Da dies kurzfristig am Freitagnachmittag vom städtischen Ordnungsamt untersagt worden war, wurde kurzerhand ein „offenes Seminar“, so die Formulierung eines Ordnungshüters am Rande der Veranstaltung, abgehalten – unter Polizei-Aufsicht.
Dabei wurde indes nicht mit Kritik an den Auflagen gespart. „Wir rufen nicht zu Straftaten auf“, betonte Veranstalter und Mitglied des Göttinger Kreisvorstands der Grünen, Moritz Keppler. Und bei Blockaden handle es sich „nach unserer Rechtsauffassung“ nicht um Straftaten sondern um Ordnungswidrigkeiten. Mit dem geplanten Blockadetraining sollten die Göttinger im Vorfeld der geplanten Blockade gegen den Naziaufmarsch in Bad Nenndorf am 14. August über Risiken und Vorgehensweisen einer solchen Blockade aufgeklärt werden. Das taten Jan F. Wienken, Sprecher der Grünen Jugend Niedersachsen, und Julia W. Hamburg, Sprecherin des Kreisverbandes Göttingen von Bündnis 90/Die Grünen, schließlich mithilfe von Zeichnungen theoretischer Blockadesituationen. Das anschließende Gespräch Hamburgs mit dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen im niedersächsischen Landtag, Stefan Wenzel, über zivilen Ungehorsam und das Verbot des Ordnungsamtes verfolgten einige Passanten.
Die Stadt Göttingen hat sich mit ihrem Verbot unter anderem auf ein Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Lüneburg gestützt, in dem es heißt: „Blockaden, die nicht nur kurzfristig und symbolisch Protest ausdrücken sollen, sondern auf die Verhinderung dessen gerichtet sind, was politisch missbilligt wird, sind somit von der Versammlungsfreiheit nicht gedeckt.“ Und Stadtsprecher Detlef Johannson stellt auf Anfrage fest: „Es geht im Kern darum: Öffentlich zu üben, wie man am Ende die Rechte anderer durch Blockaden behindern kann.“
Unterdessen hat sich auch die Junge Union Göttingen zum Thema zu Wort gemeldet. Mit dem öffentlichen „Training“ von Praktiken, „die hart an die Grenze des Gesetzes gehen“, würden sich die Jungen Grünen „in eine Reihe mit all denjenigen“ stellen, „die, auch in Göttingen, regelmäßig für eine Eskalation verschiedenster Veranstaltungen sorgen“.
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Kommentare
Sitzblockade Brockenteufel – 01.08.10
Wissen denn diese linken Schwätzer hier eigentlich, um was es in Bad Nenndorf eigentlich geht???Nur weil Rechte demonstrieren, eine genehmigte Demo (im Gegensatz zu den Antifazkes und Blockierern)ist (oder scheint alles erlaubt). Nein, da muß man ja denken oder noch viel schlimmer, sich informieren!
Es geht diesen Chaoten ja gar nicht um den Inhalt der Demo! Es geht nur um Randale. Selbst wenn die "bösen" Rechten gegen Parkplatzgebühren demonstrieren wollten, wäre ein Widerstand seitens der Linken (die ja nicht denken können - woher auch)
garantiert!
Links ist keine Meinung sondern ein Verbrechen! Herzliche Grüße an die de Antifa und die Mauermörder- Partei - die Linke! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Frauen haben in Deutschland zu viele Rechte Schorse – 01.08.10
Ist dieser Artikel nun schon zu weit runtergerutscht und deshalb kommen keine Kommentare mehr?Oder haben die Linken/Grünen nun doch auf einmal das problem zusammen mit dem Islamfaschimus gegen den Faschismus zu demonstrieren? Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
haha quark – 28.07.10
Wenn Jugendliche in diese Szene abrutschen hat das mit dem Umfeld zu tun, in dem sie aufgenommen werden und sich zugehörig fühlen. Das ist vor allem eine soziale Geschichte für Leute, die eine Zugehörigkeit suchen. Niemand wird auf einen Schlag zum Neonazi, nur weil draußen hundert Glatzen vorbeimarschieren. Und wenn die Glatzen nicht vorbeimarschieren können, weil ihnen irgendwelche Superhelden die Marschroute blockieren hält das niemanden davon AB, zum Nazi zu werden. Das ist Schwachsinn!@WTF und abc, wie viele Jugendliche sind davon abgehalten worden in den braunen Sumpf zu rutschen weil irgendeine Demo ihre Plakate und Transparente nicht durch irgendeine Stadt tragen durfte? Ich kanns euch sagen: Null. Das hat nur Symbolcharakter. Und den Symbolcharakter aus der Gegenrichtung gibt es mit Gegendemos sogar in noch größerem Ausmaß. Aber Sitzblockaden, hey klar! Damit tun wir was gegen Nazis! Das hat mit Aufklärung nichts zu tun! Im Gegenteil, die Fronten zwischen allen Konfliktparteien werden noch weiter verhärtet... Druck und Gegendruck....... aber hauptsache man kann zeigen wie sehr man doch gegen Faschismus ist. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
... Joachim – 27.07.10
Ich bin der meinung das Ihr kein Recht habt anderen Menschen den zugang zu Informationen zu verweigern, wenn die Rechten Demonstrieren und kann aufgrund solcher Blockaden nicht mal hingehen um zu hören was die zu sagen haben seid Ihr auch nicht besser als die Nazis vor 70Jahren.Holocaustleugner werden im übrigen auch von Gerichten verurteilt und wandern dafür in den Bau aber komischerweise sind nun doch so gut wie keine von denen im Knast.
