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Wendebachstausee

Minister Sander: „Werden Kompromiss finden“

Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) hat jetzt ein Machtwort zur Erhaltung des Wendebachstausees gesprochen. Gegenüber dem Tageblatt erklärte Sander am Freitag, 30. Juli, er habe sein Ministerium angewiesen, eine Lösung zu finden, sowohl zur Erhaltung des Wendebachstausees als auch zu einem funktionierenden Hochwasserschutz für Niedernjesa.

Unterschriften für den Wendebachstausee: Tageblatt-Leser und Seeliebhaber setzen sich weiter für den Badesee ein.

© Vetter
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Dazu benötige man kein weiteres Gutachten („Ich habe genügend hochqualifizierte Wasserfachleute im Ministerium“). Sander hat zudem für den 18. August während der Landtags-Sitzung die örtlichen Landtagsabgeordneten aller Parteien ebenso zu einem Gespräch eingeladen wie Manfred Kuhlmann, SPD-Ortsbürgermeister von Reinhausen und Vorsitzender des Wendebach-Zweckverbandes. Sander gegenüber dem Tageblatt: „Ich war immer für eine Kompromisslösung und dabei bleibe ich auch.“

Nach der Ankündigung des Umweltministers, weiter zu einer Kompromisslösung zu stehen, sieht es für die Zukunft des Badesees wieder besser aus. Fast alle Politiker der Region sprechen sich nach wie vor für eine Erhaltung des Sees aus. Der CDU-Landtagsabgeordnete Lothar Koch kündigte eine überparteiliche Initiative im Landtag an.

Unterdessen sammeln Reinhäuser und Friedländer weiter Unterschriften. Auch die Tageblatt-Aktion läuft weiter. In der Redaktion sind schon Coupons mit mehr als 500 Unterschriften eingegangen.

Der Wendebach-Zweckverband ist von seinem Vorschlag, den Damm nur teilweise zurückzubauen und einen befestigten Überlauf aus Beton und Natursteinen anzulegen, nach wie vor überzeugt. Der Staudamm aus den 60er Jahren sei bautechnisch von Anfang an ein Fiasko gewesen, sagte Zweckverbands-Geschäftsführer Norbert Schulz gestern am Wendebachsee. See und Damm zu sichern, „können wir preiswerter“, so Schulz, selbst wenn die Forderung erfüllt werde, ein alle 5000 Jahre zu erwartendes Hochwasser gefahrlos für den Damm ablaufen zu lassen. „Bei solch einem Ereignis ist Bremke weg, ist Niedernjesa weg, und wir haben andere Probleme als den Damm.“ 120 Kubikmeter je Sekunde würden bei solch einem Hochwasser über den Damm fließen. Michael Zech, Wasserbau-Ingenieur des Rosdorfer Büros Rinne, ist sicher, dass sein Konzept mit Hochwasserrinne aus gegossenem Beton und Natursteinen sowie Tosbecken am Auslauf diesen Kräften standhält. „Das werden wir auch beweisen“, erklärte Schulz. Der Drei-Schluchten-Damm in China muss nur ein 1000-jähriges Hochwasser aushalten.

„Geht nicht, gibt’s nicht“, so der SPD-Landtagsabgeordnete Ronald Schminke gestern beim Vor-Ort-Termin der SPD-Kreistagsfraktion, sei das erste, was er auf dem Bau gelernt habe. Haushaltsgesetzgeber sei immer noch der Landtag, sagte seine Abgeordneten-Kollegin Gabriele Andretta. „Das muss man auch den Herren sagen, die meinen, dass Bürokratie über alles geht.“

Von Gerald Kräft und Ilse Stein


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