Nach jahrelanger Vorarbeit sei es nun doch noch gelungen, den Ortskern von Bovenden in die Städtebauförderung zu bekommen, sagte Dirk Puche vom Planungsbüro Lange/Puche aus Northeim. Für den Thieplatz mit „Dorfmitte-Potential“ hat er gemeinsam mit dem Sanierungsbeirat ein Konzept mit drei Varianten entwickelt. Einen Platz zum „Luftschnuppern“ mit „völliger Auflösung des Verkehrssystems zugunsten der Platzsituation“ stellte Puche den Ortspolitikern und Zuhörern vor: Auf einem „shared space“ (geteiltem Raum) bewegen sich Fußgänger und Autofahrer gleichberechtigt, jeder muss auf den anderen Rücksicht nehmen. In niveaugleichem Ausbau wird der Platz mit zwei Ruhezonen, Stellplätzen und Befahrbarkeit in allen Richtungen vielseitig nutzbar. Auch ein Dorffest könnte dort gefeiert werden.
Puche zeigte zunächst zwei Ausbauvarianten, bei denen die verschiedenen Bereiche durch verschiedene Straßenbeläge deutlich voneinander abgesetzt wurden. In einem dritten Plan allerdings sollte der Unterbau nicht angefasst werden. Denn Baugrunduntersuchungen hätten ergeben, dass der Unterbau hochgradig belastete sei, referierte Dietrich Simon von der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG). „Wo man bautechnisch in den Untergrund geht, kostet das Geld“ stellte er klar.
Der hochbelastete Bauschutt müsse zur Deponie gebracht werden. Bei 440 000 Euro für die Varianten mit Entsorgung des Bauschutts blieben abzüglich der Fördermittel 193 000 Euro für den Flecken, nur 20 000 Euro mehr als bei der „Spar-Variante“ mit einem Aufbau auf der vorhandenen Straßendecke. Ortsratsherr Reinhard Schmidt (FDP) wies darauf hin, dass sich die schon bestehende Hochwasser-Problematik durch den Aufbau voraussichtlich verschärfen werde.
Förmlich überfahren fühlte er sich durch die Vorstellung der Pläne ohne vorbereitende Sitzungsunterlagen. Die Pläne seien erst zur Sitzung fertig geworden, erklärte Thomas Brandes von der Verwaltung. Auf Schmidts Antrag hin wurde die Beschlussempfehlung des Ortsrats auf August vor dem nächsten Bauausschuss vertagt.
enz
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