Und wenn Ihr euch schon Sorgen um Israel und Juden macht dann steht doch bitte einmal dem Islam etwas kritischer gegenüber, die laufen auf euren Demos auch mit und gröhlen auf Türkisch und Arabisch Judenfeindliche Parolen und Ihr klatscht auch noch freudig mit. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Naja Göögle – 27.07.10
Also ich hasse die Nazis abgrundtief.Alle wie sie da früher waren und heute noch sind!
So!
Die Jungen Leute die da aber sitzen...nunja... da steckt noch ein klein wenig mehr dahinter.
Ich muss zugeben, dass ich mit denen ein wenig sympatisierte aber es steckt meist nicht viel dahinter.
Sie meinen es schon ehrlich. Aber es geht auch um das Gefühl von "wir sind gemeinsam stark"! Das sieht dann manchmal etwas armselig aus.
So nach dem Motto: "Wir müssen uns jetzt bei jeder Gelegenheit gleich auf die Strasse setzen"! Und das meine ich auch im Alltag.
Bin ja selbst son kleener Punkgothicfan was auch immer aber dieses "Aufgesetzte" Leute, lasst das mal bleiben und passt euch der tatsächlichen Situation an.
Es gibt so viele akut schlimme Bedrohungen auf unserer Erde, da kann man sich doch gerne mal einen neuen gemeinsamen Feind suchen.
Die Auswahl ist groß!
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@Quark WTF – 27.07.10
Sag mal bei der nächsten Demo der fahrenden Alkoholiker und Kinderpornographen bescheid.So ein Schwachsinn, noch heute werden genug Leute von diesem braunen Sumpf beeinflusst, dagegen muss natürlich auch fernab der Strasse durch Aufklärung gehandelt werden, aber Nazis zu ignorieren während sie immer mehr werden (ja das ist der Fall, zumindest was die Demobeteiligungen angeht) und auch noch 65 Jahre später ihre Todesopfer fordern oder gar als "Unsinn" zu verharmlosen (geh mal nach Chemnitz o.ä.)ist einfach nur dumm. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Sitzblockaden abc – 27.07.10
Du meinst also, man soll die Nazis ruhig durch unsere Straßen ziehen lassen, ihre Faschistische Propaganda einfach hinnehmen ,über ihre Verehrung des dritten Reiches einfach hinweg sehen und sie den Holocaust ruhig leugnen lassen?Es gibt nämlich durchaus Menschen die sich dadurch beeinflussen lassen und dann nach ganz rechts abrutschen. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
"Keine Meinung" Quark – 27.07.10
"... dass Faschismus keine Meinung ist, sondern ein Verbrechen..."Ich kanns echt nicht mehr hören, ihr mit eurer selbstgerechten "Verbrechensbekämpfung". In der breiten Masse der Bevölkerung ist er an sich schon geächtet. Und dort, wo er unterstützung erfährt, richtet man nix mit irgendwelchen blöden Sitzblockaden aus......
Faschismus ist nur ein weiterer Unsinn in jeder Gesellschaft, den man nie ganz beseitigen kann. Erst recht nicht wenn man sich mit seinen Kumpels auf die Straße hockt oder subversive Parolen grölt.
Aber bekämpft ihr mal schön weiter dieses "Verbrechen"... wie wärs mal mit Sitzblockaden gegen Fahren unter Alkoholeinfluss oder Kinderpornographie? Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
@KLaus WTF – 27.07.10
Und wann kapieren Leute, wie du endlich, dass Faschismus keine Meinung sondern ein Verbrechen ist.Da diese bekackten Nazis allerdings eine "Restcleverness" besitzen und die einschlägigen Straftatbestände umkurven gepaart mit der Inkompetenz des Verfassungsschutzes, die dazu führt, dass der Staat faschistische Demos unter der Obhut der z.B. der NPD (oder noch schlimmer verschiedener Kameradschaften) nicht verbieten kann, MUSS auf der zivigesellschaftlichen Ebene dem offenen, sowie dem verstecktem Faschismus entgegengetreten werden! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Blockadeverdruß Lofot – 27.07.10
Komisch, ich dachte, daß man in Göttingen auf Blockaden steht, siehe Straßenverkehr ... Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenUnterdrückung unliebsamer meinungen Klaus – 26.07.10
Wann lernen diese GrünnInnen mal das man in einer Demokratie auch andere meinungen akzeptieren muss? Mit Blockaden und möglichwerweise mehr zu verhindern das andere auch Ihre meinung kundtun wollen passt nicht in das Bild einer freien Welt welche genau diese Personen immer fordern. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenLächerliche Aktion der Behörden ... – 26.07.10
Ich finde die Aktionen der Göttinger Behörden absolut lächerlich. Blockieren ist wie oft erwähnt wurde keine Straftat und deshalb sehe ich keinen Grund, eine solche Veranstaltung zu verbieten (bzw. durch Auflagen unmöglich zu machen.).Dass den jungen konservativen Anti-Nazi-Blockaden nicht gefallen war ja zu erwarten; schließlich brauchen sie die rechtsextremn für ihr erwünschtes "Bündnis gegen links". Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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