Kaum war der Bericht online gestellt, meldeten sich die ersten Leser. Göttingen wird dort verulkt als „Stadt mit dem modernsten Parkleitsystem Deutschlands, der wunderschönsten nicht überdachten und nirgendwo hinführenden Pergola vorm Bahnhof und den vermutlich meisten Behindertenparkplätzen pro Einwohner in Europa.“ Die Stadt zeichne sich zudem aus durch „separate Busspuren mit eigenen Ampelanlagen, die zu 98 Prozent ohne den dazugehörigen Bus den Verkehr regeln“.
Mokant verwiesen wird auch auf den „Themenpark Großbaustelle am Beispiel Reinhäuser Landstraße mit dem geschickten Versuch, die paar Pendler, die noch in Göttingen arbeiten wollen, gleich vom Ortsschild wieder zu verscheuchen“. Auch die Bemühungen der Stadt, den Verkehrsfluss zu verbessern, erfahren wenig Wertschätzung. Es gebe nur „zwei illegale Möglichkeiten, in Gö eine grüne Ampel zu bekommen: Entweder man fährt 27 oder 85 Stundenkilometer – durchgehend.“
„Göttinger Rote Welle“
Gesetzestreuer zeigt sich ein Leser, der seine Zuschrift dem „Meisterstück“ der Stadt widmet, „der berühmten, in jahrelanger, aufreibender Feinarbeit entwickelten Göttinger Roten Welle“. Darin hätten sich „in letzter Zeit zwar leider einige Nachlässigkeiten eingeschlichen“, der verantwortliche Verkehrsplaner, „ein ausgewiesener Autohasser und Biker-Freund“, habe auch diese „mittlerweile schon wieder ausgemerzt“.
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Von Matthias Heinzel
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Kommentare
Verkehr Hexer01 – 01.08.09
Die ganze Maläsche kommt daher, dass die früher im Straßenverkehrsamt Zuständigen noch den Dreisatz gelernt hatten und deshalb eine weit über Göttingen hinaus anerkannte (und sogar berühmte) "Grüne Welle" kreierten. Doch inzwischen dominieren Gesamtschulabsolventen (Der Bauer verdient am Sack Kartoffeln 10 Euro. Diskutiere mit Deinem Nachbarn über den Wert der Arbeit) ohne jegliches mathematisches Verständnis und mit ideologisch geprägtem Autohass: "Weil wir es geschafft haben, dass die Kisten an jeder Ampel bei ROT halten müssen, blasen sie zuviele schädliche Stoffe in die Luft. Deshalb müssen wir den Autoverkehr verbieten. Ich wünsche jedem dieser Verantwortlichen, dass er mal im Rettungswagen vor bei ROT verstopfter Ampel ausharren muss.Oder sollte es sein, dass unser SPD-Oberbürgermeister (ausgewiesener Radfahrer) die roten Ampeln braucht, um die Ergebnisse roter Politik in dieser Stadt ständig bewundern kann. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Gefrustete Autofahrer, angefeindete Verkehrsplaner mara – 01.08.09
In den Kommentaren wird wieder einmal der schon Jahrzehnte währende Kampf der Systeme deutlich. Autofahrer gegen Radfahrer. Ich selbst fahre Rad und Auto, möchte als PKW-Fahrer auch nicht ständig vor roten Ampeln schmoren. Aber Göttingen als radfreundliche Stadt muß auch bemüht bleiben das Ampelsystem so abzustimmen, dass der gewillte Bürger nicht durch autofreundlich abgestimmte Grünphasen vom Radfahren abgehalten wird. Ich verstehe den Konflikt der Verkehrsplaner. Hätte der Stadtrat dem Problem Durchgangsverkehr schon früher mehr Priorität eingeräumt, würde man heute nicht solchen Lösungen wie der Südspange alle Hoffnungen auferlegen. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKommentar schreiben
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