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Uni-Klinikum

Reformen mit Privatisierung – und ohne


Ist die Privatisierung von Universitätskliniken von Übel oder ein Segen? Welche Perspektiven haben die Beschäftigten bei Ausgründungen von Betriebsbereichen? Diese und andere Fragen versuchte der Personalrat des Göttinger Uni-Klinikums gestern (Donnerstag, 15. Oktober) mit einer Info-Veranstaltung zu beantworten. Fazit: Reformen lassen sich mit Privatisierung angehen – aber auch ohne.

Wie sich Umstrukturierungen ohne Totalprivatisierung umsetzen lassen, erläuterte Prof. Peter Schuff-Werner, Ärztlicher Direktor des Uni-Klinikums Rostock. Aus sieben einzelnen Laboren mit jeweils eigener Laborleitung, dazu für jedes Großgerät ein eigener Laborleiter, sei ein zentrales Diagnosezentrum geworden. Ausgegliedert wurden Logistikbereich, Speisenversorgung und Wachdienst. Nun seien die Mitarbeiter zufriedener, weil Arbeitsabläufe vereinfacht wurden. Andere Bereiche wie die Wäscherei seien nach schlechten Erfahrungen durch Outsourcing wieder eingegliedert worden.

Margot Lodde vom Betriebsrat des privatisierten Uni-Klinikums Gießen wusste von heftigen anfänglichen Organisationsproblemen durch den neuen Betreiber Rhön AG zu berichten, der allerdings ein organisatorisch völlig veraltetes Uni-Klinikum übernommen habe. Die Privatisierung mit der Folge einer „enormen Leistungsausweitung“ habe zu einer großen Unzufriedenheit in der Belegschaft geführt. Loddes Fazit: Wenn vor allem in der mittleren Führungsebene vorher gründlich aufgeräumt worden wäre, wäre eine Privatisierung vermeidbar gewesen.

Zuvor hatten Göttinger Klinikumsmitarbeiter über zunehmende Ängste vor Outsourcing berichtet. Die Personalvertretung sei durch bisherige Ausgründungen geschwächt, erklärte die Personalratschefin Heidemarie Hille. Das Selbstwertgefühl der Mitarbeiter sinke, die Angst vor Jobverlust löse Existenzängste und Demotivation aus. Anita Otte, medizinisch-technische Assistentin (MTA) in leitender Funktion, erklärte, die Belastungsgrenze der Beschäftigten sei erreicht, die Aggressivität unter den Mitarbeitern steige.

Von hein/mns

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  • Privatisierung Klinikum NN – 16.10.09
    Die Personalvetretung hätte sich in den vergangen Jahren gegen den Kahlschlag durch den Vorstand besser wehren und das Personal (und damit auch die Patienten) schützen sollen. Nur jammern ist zu bequem - mehr oder überhaupt Aufklärung auch der Öffentlichkeit ist notwendig und nicht nur Kotau vor dem Vorstand Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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