In jedem Jahr würden alleine in Deutschland etwa 600 Menschen durch ein Feuer schwer oder tödlich verletzt, sagt die Leiterin der Kinderfeuerwehr, Birgit Heise. „Und die meisten erwischt es ganz schleichend – nur durch den Rauch“, ergänzt Mitstreiter Uwe Lippert. Das haben auch die 32 Kinder in der ältesten Kinderfeuerwehr im Landkreis Göttingen gelernt. „Der Rauch geht zuerst nach oben“, erklärt der siebenjährige Joost Kobold. „Und dann piepst es“, beschreibt Judith die Funktion eines Rauchmelders.
Wie und wo sich Rauch in einer Wohnung ausbreitet, zeigten die Kinder und ihre Betreuer an einem Rauchhaus. Das Modell aus durchsichtigen Plastikscheiben lässt ganz real verfolgen, wie sich Brandrauch zunächst unter der Decke sammelt, langsam und unmerklich den Raum füllt und in Nebenzimmer strömt. „Wenn du schläfst, merkst du nichts“, hat Arved Magnus (6) schon gelernt.
Die Rauchmelder hat die „Aktion Paulinchen“ gespendet. Die Stiftung unterstützt seit 1993 Familien, in denen Kinder schwere Verbrennungen und Verbrühungen erlitten haben. Und sie informiert über Ursachen sowie Vorbeugung vor Feuer. Die Rauchmelderaktion der Lenglerner Kinder ist zukunftsweisend: „Ab 2018 sind Rauchmelder in allen Haushalten Pflicht“, sagt Thorsten Deppe, Mitglied der Ortswehr und Kreis-Brandschutzerzieher.
Von Ulrich Schubert
Goettinger-Tageblatt.de Anmeldung