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Elliehausen

Modellflieger trotzen Windböen und dicken Wolken


Es riecht nach Kerosin, die Wiese vibriert, es ist fast so laut wie auf einem echten Rollfeld. Andreas Brosinger und sein Turbinen-Team – Florian Keilwitz aus Hamburg und Ernest Wendt aus Hannover – lassen das Düsentriebwerk ihres F-18-Kampfjets laufen. Wer dicht dran steht, hält sich die Ohren zu. Dann nicken die drei Männer zufrieden, die Maschine hat den Testlauf bestanden. Noch lassen sie ihren Jet am Boden, starke Böen und dicke Wolken regieren den Luftraum über dem Vereinsgelände bei Elliehausen.

Albatros am Himmel über Elliehausen: Das Modellflugzeug trotz Wind und Wetter.

© Heller

2,85 Meter lang und 19 Kilo schwer ist der Mini-F-18. „Wir haben zehn Flugzeuge“, erzählt Brosinger. Sein Auto findet daher im Sommer keinen Platz in der Garage. Das Kerosin, dass die Männer für ihren durstigen Kampfjet in einem großen Kanister anschleppen, organisieren sie sich am Flugplatz in Calden. „Fünf Liter reichen für maximal neun Flugminuten“, sagt Brosinger. Weniger sprithungrig ist der Mini-Hubschrauber von Philip Gschnetzer aus Paderborn. Er lässt den Flieger am Himmel Manöver fliegen, die kein großer Helikopter könnte. Und keiner der älteren Piloten könnte mit Gschnetzer mithalten. „Das können nur junge Leute“, sagen Hans-Joachim Krause und Matthias Hafner vom MSV Condor. Gschnetzer ist 19 Jahre alt. „Ich bin seit dem siebten Lebensjahr dabei“, erzählt der Hobbypilot. Dann beugt er sich über seinen gerade gelandeten Helikopter. „Das Gemsich muss fetter“, stellt er fest.

Applaus für Doppeldecker

Unterdessen rollt Gerd Reinsch seinen Doppeldecker auf die Startbahn. Die Albatros ist das Modell eines Fliegers aus dem ersten Weltkrieg. „Richthofen flog auch so eine“, erklärt Hafner. Reinsch ist studierter Flugzeugingenieur. Heute sind Modellflugzeuge sein Beruf. Trotz der heftigen Böen fliegt die Albatros schnurgerade ihre Bahnen, die exakte Landung wird mit Applaus belohnt.

So unterschiedlich wie die Piloten sind auch die Zuschauer. Junge und alte Flugzeugfans in Jacken und Gummistiefeln trotzen dem Wetter ebenso wie die meisten Teilnehmer. „Dennoch: Es waren mehr als 100 Starter gemeldet, nicht alle sind gekommen“, so Krause. Starter aus Russland, Italien und Spanien sind trotzdem dabei.

Von Britta Bielefeld

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