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Sanierungsarbeiten am Jacobikirchturm

Neue Fugen und neues Dach

Von Jörn Barke

Die Temperaturen sind in den vergangenen Tagen in ziemlich große Höhen geklettert – auch für die, die in großer Höhe arbeiten. Im Zuge der Sanierungsarbeiten sind derzeit auf dem Jacobikirchturm Maurer und Dachdecker im Einsatz, die ihrer Arbeit in knapp 70 Metern Höhe nachgehen.

Bringen das neue Kupferdach auf: Frank Scholtyssek (l.) und Norbert Zeisner von der Firma Böning.

Der Fortschritt der Dachdecker-Arbeiten ist auch aus der Ferne gut zu beobachten: Das neue Kupferdach auf dem Turm wächst allmählich empor – das alte Dach mit der grünen Patina gehört der Vergangenheit an. Das neue Dach wird erst in Jahrzehnten wieder eine solche Patina aufweisen. Je mehr sich der Turmhelm oben verjüngt, desto mehr Zuschneide- und Puzzlearbeiten liegen vor den Dachdeckern, die in gleißender Sonne an der neuen Eindeckung arbeiten.

Von unten nicht zu erkennen ist dagegen die langwierige Arbeit, die derzeit die Maurer ein paar Meter unterhalb der Dachdecker leisten: Sie sanieren den Fachwerkabschnitt unter dem Dach und über den Turmfenstern. 64 von Fachwerk gerahmte Steinfelder gibt es in diesem Turmabschnitt. 16 Felder davon haben die Maurer herausgenommen und neu eingesetzt – diejenigen Felder, an die die Zimmerleute heran mussten, um Balken zu reparieren. Die Tuff- und Bimssteine für diese 16 Felder mussten herausgenommen, per Aufzug nach unten transportiert, gesäubert und oben wieder eingemauert werden. Es wurden fast vollständig die alten Steine wiederverwendet und nur ganz wenige neue eingesetzt.

Vor den Maurern liegt nun noch eine kleine Herkulesarbeit: Mit dem Spitzhammer werden die Fugen aller 64 Felder ausgekratzt und anschließend neu verfugt, denn der alte Mörtel lässt sich teilweise fast wie Sand mit einem Zollstock herauskratzen. Wenn die alten Fugen zu schmal geworden sind, wird auch mal ein Stück vom Stein mit der Flex entfernt, um anschließend eine ausreichend breite Fuge setzen zu können.

Außerdem haben die Maurer innen den gesamten Putz von den Steinfeldern abgekratzt, um zu schauen, ob diese noch gut genug befestigt sind und zusätzliche Sicherungen anzubringen. Nun wird erst einmal eine Grundschicht Putz aufgebracht, um die Innenfläche etwas anzugleichen. Darauf wird dann später noch der richtige Putz aufgebracht.

Für ihre Putz- und Fugenarbeiten brauchen die Maurer jede Menge Wasser. Da es oben auf dem Turm natürlich keine Leitung gibt, wird dies in einer 200-Liter-Tonne mit dem Aufzug, den auch die Handwerker benutzen, nach oben gebracht. Unten an die Kirche ist eigens für die Bauarbeiten eine Wasserleitung gelegt worden. Mit dem Aufzug werden auch die Mörtelsäcke heraufgefahren, denn der Mörtel wird erst oben auf dem Turm angerührt.

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