich aber einen Neubau nicht leisten. Die Folge: Leerstand im Dorf droht, um den sich am Ende die Kommune kümmern muss. Gleichzeitig wird Zuzug junger Leute verhindert.

Hier setzt die KGE an. Sie will Privat und Privat zusammenbringen und mit Beratung, Vertrags- und Kreditvermittlung und gar mit gemeindlichen Zuschüssen „sozialen Hauskauf“ ermöglichen. Etwa, in dem Ausbau- und Renovierung von Häusern, denen andernfalls baldiger Leerstand droht, geplant und die Finanzierung vermittelt wird. Indem die Häsuer zunächst vermietet, später per Vorkaufsrecht gekauft werden können. Eigentümer behalten Wohnrecht oder es werden Ersatzwohnungen gekauft, junge Familien haben die Chance auf Mietkauf, und das kommunal gefördert. So wie früher beim Hausbau ein Babybonus in Aussicht gestellt wurde, sollen junge Familien künftig finanziell profitieren, wenn sie ins Dorf ziehen, erklärt Friedlands Bürgermeister Andreas Friedrichs (SPD).

Noch stehen alle Ideen, wie Eigentümer und Interessenten zusammenzuführen sind,  nur auf dem Papier. Aber schon zur Immobilienmesse in der kommenden Woche im Göttinger Kaufpark will die Gemeinde das Konzept vorstellen. Die Voraussetzungen sind durch eine Erweiterung der Gesellschafter in der KGE schon geschaffen, denn neben der Gemeinde und der Sparkasse sind auch ein Planungs- (Büro Rinne) und ein Bauunternehmen (Ziegelwerk Baumbach) nunmehr Gesellschafter. Schon beginnt die Gemeinde, eine Datenbank mit potenziellen Interessenten  (Häuser und Käufer) aufzubauen.

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Röttgen nach seiner Wahlniederlage in NRW entlassen. Wie finden Sie das?
Anzeige

Mission Olympia

Tageblatt-Volontär Michael Kerzel will abspecken und hat deshalb seine persönliche "Mission Olympia" ausgerufen. Und Sie können ihm dabei helfen – denn in Gemeinschaft funktioniert das bekanntlich am besten.

Göttinger Zeitreise

Das Portal "Göttinger Zeitreise" ist die Geschichtswerkstatt für Göttingen: Bilder, Videos und Dokumente zur Zeitgeschichte können hier veröffentlicht oder angeschaut werden.

Anzeige


Top