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Schleichende Gefahr

Rauchalarm: „Wenn du schläfst, merkst du nichts“


Wenn in der Vorweihnachtszeit und an den Feiertagen stimmungsvoll die Kerzen flackern, lauert immer auch Gefahr. „Dann kann es ganz schnell brennen und was Schlimmes passieren“, weiß Judith Borchert ganz genau. Mit anderen Mitgliedern der Kinderfeuerwehr Lenglern hat die Siebenjährige vor dem Bäcker im Dorf 100 Rauchmelder verschenkt. Damit wollten sie auch deutlich machen, dass ein kleines Gerät Leben retten kann.

Schleichende Gefahr: Kreis-Brandschutzerzieher Thorsten Deppe (rechts) und Feuerwehr-Kinder am Rauchhaus.

© Heller

In jedem Jahr würden alleine in Deutschland etwa 600 Menschen durch ein Feuer schwer oder tödlich verletzt, sagt die Leiterin der Kinderfeuerwehr, Birgit Heise. „Und die meisten erwischt es ganz schleichend – nur durch den Rauch“, ergänzt Mitstreiter Uwe Lippert. Das haben auch die 32 Kinder in der ältesten Kinderfeuerwehr im Landkreis Göttingen gelernt. „Der Rauch geht zuerst nach oben“, erklärt der siebenjährige Joost Kobold. „Und dann piepst es“, beschreibt Judith die Funktion eines Rauchmelders.
Wie und wo sich Rauch in einer Wohnung ausbreitet, zeigten die Kinder und ihre Betreuer an einem Rauchhaus. Das Modell aus durchsichtigen Plastikscheiben lässt ganz real verfolgen, wie sich Brandrauch zunächst unter der Decke sammelt, langsam und unmerklich den Raum füllt und in Nebenzimmer strömt. „Wenn du schläfst, merkst du nichts“, hat Arved Magnus (6) schon gelernt.

Die Rauchmelder hat die „Aktion Paulinchen“ gespendet. Die Stiftung unterstützt seit 1993 Familien, in denen Kinder schwere Verbrennungen und Verbrühungen erlitten haben. Und sie informiert über Ursachen sowie Vorbeugung vor Feuer. Die Rauchmelderaktion der Lenglerner Kinder ist zukunftsweisend: „Ab 2018 sind Rauchmelder in allen Haushalten Pflicht“, sagt Thorsten Deppe, Mitglied der Ortswehr und Kreis-Brandschutzerzieher.

Von Ulrich Schubert

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